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Bremer Ratskeller

Der Bremer Ratskeller blickt auf über 600 Jahre Geschichte zurück. Er ist UNESCO-Weltkulturerbe und beherbergt in seinen unterirdischen Hallen nicht nur die wertvollsten Weine Bremens, sondern auch traditionell ein Restaurant.

Der Bremer Ratskeller ist eine der traditionsreichsten Gaststätten in Deutschland und Teil des UNESCO-Weltkerbes. Er blickt auf über 600 Jahre Geschichte zurück. Bei einem Besuch des Restaurants erwartet die Gäste herzhafte Küche und natürlich eine große Weinkarte. Und spannende Führungen hinter die Kulissen offenbaren die Geheimnisse der historischen Kellergewölbe. 



Ein Stück Stadtgeschichte
 

Einen städtischen Weinkeller gab es schon im mittelalterlichen Bremen. Mit dem Bau des Bremer Rathauses im Jahr 1405 wurde der Ratskeller in dessen Kellerräume verlegt. Bis ins Jahr 1815 hatte ausschließlich der Bremer Rat das Privileg für den Ausschank von Weißwein in der Stadt. Noch heute werden im Bremer Ratskeller nur deutsche Weine ausgeschenkt.
 

Quelle: Bremer Ratskeller

Jeder Saal ist anders


Durch den Eingang an der Seite des Rathauses gelangt man zunächst in die historische Halle, mit den riesigen, mit Holzschnitzereien verzierten "Prunkfässern". Dieses Gewölbe ist der älteste Teil des Ratskellers. Es wurde mit den Jahren schrittweise erweitert. Eine Führung durch die Gewölbe ist absolut empfehlenswert.
 

  • Priölken: An der Südseite der Halle wurden um 1600 sechs kleinere Holzverschläge für vier bis fünf Personen eingerichtet, die sogenannten "Priölken" (plattdeutsch für "Laube").
     
  • Apostelkeller: Um 1550 entstanden, beherbergt der Apostelkeller zwölf Eichenfässer mit Rheinweinen aus dem 18. Jahrhundert.
     
  • Rosekeller: Hier wurden die ältesten und wertvollsten Weine des Kellers gelagert. Der Rosekeller diente zudem als geheimes Besprechungszimmer für die Ratsherren. An seiner Stirnseite lagert der älteste Wein des Kellers, der berühmte Rüdesheimer Wein von 1653.
     
  • Senatszimmer: Ursprünglich für den Empfang von Gästen des Senats vorbehalten, wird das Senatszimmer heute vom Ratskeller vermietet.
     
  • Bacchuskeller: Der Bacchuskeller wurde 1620 als Weinlager gebaut. Heute ist er ebenfalls ein Gastraum. An der Stirnseite steht ein Fass mit einer Figur des Weingottes Bacchus aus der Barockzeit.
     
  • Hauffsaal: Der Hauffsaal ist ebenfalls ein ehemaliges Weinlager und dient heute als Gaststätte. Er wurde nach dem Dichter Wilhelm Hauff benannt, der den Ratskeller 1826 besuchte.

 

Quelle: Fotograf Andre Schütt

Ein Weinarchiv von unschätzbarem Wert


Früher wurden ausschließlich Weine von Rhein und Mosel im Ratskeller gelagert - heute umfasst das Sortiment deutsche Weine aus allen 13 Anbaugebieten. Von je her wacht der Ratskellermeister über die Bestände. Ein großer Teil der wertvollen Weine - mit Ausnahmen der alten Rose- und Apostelweine - ging in den Nachkriegswirren verloren. Heute werden in der Schatzkammer des Ratskellers wieder herausragende Flaschenweine aller Jahrgänge archiviert. Insgesamt eine Sammlung von unschätzbarem Wert.
 


Eine prominente Gaststätte
 

Im Laufe der Jahrhunderte kehrten viele bekannte Persönlichkeiten im Bremer Ratskeller ein. Häufigster Gast war ohne Zweifel Kaiser Wilhelm II., der den Keller von 1890 bis 1914 einmal jährlich zum "Kaiserfrühstück" aufsuchte. Aber auch bei Künstlern war der Ratskeller sehr beliebt. Der Dichter Wilhelm Hauff schrieb sogar eine Novelle über seinen Besuch ("Phantasien im Bremer Ratskeller"). Darüber hinaus stehen weitere Schriftsteller wie Heinrich Heine, Hoffmann von Fallersleben und Theodor Fontane, sowie Komponisten wie Johannes Brahms, Richard Wagner und Richard Strauß auf der Liste der prominenten Gäste.

Eindrücke aus dem Bremer Ratskeller

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