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Bauwerke erzählen Geschichte - Altstadt und Schlachte

Aufnahme eines Platzes, auf dem Tische, Stühle und Sonnenschirme stehen. Der Platz ist von mehreren Gebäuden umgeben.
Spaziergang durch die Altstadt entlang historisch herausragender Bauwerke.

Quelle: WFB/Jens Hagens

Entdeckt die Vielfalt Bremens und erfahrt dabei eine Menge zu den wichtigsten Bauwerken. Diese erkennt ihr an den grauen Tafeln. Die Tafeln zu diesem Spaziergang sind zudem mit QR-Codes gekennzeichnet. Wenn ihr diese mit dem Handy scannt, öffnet sich diese Seite mit der Route oder eine Seite auf Wikipedia mit weiteren Details.

Distanz: etwa 5 km
Die gpx-Daten könnt ihr auf der Plattform Komoot herunterladen.
English version

Hinweistafel zur Geschichte am Bremer Rathaus mit QR-Codes, die auf weitere Informationen und einen Spaziergang verweisen

Quelle: WFB/Ingrid Krause

1 Marktplatz Westseite

Ihr startet an der Sparkasse nahe des Kontorhauses am Marktplatz. Entlang der Giebelhäuser geht es Richtung Statue der Bremer Stadtmusikanten.

Die Sparkasse am Markt wurde 1957-58 von dem Bremer Architekten Eberhard Gildemeister errichtet. Die Rokokofassade aus dem Jahre 1755 stammt von einem im Zweiten Weltkrieg zerstörten Haus an der Schlachte und wurde mit Beteiligung der Bildhauerin Maria Ewel restauriert. Innengestaltung im Zeitgeist der fünfziger Jahre.

Das Deutsche Haus wurde 1908-11 nach einem reichsweiten Wettbewerb durch den Bremer Architekten Rudolph Jacobs als Ratscafé errichtet. Das Gebäude ist in drei Giebelhäuser gegliedert und integriert Zierstücke historischer Bauten als „Dokument altbremischer Kunst und Kultur“, darunter im Inneren die Rokokodiele des Stoevesandtschen Hauses. Nach weitgehender Zerstörung im Zweiten Weltkrieg erfolgte 1950 der Wiederaufbau durch den Architekten Herbert Anker. Das angrenzende „Haus Jonas“ wurde 1961-62 mit Portal des Vorgängerbaus von 1600 nach Plänen des Bremer Architekten Bernhard Wessel errichtet.

1 Liebfrauenkirchhof, Einkaufsstraßen und -passagen

Ihr geht an der Stadtmusikanten-Statue von Gerhard Marcks an der Westseite des Rathauses vorbei und um die Liebfrauenkirche herum. Danach führt euch der Weg in das Einkaufsparadies der City. Beim Schild im Katharinenklosterhof schaut ihr doch mal nach links; in den Gemäuern des Klosters befindet sich eine Gastronomie.

Älteste Pfarrkirche Bremens, errichtet unter Erzbischof Unwan (1012-1029). Mitte des 12. Jahrhunderts Umbau zu einer Basilika. Ab 1230 unter Erzbischof Gerhard II. (1219-1258) Erweiterung zu einer frühgotischen Hallenkirche mit drei Schiffen und zweitem Turm im Norden. Bis etwa 1400 war der Unser Lieben Frauen Kirchhof das Zentrum des städtischen Lebens, die Kirche diente als Ratskirche. Ihr Keller zählt zu den ältesten Bauwerken in Bremen. Im Innenraum wurde während der Sanierung 1958-66 das Mauerwerk freigelegt. Die Fenster aus den Jahren 1966-1973 stammen von dem französischen Künstler Alfred Manessier.
 

Warenhaus 1930-31 von den Bremer Architekten Heinrich W. Behrens und Friedrich Neumark für Karstadt in konzerntypischer Gestalt errichtet. Der monumentale Stahlbetonskelettbau mit vorgesetzter Sandsteinfassade und vertikaler Gliederung setzte großstädtische Maßstäbe. 1965 wurde im Inneren der typische Lichthof durch eine
Rolltreppenanlage ersetzt.
 

