Ein Baby auf dem Arm der Mutter (Quelle: fotolia / Photographee.eu)

Überbrückungslösung beim Elterngeld

Für Eltern, die durch die Bearbeitungsdauer beim Elterngeld in finanzielle Schwierigkeiten geraten, gibt es jetzt eine Überbrückungslösung: Die Bremer Aufbau-Bank GmbH (BAB) hilft in diesen Fällen mit einem zinslosen Überbrückungsdarlehen aus.

Sozial- und Wirtschaftsressort haben sich mit der Bremer Aufbau-Bank auf ein Überbrückungsdarlehen für Bremer Eltern verständigt. Eltern haben damit die Möglichkeit, den finanziellen Engpass, der ihnen durch die derzeitigen Verzögerungen bei der Elterngeld-Bewilligung entstehen, auszugleichen.
 

Wie und wo kann das Überbrückungsdarlehen beantragt werden?

Die Eltern müssen sich in der Elterngeldstelle zunächst die überschlägig berechnete Höhe und die voraussichtliche Dauer bis zum regulären Bezug von Elterngeld bescheinigen lassen. Das ist frühestens vier Wochen nach Eingang der vollständigen Elterngeld-Antragsunterlagen möglich. Auf Wunsch vereinbart die Elterngeldstelle bei diesem Gespräch einen Termin bei der Bremer Aufbau-Bank (BAB) im Kontorhaus am Markt. 

Bei der BAB werden ein Darlehensvertrag und eine Abtretungserklärung unterschrieben, damit das Darlehen direkt mit den Elterngeldzahlungen verrechnet werden kann. Das Darlehen beläuft sich auf 90 Prozent des voraussichtlichen Elterngeldbetrages für die von der Elterngeldstelle bescheinigte Dauer. "Damit ist sichergestellt, dass das Darlehen die Auszahlungssumme nicht übersteigt", sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann. Verbleibende Restbeträge würden dann auf dem regulären Weg ausgezahlt, sobald der Elterngeld-Antrag bearbeitet sei.
 

Beantragung des Elterngeldes auch ohne Geburtsurkunde möglich

Eine Geburtsurkunde ist übrigens für den Elterngeld-Antrag nicht zwingend erforderlich. Die Behörde akzeptiert laut Senatorin Stahmann zunächst auch jeden anderen Nachweis über die Geburt des Kindes, etwa eine Bescheinigung der Geburtsklinik, der Hebamme oder der Krankenkasse. Die Geburtsurkunde muss allerdings innerhalb einer Frist von sechs Monaten nachgereicht werden. Erforderlich ist dazu die Urkunde mit dem Aufdruck "nur für Elterngeld" im Original, nicht als Kopie. Nur so lässt sich sicherzustellen, dass für dasselbe Kind nicht an zwei Stellen Elterngeld gezahlt wird.
 

Mehr Personal für die Elterngeldstelle

Die Bearbeitungsdauer für das Elterngeld ist derzeit sechs bis acht Wochen länger als vorgesehen. Ziel ist die Bearbeitung der Anträge innerhalb von vier Wochen. Senatorin Stahmann begründet die Verzögerungen unter anderem mit den komplizierteren Regelungen durch das neue Elterngeld Plus und der Tatsache, dass zunehmend beide Eltern vom Elterngeld Gebrauch machten. "Das erhöhte einerseits den Beratungsaufwand, andererseits die Zahl der Anträge." Die Senatorin geht davon aus, dass beide Faktoren sich in Zukunft noch verstärken: "Darum stocken wir das Personal in der Elterngeldstelle dauerhaft um vier volle Stellen auf."

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