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Wissenschaft persönlich: Prof. Dr. Frank Kirchner

Prof. Dr. Frank Kirchner
Prof. Dr. Dr. h.c. Frank Kirchner ist Professor der Informatik an der Universität Bremen sowie Geschäftsführender Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) Bremen.

Quelle: WFB/Ginter

Bremens Wissenschaft ist exzellent! Und daran haben natürlich die vielen schlauen Köpfe, die sich in den Laboren und den Hörsälen tummeln, erheblichen Anteil. Wer steckt hinter dem Erfolg der Bremer Wissenschaft? In unserer Porträt-Reihe Wissenschaft persönlich stellen sich WissenschaftlerInnen regelmäßig unseren Fragen  und verraten, was sie an ihrer Arbeit lieben und warum der Standort Bremen für sie genau der Richtige ist.

Im April 2020 stand uns Prof. Dr. Dr. h.c. Frank Kirchner Rede und Antwort, Professor der Informatik an der Universität Bremen sowie Geschäftsführender Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) Bremen. Was der Experte für Künstliche Intelligenz (KI) am Wissenschaftsstandort Bremen schätzt und warum er ihn mit einem Elefanten vergleicht, welchen Nutzen seine Arbeit hat und welche Herausforderungen sie mitbringt, erfahrt ihr hier im Interview!
 

  • Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Wissenschaftler geworden wären?
    Musiker. Ich bin tatsächlich über die Musik auf die KI gekommen.
     
  • Wann finden Sie Ihren Job klasse? Welche Momente sorgen für Begeisterung?
    Wenn ich junge Absolventen sehe, die unsere Uni als Bachelor, Master oder Promovierte verlassen.
     
  • Stellen Sie sich vor, Sie hätten auf dem Freimarkt einen Stand und müssten nun den Besuchern erklären, an was Sie gerade arbeiten – wie sähe Ihr Stand aus?
    Ich würde einen unserer Roboter mitnehmen und den Besuchern daran erklären, wie weit weg wir noch von super intelligenten Maschinen sind, die den Menschen dominieren.
     
  • Welche gesellschaftliche Bedeutung hat Ihre Arbeit und worin besteht der Nutzen?
    KI kann in fast allen Lebens- und Arbeitsbereichen unglaublich viel Gutes leisten. Es hängt nur davon ab, wie wir es nutzen. Mein Beispiel, an dem wir im Institut auch intensiv arbeiten, sind intelligente Exo-Skelette, die Menschen nach Schlaganfällen bei der Therapie unterstützen.
     
  • Wann sprechen Sie bei Ihrer Arbeit von Fortschritt? Oder anders gefragt: Womit retten Sie die Welt?
    Zum Beispiel bauen wir intelligente Unterwasserroboter, die dafür sorgen, dass bei der massiven Produktion von Energie auf dem Meer durch Offshore-Windkraft nichts schiefgeht und wir den genauen Zustand der Anlagen kennen – ohne dafür menschliche Taucher in Gefahr bringen zu müssen.
     
  • Verraten sie uns Ihr liebstes Arbeitsinstrument oder Ihre wichtigste Forschungsmethode?
    Das Experiment. Ich verstehe mich ja als Naturwissenschaftler – deshalb sind experimentelle Überprüfungen und besonders Feldtests meine bevorzugte Methode des Messens von Erfolg oder Misserfolg.
     
  • Wann und warum führte Sie Ihr Weg nach Bremen? Und woher kamen Sie?
    Ich hatte meine erste Professur in Boston, wo ich 5 Jahre tätig war, bevor die Entscheidung anstand, nun die Lebenszeit-Stelle in Boston anzunehmen oder nicht. Ich hatte mich damals in Deutschland umgeschaut und Bremen hatte ein tolles Angebot.
     
  • Was schätzen Sie am Land Bremen als Wissenschaftsstandort? Was hält Sie hier?
    Bremen ist überschaubar und sehr gut darin, auf die richtigen Dinge zu setzen. Wenn man sich hier reinhängt, dann findet man immer Leute in der Uni, der Wirtschaft und auch der Politik, die einen unterstützen. Dann kommt es nur noch auf einen selbst an.
     
  • Fehlt Ihnen etwas?
    Bremen braucht mehr Geld ... Wir haben eine Menge gute Leute und Ideen, leider haben wir hier nicht immer die Mittel, das alles selbst zu pushen.
     
  • Die Wege in Bremen und Bremerhaven sind bekanntlich kurz. Wie bewegen Sie sich durch die Stadt?
    Zu Fuß am liebsten. Als ich ganz neu in Bremen war, bin ich zu jedem Behörden-Termin von der Uni in die Stadt durch den Bürgerpark gelaufen
    ... Leider habe ich heute keine Zeit mehr dafür ...
     
  • Wenn Sie die Wissenschaftsszene im Land Bremen mit einem Tier vergleichen sollten, welches würden Sie wählen und warum?
    Elefant: intelligent, beständig und vergisst nie.
     
  • Was war die größte Herausforderung Ihrer wissenschaftlichen/beruflichen Laufbahn, die Sie zu meistern hatten?
    Meinen sechsbeinigen Laufroboter, den ich im Rahmen meiner Dissertation gebaut hatte, über einen Hierarchischen Ansatz des Reinforcement Lernen zum Laufen zu bringen.
     
  • Welche stehen Ihnen noch bevor?
    Auszuhalten, dass ich mehr Ideen für Forschung und Entwicklung habe als Mittel diese umzusetzen.
     
  • Haben Sie eine persönliche Erfolgsformel?
    Dranbleiben ... und nie aufgeben.
     
  • Aus welchem Scheitern haben Sie am meisten gelernt?
    Meine diversen Versuche, die ziemlich komplizierte Materie der Künstlichen Intelligenz und der Robotik verständlich rüberzubringen. Das hat mich gelehrt, die Dinge so einfach und klar wie möglich zu formulieren. Ich stellte fest, dass immer da, wo mir das nicht gelang, ich eigentlich selbst noch nicht genug wusste.
     
  • Wobei oder wodurch wird Ihr Kopf wieder frei?
    Bei der Arbeit in meinem Garten.
     
  • Der/Die nächste Nachwuchswissenschaftler/in zieht nach Bremen. Was würden Sie ihm/ihr raten, wo er/sie wohnen und abends weggehen soll?
    Da bin ich der Falsche. Ich kenne praktisch keine Kneipe außerhalb des Technologieparks – und da gibt es bekanntlich nicht so viele ... – ich finde dazu keine Zeit.
     
  • Mit wem würden Sie ihn/sie hier in Bremen oder Bremerhaven bekannt machen wollen?
    Henning Scherf.
     
  • Wenn Sie einen Tag lang Ihr Leben mit einer/m Bremer/in oder Bremerhavener/in tauschen könnten, wessen Leben würden Sie wählen?
    Keines. Ich möchte mein Leben nicht tauschen – es ist wunderbar.
Prof. Dr. Frank Kirchner

Quelle: WFB/Ginter

Prof. Dr. Frank Kirchner

Geburtsjahr
1963

Fachbereich / Forschungsfeld
Fachbereich 3 – Mathematik und Informatik, AG Robotik

Aktuelle Position / Funktion
Professor der Informatik an der Universität Bremen sowie Geschäftsführender Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) Bremen.

Familienstand
verheiratet

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