Standort der 1285 geweihten Kirche des Dominikanerklosters St. Katharinen. Der Bau beherbergte das Gymnasium Illustre (1610) und die erste Stadtbibliothek (1660); Reste 1970-72 von dem Bremer Architekten Carsten Schröck in den Neubau der Hochgarage integriert. Katharinenpassage 1984 durch die Architekten Rosengart, Busse und Partner, Bremen hinzugefügt.

Die Deutsche Bank am Domshof wurde 1889-91 von den Architekten Wilhelm Martens, Berlin und Friedrich W. Rauschenberg, Bremen mit neobarocken Stilelementen aus rotem Maintalsandstein errichtet. In dieser Zeit entwickelte sich der Domshof zum Bankenzentrum Bremens. In Verbindung mit dem Neubau der Domshof-Passage 1996-1998 von den Bremer Architekten Harm Haslob, Peter Hartlich und Jens Kruse umgebaut und modernisiert.

1998 von den Architekten Joachim Schürmann und Partner, Köln, Jutta und Peter Schürmann, Stuttgart und Klaus Rosenbusch, Bremen errichtet. Das kubische Glashaus und die 12 Meter hohen Glasschirme bilden städtebaulich eine Begrenzung des Domshofs zwischen Bischofsnadel und Einkaufspassagen.

1 Zwischen Dom und Wall

Hinter dem Dom geht es weiter Richtung Wallanlagen, ehemalige Verteidigungsanlagen und heute ein Park für Naherholung mitten in der Stadt.

Ehemalige Domkurie, im Kern mittelalterlich. 1579 grundlegende Instandsetzung und Erweiterung. Im Inneren älteste noch erhaltene bemalte Holzdecke Bremens von 1580. Die äußere Gestalt des Haus Heineken ist aus dem Jahr 1744. Zeitweilig im Besitz des bedeutenden Bürgermeisters Christian Abraham Heineken (1752-1818).

Das Gerichtsgebäude wurde 1891 bis 1895 nach Plänen der Oldenburger Architekten Ludwig Klingenberg und Hugo Weber errichtet. Der mit zahlreichen Türmen wehrhaft erscheinende Komplex nimmt einen ganzen Block ein und gliedert sich in Gerichtsgebäude und ehemaliges Untersuchungsgefängnis. Die lediglich durch Brücken miteinander verbundenen Bauten sind durch eine Mischung vielfältiger historisierender Stil- und Formelemente gekennzeichnet; reichhaltiges Dekor u.a. mit allegorischen Darstellungen von Lastern und Tugenden.

Das Forum am Wall wurde 1998 von den Architekten Joachim Schürmann und Partner, Köln, Jutta und Peter Schürmann, Stuttgart und Klaus Rosenbusch, Bremen errichtet. Das kubische Glashaus und die 12 Meter hohen Glasschirme bilden städtebaulich eine Begrenzung des Domshofs zwischen Bischofsnadel und Einkaufspassagen.

Einkaufspassage

Quelle: CityInitiative

Neptunbrunnen

Quelle: WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH/T. Vankann

Wallanlagen

Quelle: bremen.online GmbH / Dennis Siegel

Marktplatz

Quelle: WFB/Ingrid Krause

1 Kulturmeile,Ostertor

In den Wallanlagen findet ihr Kunst und Kultur satt, hier fängt auch das Szene-Viertel Ostertor an. Ihr werdet um die Kunsthalle herum auf die Altmannshöhe geführt. Das Ehrenmal aus dem Jahr 1935 wurde errichtet für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Die Aussicht auf die Weser und die "Umgedrehte Kommode" ist den Aufstieg auf den Hügel unbedingt wert.

