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Wissenschaft Persönlich: Prof. Dr. Kirsten Tracht

Eine Frau in einer Produktionshalle
Die Professorin für Prozessgerechte Technologiegestaltung ist zugleich Institutsleiterin am Bremer Institut für Strukturmechanik und Produktionsanlagen und berichtet über die Begeisterung für ihre Arbeit.

Quelle: WFB/Ginter

Bremens Wissenschaft ist exzellent! Und daran haben natürlich die vielen schlauen Köpfe, die sich in den Laboren und den Hörsälen tummeln, erheblichen Anteil. Wer steckt hinter dem Erfolg der Bremer Wissenschaft? In unserer Porträt-Reihe Wissenschaft persönlich stellen sich WissenschaftlerInnen regelmäßig unseren Fragen  und verraten, was sie an ihrer Arbeit lieben und warum der Standort Bremen für sie genau der Richtige ist.

Im April 2019 stand uns Prof. Dr. Kirsten Tracht Rede und Antwort. Wie die persönliche Erfolgsformel der Professorin für Prozessgerechte Technologiegestaltung und Institutsleiterin am Bremer Institut für Strukturmechanik und Produktionsanlagen (bime) aussieht und warum sie die Bremer Wissenschaftsszene mit einer Elefantenherde vergleicht, erfahrt ihr im Interview.
 

  • Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Wissenschaftlerin geworden wären?
    Als Leseratte hätte ich heute vielleicht eine Buchhandlung. Begeisterung für die vielen verschiedenen Themen zu wecken, ist meinem heutigen Beruf erstaunlich nah.
     
  • Wann finden Sie Ihren Job klasse? Welche Momente sorgen für Begeisterung?
    Wenn bei Studierenden, Wissenschaftlern oder Anwendern die Augen leuchten, weil wir etwas Neues, Spannendes, Überraschendes erfahren haben. Und natürlich, wenn sich Studierende Jahre später melden und sich für für die fachlichen und menschlichen Lehren aus der Uni, die ihnen wirklich geholfen haben, bedanken.
     
  • Stellen Sie sich vor, Sie hätten auf dem Freimarkt einen Stand und müssten nun den Besuchern erklären, an was Sie gerade arbeiten – wie sähe Ihr Stand aus?
    Mein Team und ich würden einen Mitmach-Stand aufbauen. In einem Projekt erforschen wir aktuell, wie Menschen mithilfe vorhandener Informationen, virtueller und augmentierter Welten ihre Erfahrungen intuitiv in die Planung von Montageaufgaben mit Robotern einbringen können. Die Coolness eines Eintauchens in einen virtuellen Arbeitsplatz und die Freiheit der Interaktion mit kollaborativen Robotern ist ein tolles Erlebnis und füllt die Diskussionen über Industrie 4.0 auch für Laien mit Leben.
     
  • Welche gesellschaftliche Bedeutung hat Ihre Arbeit und worin besteht der Nutzen?
    Die produzierende Industrie ist Basis unseres Wohlstands. Um weiterhin in der Welt vorne mitspielen zu dürfen, müssen wir stetig neue Erkenntnisse und Entdeckungen aufgreifen. Aktuell ist eine wichtige Frage, wie sich Produkte und Produktion durch Informationstechnik (I4.0, maschinelles Lernen) verändern und verbessern lassen – und wie wir diese Möglichkeiten für den Menschen an seinem Arbeitsplatz und für die Gestaltung der beruflichen und universitären Ausbildung sinnvoll nutzen können.
     
  • Was schätzen Sie am Land Bremen als Wissenschaftsstandort? Was hält Sie hier?
    Die kurzen Wege und die Offenheit der Kollegen für gemeinsame Forschung sind etwas Besonderes, national und international!
     
  • Wenn Sie die Wissenschaftsszene im Land Bremen mit einem Tier vergleichen sollten, welches würden Sie wählen und warum?
    Ich vergleiche uns gerne mit einer Herde von Elefanten, die beharrlich ihr Ziel verfolgen, nicht leicht aus der Ruhe zu bringen sind, kooperativ agieren und, wenn es wichtig wird, eng zusammenstehen.
     
  • Haben Sie eine persönliche Erfolgsformel?
    Sich selbst nicht zu ernst nehmen, sich über kleine Dinge freuen und die eigenen Ideale nicht vergessen.
     
  • Wobei oder wodurch wird Ihr Kopf wieder frei?
    Familie, Freunde, Bücher, Musik – in dieser Reihenfolge.
     
  • Der/Die nächste Nachwuchswissenschaftler/in zieht nach Bremen. Was würden Sie ihm/ihr raten, wo er/sie wohnen und abends weggehen soll?
    Ich würde nichts raten, sondern den Kontakt zu den jungen Wissenschaftlern am Institut herstellen. Deren Erfahrungen sind sicherlich hilfreicher.
     
  • Wenn Sie einen Tag lang Ihr Leben mit einer/m Bremer/in oder Bremerhavener/in tauschen könnten, wessen Leben würden Sie wählen?
    Einmal im Leben einen Tag Bonbons in der Bremer Bonbon Manufaktur in der Böttcherstraße herstellen und die glücklichen Gesichter der Kunden sehen.
Eine Frau im Treppenhaus

Prof. Dr. Kirsten Tracht

Quelle: WFB/Ginter

Steckbrief: Prof. Dr. Kirsten Tracht

Fachbereich / Forschungsfeld
Produktionstechnik

 

Aktuelle Position / Funktion
Professorin für Prozessgerechte Technologiegestaltung und Institutsleiterin am Bremer Institut für Strukturmechanik und Produktionsanlagen

 

Familienstand
verheiratet, drei Kinder

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