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Wissenschaft persönlich: Dr. Doris Sövegjarto-Wigbers

Eine Frau auf einer Dachterrasse
Dr. Doris Sövegjarto-Wigbers ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Zentrum für Umweltforschung und Nachhaltige Technologien an der Universität Bremen. Sie koordiniert das Umweltmanagementsystem der Universität und ist zudem Leiterin des Gro-Harlem-Brundtland-Labors.

Quelle: WFB/Ginter

Bremens Wissenschaft ist exzellent! Und daran haben natürlich die vielen schlauen Köpfe, die sich in den Laboren und den Hörsälen tummeln, erheblichen Anteil. Wer steckt hinter dem Erfolg der Bremer Wissenschaft? In unserer Porträt-Reihe Wissenschaft persönlich stellen sich WissenschaftlerInnen regelmäßig unseren Fragen  und verraten, was sie an ihrer Arbeit lieben und warum der Standort Bremen für sie genau der Richtige ist.

Im Mai 2020 stand uns Dr. Doris Sövegjarto-Wigbers von der Universität Bremen Rede und Antwort. Was die Expertin für Umweltmanagement am Wissenschaftsstandort Bremen schätzt, warum sie ihn mit einem Vogel vergleicht und welche Momente bisher für Begeisterung bei ihr gesorgt haben, erfahrt ihr hier im Interview!
 

  • Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Wissenschaftler geworden wären?
    Seit meinem 15. Lebensjahr habe ich mich für Umwelt- und Klimaschutz eingesetzt. Ich fand immer, dass dies die dringendste Aufgabe unserer Gesellschaft war und ist. Ich wäre irgendetwas in diesem Bereich geworden. Vielleicht Umweltaktivistin, aber dafür war ich wahrscheinlich zu schüchtern.
     
  • Wann finden Sie Ihren Job klasse? Welche Momente sorgen für Begeisterung?
    Die Gründung der Solargenossenschaft an der Universität Bremen war ein Highlight in meiner Berufslaufbahn, aber auch als wir einen Preis für unser betriebliches Mobilitätsmanagement an der Universität (2010) gewonnen hatten oder als ich den Bremischen Klimaschutzpreis (2014) bekommen hatte.
     
  • Stellen Sie sich vor, Sie hätten auf dem Freimarkt einen Stand und müssten nun den Besuchern erklären, an was Sie gerade arbeiten – wie sähe Ihr Stand aus?
    Ich würde mit den Besuchern ein kleines Experiment zur Ozeanversauerung machen und Ihnen zeigen, wie interessant Chemie sein kann und in kleinen Gesprächen die Auswirkungen unseres Handelns auf die Umwelt diskutieren.
     
  • Welche gesellschaftliche Bedeutung hat Ihre Arbeit und worin besteht der Nutzen?
    Seit Beginn meiner Berufstätigkeit steht der Umweltschutz im Zentrum. Ich möchte meiner Umgebung immer wieder deutlich machen wie wichtig Umwelt- und Klimaschutz für unsere Gesellschaft ist.
     
  • Wann sprechen Sie bei Ihrer Arbeit von Fortschritt? Oder anders gefragt: Womit retten Sie die Welt?
    Ich alleine kann die Welt nicht retten. Aber ich hoffe, einen kleinen Beitrag zu leisten, um die Menschheit in die Lage zu versetzen, sich selbst zu retten. Ich versuche durch meine Tätigkeit als Umweltkoordinatorin und Klimaschutzmanagerin an der Universität zu zeigen, dass Umwelt- und Klimaschutz wichtig sind.
     
  • Verraten sie uns Ihr liebstes Arbeitsinstrument oder Ihre wichtigste Forschungsmethode?
    Mein wichtigstes Arbeitsinstrument sind die Gespräche mit den Kolleginnen und Kollegen.
     
  • Wann und warum führte Sie Ihr Weg nach Bremen? Und woher kamen Sie?
    Ich bin im Rheinland (Neuss) groß geworden und habe in Düsseldorf mit meinem Studium der Chemie begonnen. Im Hauptstudium bin ich dann nach Bremen gewechselt. Das Studienangebot und die Inhalte (viel Umweltschutz) haben mich nach Bremen gelockt.
     
  • Was schätzen Sie am Land Bremen als Wissenschaftsstandort? Was hält Sie hier?
    Das Arbeiten an der Universität Bremen im Umweltschutz und in einem kleinen Bundesland bietet viele Möglichkeiten und bietet auch Raum die eigene Kreativität zu entwickeln. Hier konnte ich viele Ideen umsetzen und hatte auch immer gleich Mitstreiter*innen auf meiner Seite.
     