Hinweis zur Barrierefreiheit: Sollte die Steigung zu groß sein, kürzt den Weg bitte direkt hinter der Kunsthalle ab.

Ehemalige Ostertorwache, 1825-28 zusammen mit dem gegenüberliegenden Zollhaus nach Entwürfen des Bremer Bauinspektors Friedrich Moritz Stamm als Wach- und Gefangenenhaus im klassizistischen Stil errichtet. 1855 und 1879 Zellenanbauten an der Nordseite. In der NS-Zeit Gestapo-Gefängnis; bis 1996 Nutzung als Polizeigewahrsam, 1996-97 grundlegender Umbau durch die Bremer Architekten Katja und Heiner Klausing zum Sitz und Ausstellungsgebäude der Wilhelm Wagenfeld Stiftung und des Design Zentrums Bremen. Im ehemaligen östlichen Zellentrakt die Dokumentationsstätte Gefangenenhaus Ostertorwache.

Das Gerhard-Marcks-Haus ist das ehemalige Akzisehaus der Ostertorwache. 1825-28 gleichzeitig mit dem Wach- und Detentionshaus nach Entwürfen des Bremer Bauinspektors Friedrich Moritz Stamm im klassizistischen Stil mit dorischem Säulenportikus errichtet. Ab 1802 wurden die Festungswerke um die Altstadt niedergelegt und die Wallanlage in einen Stadtpark umgewandelt. Das anstelle eines Stadttors errichtete Akzisehaus, an dem Zollabgaben zu entrichten waren, verlor 1862 mit Abschaffung der Akzise seine ursprüngliche Funktion; danach verschiedene Nutzungen. 1969-1971 Umbau der Wache durch den Bremer Architekten Bert Gielen zu einem Bildhauermuseum, dem Gerhard-Marcks-Haus; seitdem Sitz der Gerhard-Marcks-Stiftung. 1990 Erweiterung nach Plänen des Bremer Architekten Peter Schnorrenberger.

Das alte Schauspielhaus wurde 1912-13 von den Bremer Architekten August Abbehusen und Otto Blendermann erbaut. Nach Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1948-49 Wiederaufbau durch die Architekten Werner Commichau und Hans Storm aus Bremen. Mit neoklassizistischer Säulenfront reiht sich das Theater in das Ensemble kultureller Bauten zwischen Altstadt und östlicher Vorstadt ein. 2002-04 durchgreifende Modernisierung durch das Hamburger Architekturbüro Dinse Feest Zurl Architekten.

1847-1849 errichtet von Lüder von Rutenberg. 1900-1902 Umbau mit neuer Fassade und Erweiterung durch Eduard Gildemeister und Albert Dunkel. 2008-2011 Umbau und Erweiterung zur neuen Kunsthalle durch Hufnagel Pütz Rafaelian Architekten, Berlin.

1 Schnoorviertel
 

In Bremens ältestem Stadtviertel, dem Schnoor, solltet ihr euch auch alle Gassen und Plätze abseits dieser Tour ansehen. Übrigens: Es mag sein, dass der Durchgang durch die Passage "Hinter der Balge" abends verschlossen wird.

Hinweis zur Barrierefreiheit: Die Durchgänge am Katzencafé sind sehr schmal. Bitte geht direkt über den Platz Wüstestätte. Am Landherrnamt nehmt an Stelle der Treppe, die direkt zum Hauptpostamt führt, den Umweg um das Bankgebäude an der Domsheide.

Die Marterburg wurde 1985-93 von den Bremer Architekten Wolfram Goldapp und Thomas Klumpp errichtet. Abwechslungsreiche und kleinteilige Gliederung übersetzt die bauliche Vielfältigkeit des benachbarten mittelalterlichen Schnoor-Quartiers in postmoderne Formen.

2001-02 als erster Klosterneubau in Bremen seit dem Mittelalter von dem Bremer Architekten Ulrich Tilgner errichtet. Sitz des Ordens der Birgitten, der zuerst im 14. Jahrhundert und nach einer Unterbrechung erneut zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegründet wurde. Klosteranlage mit Gästehaus, Klausurbereich und Kapelle fügt sich farbenfroh in die Umgebung ein.

