Sitzendes Publikum betrachtet das vor einer weißen Wand spielende Michael Haupt Quintett, bestehend aus Schlagzeuger, Gitarrist, Bassist, Gitarrist und Schlagzeuger.

Musik um 6 - eine musikalische Erkundungstour rund um den Mond

Am Dienstag, den 6. Februar, bot das Haus der Wissenschaft das erste Schmankerl für musikliebhabende Weltraumfreunde an:

 

Das Michael Haupt Quintett besteht aus Studierenden der Hochschule für Künste und entführt an dem Abend 40 Musikliebhaber und -liebhaberinnen mit zwei Schlagzeugern, zwei Gitarristen, dem namensgebenden Bassisten und einer Menge elektronischer Effekte in die Weiten des Weltalls.

 

Die Basis für die musikalische Erkundungstour rund um den Mond: der Jazz. Mal quirlig-chaotisch, mal durchsetzt von träumerischen, psychedelischen Soundscapes, mal klassisch-rockend, aber durchweg begeisternd. Von Senioren über junge Paare bis hin zu Eltern mit ihren jugendlichen Kindern - der Saal ist gut gefüllt.
 

Musik in galaktischer Atmosphäre

Eine erwartungsvolle Stille breitet sich im Saal aus, als Michael Haupt beginnt seinem Bass die ersten Töne zu entlocken. Langsam kommen seichte Perkussion-Töne hinzu, die Gitarristen sind tief über ihre Effektpedale gebeugt und fügen Schicht um Schicht sphärische Sounds hinzu.


Die Atmosphäre verdichtet sich zusehends, sodass man sich kaum traut, Notizen zu machen, weil allein das kaum vernehmbare Kratzen von Kugelschreibermine auf Papier wie ein Störfaktor wirkt. 


Das Wechselspiel aus laut und leise ist dynamisch: Immer wieder bricht die Band aus, es wird laut, schwelgerische Melodien tönen aus den Verstärkern. Ein Sound, der fasziniert. Auch rockige, fröhlichere Klänge und schwingende Grooves werden ausgepackt, die das dichte Soundmaterial noch einmal auflockern. Pausen oder Ansagen gibt es keine, nahtlos reiht sich ein Part an den anderen.
 

Das Publikum ist begeistert

Nach 40 Minuten ist der wilde, musikalische Ritt vorbei, die Musiker verbeugen sich, ernten lauten Applaus und begeisterte Pfiffe.


Die Besucher sind begeistert. "Das Konzert hat uns sehr gut gefallen", berichtet ein Paar am Ende der Veranstaltung.  "Ich muss gestehen, dass ich vorher nicht wusste, dass dieses Konzert einen Bezug zum Raumfahrtjahr hatte", fügt die Dame hinzu. "Ich fand es aber sehr gelungen."  Ihr Mann stimmt ihr zu und lacht: "Früher bei Jimi Hendrix oder Janis Joplin hat man sich auch gefragt, was die da machen. Man muss auch einfach mal experimentieren!"


"Wir werden noch weitere Vorstellungen hier besuchen, seien es Konzerte oder Vorträge", wirft die Frau einen Blick in die Zukunft.  "Vorträge besuchen wir hier sowieso gern, nicht nur wegen des Raumfahrtjahres. Wir waren schon vor einigen Tagen da, als Dr. Marco Scharringhausen vom DLR einen Vortrag bei 'Wissen um 11' gehalten hat. Wir sind keine Spezialisten auf diesem Gebiet, aber das Thema wurde uns hervorragend nahegebracht."
 

Mit viel Hall durch das Paralleluniversum

Nach der beeindruckenden Darbietung geben Bassist Michael Haupt und Gitarrist Max Meyer Auskunft über die Show und ihre Band.

 

Wie wurde das Songmaterial für den heutigen Abend ausgewählt? Wie viel war improvisiert?
Michael Haupt: "98 Prozent waren improvisiert. Wir haben uns vorher zwei Stücke überlegt, die aus der Jazz-Tradition kommen. 'Moon River' und 'Sailor by Starlight'. Und auch ein Lied von den Red Hot Chili Peppers war dabei – 'Parallel Universe'. Wir dachten, wir nehmen Stücke, die mit dem Titel etwas zu tun haben. Das war der einzige Aufhänger und dann haben wir einfach improvisiert."

 

Was sind Ihre ersten Assoziationen, wenn Sie an Musik in Verbindung mit Raumfahrt denken?
Michael Haupt: "E-Gitarren mit Effekten. Auf jeden Fall mit viel Hall und Out-of-Space-Klängen."
Max Meyer: "Und natürlich Synthesizer-Flächen."

 

Wie kam die Gruppe zusammen?
Max Meyer: "Wir haben in dieser Fünfer-Konstellation vorher noch gar nicht gespielt. Michael hatte die Idee, dass  wir bei dieser Veranstaltung spielen, weil das eine tolle Gelegenheit ist, einfach mal etwas Neues auszuprobieren - vor allen Dingen in dieser relativ ungewöhnlichen Besetzung mit zwei Schlagzeugen und zwei Gitarren. Wir sind alle aus einem Freundeskreis und kennen uns teilweise aus dem Studium. Es war eine schöne Gelegenheit, das in dieser Besetzung auszuprobieren!"


Michael Haupt: "Es ist eine besonders schöne Gelegenheit, weil die Kooperation der Hochschule für Künste mit dem Haus der Wissenschaft super ist. Man hat einen ganz amtlichen Saal. Amtlich im Sinne von: Man hat nicht das Gefühl, in einer Kneipe, in der der Putz von der Decke fällt, zu spielen. Stattdessen ist es akustisch total gut gemacht; man wird betreut und es gibt einen Programmtext. Dazu gibt es ein Stammpublikum, welches an Musik breit interessiert ist. Ich habe es hier immer so erlebt, dass das Publikum offen ist und sagt: Es gibt hier umsonst einstündige Konzerte von Studierenden, lasst uns die Möglichkeit nutzen und schauen, was gerade so passiert. Auch von den Rahmenbedingungen her ist es eine super Möglichkeit, für eine Band, es auszuprobieren.“

Eine Gruppe junger Männer steht vor einer weißen Wand und guckt in die Kamera.

Das Michael Haupt Quintett

Quelle: WFB

Raumfahrt hörbar machen

Das Konzept, das musikalische Programm im Haus der Wissenschaft mit dem Raumfahrtjahr zu verbinden, ist aufgegangen. Maria Santos, verantwortlich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Haus der Wissenschaft, ist vollauf zufrieden: 


"Raumfahrt ist ein wichtiger Standortfaktor für das Land Bremen. Durch die Beteiligung unterschiedlicher Akteure und Einrichtungen am Veranstaltungsprogramm im Haus der Wissenschaft können wir das umfangreiche Spektrum der Forschung in die Mitte der Stadt bringen. Mit unserer hauseigenen Reihe 'Musik um 6' das Thema Raumfahrt hörbar zu machen, das war eine Idee, die uns alle sofort begeistert hat. Möglich ist das durch unsere enge Zusammenarbeit mit der Hochschule für Künste, deren Studierende hier einmal monatlich tolle Konzerte bestreiten."

 

Nächsten Monat heißt es am 06.03. wieder: 'Musik um 6' - mit dem Thema Jazz.

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