  • Fehlt Ihnen etwas?
    Ich wohne sehr gerne in Bremen und eigentlich fehlt es mir an nichts. Die Fahrradwege könnten noch besser ausgebaut werden.
     
  • Die Wege in Bremen und Bremerhaven sind bekanntlich kurz. Wie bewegen Sie sich durch die Stadt?
    Ich bin in der Regel fast ausschließlich mit dem Fahrrad unterwegs. Hier sind die Wege nicht allzu lang und gegen das Wetter kann mach sich mit einem Regencape schützen.
     
  • Wenn Sie die Wissenschaftsszene im Land Bremen mit einem Tier vergleichen sollten, welches würden Sie wählen und warum?
    Eigentlich ist Gelassenheit, Geduld und Umsetzungskraft das wichtigste. Vielleicht auch noch der Sinn nach Gemeinschaft. Vielleicht passt da irgendein Vogel? Ich kenne mich da nicht so aus.
     
  • Was war die größte Herausforderung Ihrer wissenschaftlichen/beruflichen Laufbahn, die Sie zu meistern hatten?
    Die größte Herausforderung war sicherlich Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Zum Glück gab es immer gleichgesinnte, mit denen man die vielfältigen organisatorischen Aufgaben bewältigen konnte.
     
  • Welche stehen Ihnen noch bevor?
    Als Herausforderung finde ich es augenblicklich Klimaschutz in betrieblichen Ablauf unter Einbeziehung aller Nutzer der Universität umzusetzen.
     
  • Haben Sie eine persönliche Erfolgsformel?
    Wichtig finde ich, dass man an seinen Zielen festhält und immer kontakt zu gleichgesinnten sucht. Gemeinsam lässt sich einiges besser erreichen!
     
  • Aus welchem Scheitern haben Sie am meisten gelernt?
    Kleine Rückschläge gibt es immer. Da kann ich eigentlich nichts hervorheben. Diese Rückschläge motivieren mich aber doch immer wieder meine Ziele zu verfolgen.
     
  • Wobei oder wodurch wird Ihr Kopf wieder frei?
    Wenn ich mit meinem Mann im Bürgerpark spazieren gehe.
     
  • Der/Die nächste Nachwuchswissenschaftler/in zieht nach Bremen. Was würden Sie ihm/ihr raten, wo er/sie wohnen und abends weggehen soll?
    Ich selber wohne in Findorff. Dieser Stadtteil gefällt mir am besten. Hier kann man sich zurückziehen, wenn man möchte oder sich auch schnell treffen. Verkehrstechnisch liegt es günstig und im Grünen (Bürgerpark, Blockland) ist man auch ganz schnell. Und dann hat man den Findorffmarkt auf dem man herrlich einkaufen und Nachbarn treffen kann!
     
  • Mit wem würden Sie ihn/sie hier in Bremen oder Bremerhaven bekannt machen wollen?
    Ich würde die Person mit in mein Arbeitsumfeld nehmen. Hier sind so viele nette und interessante Persönlichkeiten, mit denen es Spaß macht zu arbeiten, zu klönen oder sonstige Aktivitäten umzusetzen.
     
  • Wenn Sie einen Tag lang Ihr Leben mit einer/m Bremer/in oder Bremerhavener/in tauschen könnten, wessen Leben würden Sie wählen?
    Ich fühle mich in meinem Leben in dieser schönen Stadt sehr wohl und kann mir gar nicht vorstellen mit irgendjemanden zu tauschen.
Eine Frau vor einem blühenden Baum

Quelle: WFB/Ginter

Dr. Doris Sövegjarto-Wigbers

Geburtsjahr
1958

Fachbereich / Forschungsfeld
Umweltschutz, Klimaschutz, Nachhaltige Entwicklung (Gro-Harlem-Brundtland-Labor)

Aktuelle Position / Funktion
Umweltkoordinatorin an der Universität Bremen, Klimaschutzmanagerin, Leiterin des Gro-Harlem-Brundtland-Labors

Aktuelle Tätigkeit / aktuelles Forschungsprojekt
Koordinierung des Umweltmanagementsystem, Einführung von Klimaschutzmanagement, Geschäftsführerin des Nachhaltigkeitsforums, Leiterin des Gro-Harlem-Brundtland-Labors

Familienstand
verheiratet, 2 Kinder

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