Das Landherrnamt wurde 1856-57 nach Plänen des Bremer Baudirektors Alexander Schröder für die Behörde der Landherrn erbaut. Im Rundbogenstil klassizistisch gehaltener Baukörper mit prägnantem Portalrisalit. Die 1817 erstmals berufenen Landherrn übernahmen von den Goh- und Deichgrafen die Verwaltung des bremischen Landgebietes.

1 Domsheide, Grasmarkt, Marktplatz

Es geht wieder Richtung Marktplatz, Bremens "Guter Stube" mit dem UNESCO-Welterbe Rathaus und Roland und Mittelpunkt dieser Tour.

Das ehemalige Hauptpostamt wurde 1875-78 nach Entwürfen des Berliner Architekten Karl Schwatlo als Vierflügelbau in Formen der Deutschen Renaissance mit markantem Mittelrisalit erbaut. Bis 1926 Sitz der Oberpostdirektion Bremen. Im Inneren der „Kaisersaal“ mit bauzeitlichen Dekorationsmalereien des Bremer Künstlers Arthur Fitger. 1971-77 grundlegender Umbau für die Bundespost. Das Renaissanceportal zur Dechanatstraße stammt von dem um 1565 erneuerten und 1875 abgetragenen Domdechanat. Seit 2006 Nutzung durch die Katholische Schule St. Johann.

Konzerthaus 1926-1928 von dem Bremer Architekten Walter Görig an der Stelle des 1915 abgebrannten Künstlervereinsheims errichtet. Grundlegende Sanierung 1996-97 durch Gerhard Müller-Menckens und Klaus Rosenbusch aus Bremen; gekennzeichnet durch Gestaltungselemente des Expressionismus und des Art déco. Seinen Namen hat das Gebäude von einem kleinen glockenähnlichen Haus am Dom übernommen.

Einziger erhaltener Abschnitt der 1861-64 von dem Bremer Architekten Heinrich Müller erbauten Bremer Börse. Neogotischer halbkreisförmiger Bau mit gewendeltem Treppenhaus und drei Galerien. 1998-2001 von den Bremer Architekten Manfred Schomers und Rainer Schürmann aufgestockt und durch einen gläsernen Übergang mit dem Parlamentsgebäude verbunden; heute mitgenutzt von der Bürgerschaft.

Weihe der ersten Kirche um 789 durch Bischof Willehad. Nach Brand 1041 grundlegende Vorgaben für den Bau unter den Erzbischöfen Bezelin (1035-43) und Adalbert (1043-72). Als dreischiffige Basilika mit Ost- und Westkrypta geht der heutige Dom auf Erzbischof Liemar (1072-1101) und seine Nachfolger zurück. Im Jahr 1483 erneut Zerstörungen durch Brand. Ergänzung des mittelalterlichen Baus durch ein spätgotisches Nordschiff während der Amtszeit von Erzbischof Johann III. Rode (1497-1511). Im 17. und 18. Jahrhundert unter schwedischer und hannoverscher Verwaltung. Grundlegende Restaurierung ab 1888 durch Max Salzmann und Ernst Ehrhardt; Aufbau der teilweise eingestürzten Westfront und des Vierungsturms. 1899-1902 Gestaltung des Dominneren durch den Kirchenmaler Hermann Schaper in Anlehnung an mittelalterliche Dekorationsvorstellungen; Erneuerung während Domrestaurierung 1972-87. Im Inneren bedeutende Reste mittelalterlicher Ausstattung, romanische Krypten und Dommuseum; angrenzend der Bleikeller.

