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Das war der Bremer Karneval im Raumfahrtjahr

Was war das für ein kunterbuntes Treiben! An zwei Tagen verwandelte sich Bremen in die europäische Hochburg des Samba-Karnevals.

 

Mehrere Zehntausend Besucherinnen und Besucher wollten sich das Lichtertreiben am Freitag und den großen Umzug am Samstag mit der Eröffnungsinzenierung auf dem Marktplatz nicht entgehen lassen. Passend zum Raumfahrtjahr Bremen liefen rund 100 Samba-, Masken- und Stelzengruppen mit 1.600 Aktiven aus Deutschland und dem Ausland zum Motto "Verschollen im Weltall" durch die Straßen Bremens. Allein 32 Gruppen mit circa 520 Teilnehmern kamen aus Bremen und umzu. Und auch einige der aufwändigsten Kostüme des Samba-Karnevals haben ihren Ursprung in Bremen. Hier entwickelt und geschneidert wurde übrigens auch das Astronautenkostüm des Raumfahrtjahres. Die Bremer Kreativen von Stelzen-Art haben es im Auftrag der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH mit viel Liebe zum Detail in ihrer Werkstatt im Bremer Theaterkontor hergestellt.

Quelle: WFB

Das große Lichtertreiben im Milchquartier

Neun Gruppen, darunter mehrere beeindruckende Inszenierungen mit Stelzenläufern, beeindruckten beim freitäglichen Lichtertreiben durch das Milchquartier mit Perfomances, die Besucherinnen und Besucher zu spontanem Applaus und Jubelrufen veranlassten! Eine märchenhafte, poetische Welt der leisen Klänge und leuchtenden Phantasiefiguren eröffnete damit den 33. Bremer Karneval und lud die zahlreichen Zuschauer, die trotz der Februar-Kälte, zwei Stunden draußen ausharrten zum Staunen und Verweilen ein.

Quelle: WFB

MARS & VENUS

Die neueste Kreation von Stelzen-Art verhieß Spektakuläres. Nichts Minderes als das Weltall wurde in den zwei neuen Großfiguren vereint. MARS & VENUS, als archetypisches Symbol des Männlichen und Weiblichen wurden mit Licht, Farben, Projektion und Musik zum Leben erweckt. Für dieses Projekt haben sich die zwei Stelzen-Art Künstler Janine Jaeggi und Martin Sasse, den Videokünstler Julian Hölscher und den Sounddesigner Thomas Friedrich Werner, beide freie Mitarbeiter bei Urbanscreen, mit ins Weltraumschiff geholt. Dank der Unterstützung der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH wandelten die leuchtenden Figuren so durch die mystischen Straßen des Milchquartiers als kleine Vorboten zum International Astronautical Congress, dem IAC 2018.

Quelle: WFB

Backstage beim Lichtertreiben 2018

Als Raumfahrtexperte unter den Karnevalisten

Mitten im Backstage-Gewusel kommen wir mit Frank S. aus Bremen ins Gespräch, der sich schon immer für den Bremer Karneval begeistern konnte. Damals noch als Zuschauer mit seiner Frau und den drei kleinen Kindern am Straßenrand, mittlerweile als leidenschaftlicher Karnevalist und Stelzenläufer selbst dabei.

 

Über das diesjährige Motto "Verschollen im Weltall" hat er sich ganz besonders gefreut. Denn 19 Jahre lang war er bei Astrium in Bremen in der Entwicklung tätig, in der er sich mit seinen Kolleginnen und Kollegen um die Raumfahrt-Hardware gekümmert hat. Seit kurzem erst im Ruhestand erzählt er mit breitem Lächeln und Begeisterung in der Stimme von seiner Arbeit in der Bremer Raumfahrt. Über einen Freund kam er dazu. Geliebäugelt hatte er schon immer mit der Branche, dann hat es mit dem Wechsel geklappt. Nach insgesamt 42 Berufsjahren schaut er dem Rentnerdasein jetzt mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen: "Der Rhythmus ist weg. Stand man jahrelang früh auf und ging zur Arbeit, wo man ja auch sein soziales Umfeld hatte, ist das jetzt weg. Da muss man sich neue Aufgaben suchen - aber das fällt mir nicht schwer mit meiner Leidenschaft zum Karneval. Hier habe ich sehr viel um die Ohren! Seitdem ich in Rente bin, hatte ich keinen Tag Ruhe. Wir von Stelzen-Art waren jeden Tag und auch in den Nächten mit dem Bau der neuen Kostüme für den diesjährigen Bremer Karneval beschäftigt. Mit MARS & VENUS haben wir jetzt speziell für das Motto 'Verschollen im Weltall' zwei neue Kostüme entworfen."

 

Das Lichtertreiben sei für ihn mit die schönste Veranstaltung im gesamten Bremer Karneval, weil es so poetisch und ruhig ist. Nur das Motto "Verschollen im Weltall" löste bei ihm erstmal etwas Stirnrunzeln aus: "Wir Raumfahrt-Akteure mögen es ja nicht so gerne, wenn etwas verschollen geht im Weltraum", erzählt er lachend. Er freut sich auf viele weitere Jahre im Karneval und auf seine Rückkehr zu Airbus. Denn den Start des Servicemoduls ORION, das Airbus für die NASA baut, wird er sich mit seinen ehemaligen Kollegen auf jeden Fall in der hauseigenen Kantine live angucken. "Ich bin jetzt Rentner und bin durch mit dem Arbeitsleben, aber die Raumfahrt ist und bleibt ein faszinierendes Thema!"

Der Karnevalsumzug im Lichte der Raumfahrt

Es begann mit dem Höhepunkt der Mottopräsentation auf dem Marktplatz: Die Eröffnungsinszenierung stand im Raumfahrtjahr Bremen und unter dem Motto "Verschollen im Weltall" im Zeichen einer Geschichte, in der es um verloren gegangene Wünsche, Hoffnungen und Vorsätze ging. Auf der Suche begegneten sich die unterschiedlichsten Kreaturen in den ungewöhnlichsten Situationen und einmal quer durch das Weltall auf verschiedenen Planeten. Eine Inszenierung, die dank der beteiligten Sambistas, Tänzer, Stelzenläufer, Maskenspieler und der großartigen Vorstellung der jungen Artisten von "Jokes die Circusschule" dem Umzug einen fulminanten Start verpassten.


Danach ging es dann tanzend und trommelnd Richtung Viertel. Angeführt wurde der Umzug von den beiden Stelzenläufern, die die Planeten MARS & VENUS, symbolisch also den Krieg und die Liebe verkörperten.

 

Quelle: WFB

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