An der Stelle des Neuen Rathauses stand seit zirka 1290 das Palatium der Bremer Erzbischöfe, das 1816-1819 im klassizistischen Stadthaus aufging. 1909 erfolgte der Abriss des beengten Stadthauses, in den Jahren 1909 -1913 der Bau des Neuen Rathauses nach einem Entwurf des Münchener Architekten Gabriel von Seidl (1848-1913). Der Bau setzte mit einer gelungenen Verbindung zwischen Alt und Neu die Vorgabe eines Architektenwettbewerbs um, der eine zurückhaltende Anpassung an das Alte Rathaus verlangte. Die Fassade aus Klinker und Muschelkalk nimmt mit dezentem Schmuck die Ziegel- und Natursteinfassade des Alten Rathauses auf, das Kupferdach lehnt sich ebenfalls an das alte Vorbild an. Der Bau wurde mit würdig repräsentativem Ausdruck nur wenig historisierend im Stile der Renaissance gestaltet. Der Haupteingang im Osten geht zum Domshof, die Nordseite prägt ein Risalit mit vorspringender Fensterfront, die Westseite ein Turm mit Haube. Im Inneren Sitz des Bürgermeisters, der Senatskanzlei und der Landesregierung mit Senatssaal. Die weiteren stilvoll ausgestatteten Räume im Inneren mit Festsaal, Kaminsaal und Gobelinzimmer dienen repräsentativen Zwecken. 2004 Aufnahme des Ensembles aus Altem und Neuem Rathaus gemeinsam mit dem Roland in die UNESCO-Liste Welterbe der Menschheit – als ein außergewöhnliches Beispiel eines spätmittelalterlichen Rathauses, das für bürgerliche Autonomie und städtische Freiheit einer bis heute selbstständigen Stadtrepublik steht.
 

Das Rathaus wurde 1405-1409 als repräsentativer und wehrhafter Bau zusammen mit dem Roland von 1404 auf einem Höhepunkt der mittelalterlichen Stadtgeschichte errichtet. Der Saalgeschossbau aus wechselnd rotem und schwarz glasiertem Ziegelstein ist 42 m lang und 16 m breit, sein Innenausbau erfolgte bis 1412. Im dreischiffigen Ratskeller ruht das Gewölbe auf 20 Pfeilern aus Sandstein, in der Unteren Halle stützen 20 Eichenholzständer die Balkendecke. Die Obere Halle ist als ungeteilter Saal mit frei tragender Decke reich ausgestattet mit Wandbildern, Schmuckportalen und Holzschnitzereien.
An der Marktfassade zeigen acht Monumentalskulpturen den Kaiser (links) und die Kurfürsten. Der Figurenzyklus verdeutlicht den Anspruch der Stadt auf Reichsfreiheit. An den Schmalseiten über den Eingängen Prophetenfiguren (zum Dom hingewandt Petrus), später  umgedeutet als Philosophen. Vor der Marktfassade eine Arkadengalerie mit elf Jochen, im Norden seit dem 16. Jh. verschiedene Anbauten. 1608-1614 Umgestaltung der Marktfassade im Renaissancestil unter dem Bremer Baumeister Lüder von Bentheim. Ein Mittelrisalit wurde vorgesetzt. Es entstand ein gläserner Erker mit einem flandrischen Giebel, rechts und links davon je ein weiterer Schmuckgiebel. Die schmuckvolle Fassade ist ein Meisterwerk der Weserrenaissance, ihr reichhaltiges Bildprogramm ist zu verstehen als ein moralischer Appell an die Regierenden im Sinne republikanischer Bürgertugenden.
1616 in der Oberen Halle Fertigstellung der Güldenkammer mit bedeutenden Holzschnitzwerken. 1905 gestaltete Heinrich Vogeler die Kammer im Innern zu einem Gesamtkunstwerk im historisierenden Jugendstil.
2004 Aufnahme des Ensembles aus Altem und Neuem Rathaus gemeinsam mit dem Roland in die UNESCO-Liste Welterbe der Menschheit – als ein außergewöhnliches Beispiel eines spätmittelalterlichen Rathauses, das für bürgerliche Autonomie und städtische Freiheit einer bis heute selbstständigen Stadtrepublik steht.
 

Das Schütting wurde 1537-38 von dem Antwerpener Baumeister Johann de Buschener für die Bremer Kaufmannschaft erbaut. Der spätgotische Giebel zur Langenstraße ist in ursprünglicher Form erhalten. Der 1565 durch den Bremer Steinhauer Karsten Husmann errichtete Ostgiebel ist ein frühes Beispiel der Renaissance in Bremen. Die Marktfront wurde 1594 mit Stilelementen der Weserrenaissance neu gestaltet. 1895-99 historisierende Umgestaltung nach Entwürfen von Max Salzmann und Ernst Erhardt. An der Rückseite 1913-15 Erweiterungsbau durch die Bremer Architekten Carl Eeg und Eduard Runge. 1944 bis auf die Außenmauern abgebrannt, 1947-55 Wiederaufbau durch Fritz Brandt.

Das Parlamentsgebäude wurde 1962-66 nach Plänen des Berliner Architekten Wassili Luckhardt an der Stelle der im Krieg zerstörten Börse errichtet. In ihm tagen der Landtag des Bundeslandes Bremen und das Bremer Stadtparlament. In unmittelbarer Nachbarschaft von Dom, Rathaus und Schütting markiert das zu seiner Bauzeit gestalterisch umstrittene Gebäude einen Neubeginn. Die Glasfronten symbolisieren Transparenz und nehmen mit ihrer vertikalen Gliederung Gestaltungselemente der umliegenden Gebäude auf. Die Fensterreliefs aus Aluminiumguss stammen von dem Berliner Künstler Bernhard Heiliger.

Bürgerschaft

Quelle: Bremen.online GmbH

Schütting

Quelle: WFB/Hans-Joachim Harbeck

Schlachte

Quelle: WFB/Torsten Krüger

Giebelhäuser

Quelle: WFB/Michael Bahlo

1 Böttcherstraße

In der berühmten Böttcherstraße findet ihr gesonderte Tafeln mit Erklärungen zu den Sehenswürdigkeiten. Ihr wünscht noch mehr Infos? Dann besucht die Tourist-Information im Haus des Glockenspiels.

Die Balge ist ein heute verschwundener Altarm der Weser. Auf ihr erreichten im Früh- und Hochmittelalter Handelsschiffe Bremens ersten Hafen, der am heutigen Markt lag. Die Balge war in dieser Zeit die Lebensader des Bremer Fernhandels. Im 13. Jahrhundert verlagerte sich das Hafengeschehen zur Schlachte am Weserufer, weil die Balge für größere Schiffe nicht mehr durchgängig befahrbar war und im Altstadtgebiet von mehreren Brücken überquert wurde. Die Balge wurde zu einem innerstädtischen Kanal: 1602 wurde sie für den Schiffsverkehr gesperrt, ab 1608 kanalisiert, 1838 verschwand sie als unterirdischer Kanal ganz aus dem Stadtbild. Die vom Bankhaus Carl F. Plump & Co. gestiftete Figur des "Fietje Balge", der in der Balge fischt, soll an das ehemals rege Treiben an Bremens ältestem Hafengewässer erinnern.

Gotisches Stadthaus aus dem 14. Jahrhundert; letztes erhaltenes seiner Art in Bremen. Im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und 1948 durch die Bremer Architekten Herbert Anker und Bernhard Wessel wieder aufgebaut. Der auf dem Boden aufsitzende Erker – Auslucht genannt – war in Bremen ein beliebtes Bauelement.

1 Weserpromenade, Schlachte, Teerhof

Nehmt die Unterführung und ihr gelangt zur Weser mit der Schlachtepromenade. Hier gibt es einige weitere Schilder an der Oberen Schlachte.

Hinweis zur Barrierefreiheit: Die Untere Schlachte ist über verschiedene Rampen erreichbar: Hinter der St. Martini-Kirche und nahe der auffälligen gelb-bunten Jugendherberge; an der Teerhofbrücke befindet sich ein Aufzug, der aber nur von der Oberen Schlachte zugänglich ist. Unser Vorschlag zur Ansicht der Schlachte-Schilder:
Nach Verlassen der Böttcherstraße überquert ihr die Martinistraße, und wendet euch hinter der St. Martini-Kirche links Richtung Rampe. An der Unteren Schlachte könnt ihr nun die Schilder zur Schlachte allgemein, bei Überwindung weniger Treppenstufen (mit dem Kinderwagen erreichbar) auch das zur Gelben Wuppe, und weiter das Schild zum Großen Schlachtekran erreichen. Nehmt den Weg zurück zur Rampe, um zur Oberen Schlachte und weiter zur Teerhofbrücke zu gelangen. 
 

Die Schlachte war über 600 Jahre lang der Hafen Bremens. 1250 wurde sie erstmals als "slait" erwähnt (mittelniederdeutsch von "eingeschlagenen" Pfählen). Seit dieser Zeit wurde das Weserufer zum Hafen ausgebaut, da der alte Balgehafen am Markt von größeren Schiffen nicht angelaufen werden konnte.
Ab dem 15. Jahrhundert ist das Vorhandensein von Wuppen (Hebebäume) bezeugt, im 16. Jahrhundert erhielt die Schlachte auch eine hoch aufragende Kaimauer. Der Hafen zog sich über 400 m Länge von der Martinikirche bis zum Fangturm.
Über die Schlachtpforten sorgten Gassen für die Anbindung des außerhalb der Stadtmauer gelegenen Hafens an die Stadt. Von ehemals 10 Schlachtgängen existieren heute noch 7. Den Warentransport zwischen dem Hafen und den Speichern in der Stadt besorgten Karrenschieber. Um 1600 erhielt die Schlachte einen Tretkran für den Umschlag schwerer Güter.
An der Schlachte war ein vielfältiges Hafengewerbe ansässig; Schlachtvogt (Hafenmeister) und Schlachtschreiber übten die Aufsicht aus und zogen Gebühren ein, Schlachtwächter sorgten für die Sicherheit. Kran- und Wuppenmeister, Kornträger (Maskopträger) und Tonnenträger besorgten den Umschlag zwischen Schiff und Kaje, Karrenschieber und Fuhrleute erledigten den Zubringerdienst in die Stadt. Im 17. und 18. Jahrhundert arbeiteten ca. 300 Personen im Schlachtehafen. Durch die Versandung der Weser wurde Bremen jedoch für große Seeschiffe immer schlechter erreichbar. Seit dem 18. Jahrhundert brachten fast nur noch Weserkähne im Leichtverkehr von See kommende Waren nach Bremen. Erst der Bau des Freihafens 1884-1888 und die Weserkorrektion beendeten diesen Zustand. Die Schlachte hatte als Hafen ausgedient, sie wurde seit 1899 in eine Grünanlage umgewandelt. Ihre alte Bausubstanz an Kontorhäusern ging im Zweiten Weltkrieg verloren, zwischen Fluss und Mauer wurde eine Rampe - die heutige Weserpromenade - aufgeschüttet.
Im Jahr 2000, 750 Jahre nach ihrer urkundlichen Ersterwähnung, wurde die Bremer Schlachte städtebaulich aufgewertet und in neuer Gestalt wiedereröffnet.
 

Die Gelbe Wuppe war ein 12 m langer Hebebaum zum Leichtern von Schiffen. Vier Männer konnten mir ihr bis zu 8 Zentner schwere Lasten heben. Sie war seit dem 16. Jahrhundert in Betrieb und wurde im 19. Jahrhundert durch einen eisernen Kran ersetzt. Von dem Kranfundament hat sich die steinerne Flutmauer erhalten.

Der Teerhof diente als Schiffsbauplatz Bremens, an dem die Schiffe zur Abdichtung geteert wurden. Vor seiner weitgehenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war er durch kleinteilige Gliederung und Vielfältigkeit der Nutzung gekennzeichnet. Grundanordnung der Neubebauung von 1990-1996 um einen lang gestreckten Hof mit Wohn- und Geschäftsbauten, Büros, Neuem Museum Weserburg und Gästehaus der Universität. Der neue Teerhof als zentrale Verbindung zwischen Altstadt und Neustadt wurde von verschiedenen Bremer Architekturbüros entworfen. 

1988-91 Umbau einer nach dem Krieg wieder aufgebauten Kaffeerösterei durch die Bremer Architekten Wolfram Dahms und Frank Sieber. Die großen Speicherräume wurden an die Erfordernisse eines Sammlermuseums für zeitgenössische Kunst angepasst. Zur Altstadt gewandte Giebelreihe erinnert an die Silhouette des Teerhofs.

Seit der Zeit um 1600 war an der Schlachte ein schwerer Lastkran installiert. Wohl im Jahr 1684 errichtete man einen neuen Hafenkran, der eine technische Sehenswürdigkeit seiner Zeit war. Der hölzerne Tretradkran war ca. 10 m hoch, sein Kranenhals war beweglich. Sechs Männer konnten in ihm mit zwei Rädern Lasten von bis zu 3 t bewegen. Er war bis zum 19. Jahrhundert in Betrieb und wurde erst 1843 durch einen eisernen Kran ersetzt. 

1 Langenstraße

Durch die Langenstraße geht es zurück zum Marktplatz.

Bau aus der Glanzperiode Bremens, um 1620 in Formen der späten Weserrenaissance errichtet. Letzter Vertreter eines einst stadtbildprägenden Bautyps in Bremen. Um 1730 Umgestaltung und Ergänzung des Kaufmannshaus mit Ausluchten und Diele; 1902 durchgreifend verändert unter Erhaltung der Fassade. Im Inneren die einzige noch am ursprünglichen Ort befindliche historische Dielentreppe Bremens.

Reste des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Essighauses aus dem Jahr 1618. Das im Renaissancestil gestaltete Gebäude war ein typisches Beispiel des altbremischen Kaufmannshauses mit Wohnung, Kontor und Lager unter einem Dach. 1956 Integration der wenigen erhaltenen Elemente durch die Bremer Architekten Wilhelm Wortmann und
Erik Schott in ein neues Gebäude; nach Umbauten seit 1985 Sitz der Deutschen Factoring Bank. Die wenigen Überreste der aufwendig gestalteten historischen Fassaden in der Langenstraße verweisen auf die zentrale Bedeutung dieser ehemaligen Hauptstraße der Kontorhäuser. Am Ende der Langenstraße stand das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kornhaus. Im Jahr 1591 erbaut, zählte es neben der Stadtwaage zu den bedeutendsten Gebäuden der Weserrenaissance in Bremen.
 

Die Stadtwaage wurde 1587-88 durch Lüder von Bentheim errichtet. Bedeutender Bau der Weserrenaissance mit fein gegliederter Fassade aus rotem Ziegelstein und Sandstein. 1927 begann hier die Bremer Rundfunkgeschichte mit der Einrichtung einer Sendestelle der Norddeutschen Rundfunk AG. 1944 weitgehend zerstört. Beim Wiederaufbau durch die Sparkasse Bremen 1952-61 Rückgiebel nach Entwürfen des Denkmalpflegers Rudolf Stein neu gestaltet. Innenausbau durch Herbert Anker und Friedrich Heuer.

Ehemaliger Sitz der Disconto-Bank 1911-14 von den Berliner Architekten Bielenberg und Moser erbaut. Moderne Stahlskelettkonstruktion mit historistischer Fassade und neobarockem Doppelgiebel. 1999-2001 grundlegender Umbau des Kontorhauses durch das Bremer Architekturbüro Schomers und Schürmann, dabei Umwandlung der ehemaligen Innenhöfe in eine Einkaufspassage.

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