Traditioneller Bremer Klaben.

Die Bremer Küche

Deftig, schmackhaft und nichts für Vegetarier - so lässt sich die traditionelle Bremer Küche wohl mit wenigen Worten umschreiben. Lernt hier einige der für die Region typischen Gerichte kennen.

Kohl und Pinkel

Das wohl bekannteste Bremer Gericht ist "Kohl und Pinkel" - deftiger Grünkohl (hierzulande Braunkohl genannt), der mit Kasseler, Bauchspeck und eben Pinkel gereicht wird. Hinter der zugegebenermaßen etwas wunderlich heißenden "Pinkel" verbirgt sich eine herzhafte Grützwurst, die aus Bremer Sicht bei keinem Kohlessen fehlen darf. "Kohl und Pinkel" kommen üblicherweise in den kalten Wintermonaten nach dem ersten Frost auf den Tisch. Dies nehmen die Bremerinnen und Bremer dann gerne zum Anlass, dem Essen eine ausgedehnte Kohlfahrt voran zu stellen. Dabei ziehen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgerüstet mit einem Bollerwagen und dem ein oder anderen Schnäpschen durch die Bremer Lande, spielen Spiele, klönen und freuen sich auf ein genussvolles Kohlessen, das am Ziel wartet.

Ein angerichteter Teller mit Grünkohl, Kassler, Kartoffeln und Pinkel.

Quelle: Katharina Bünn

Labskaus

Wie überall im hohen Norden zählt Labskaus auch in Bremen zu den traditionellen Speisen. Wenngleich das Gericht, das zum größten Teil aus Kartoffeln, Pökelfleisch und Roter Bete besteht, zumeist nicht besonders attraktiv auf dem Teller anmutet, darf es in keinem gutbürgerlichen Restaurant auf der Speisekarte fehlen. Gereicht wird Labskaus hierzulande mit einem Rollmops, Gewürzgurke und Spiegelei.

Ein Teller mit Labskaus

Quelle: WFB; K.Müller

Gebratene Stinte

Einst wanderten die Stinte von Januar bis März in solchen Massen die Weser hinauf, dass man sie in Eimern aus dem Fluss ziehen konnte. Entsprechend galten gebratene Stinte lange Zeit als Arme-Leute-Essen, während sie heutzutage eine besondere Spezialität sind. Traditionell in Roggenmehl ausgebacken, werden sie im Frühjahr vielerorts serviert.

Knipp

Bei Bremer Knipp handelt es sich um eine Grützwurst, die dem Pinkel ähnelt. Knipp setzt sich in der Regel aus Hafergrütze, Brühe und einem Mix aus Schweine- und Rinderfleisch zusammen. Zum Verzehr wird Knipp kross gebraten und traditionell mit Bratkartoffeln oder Brot sowie mit sauren Gurken und Apfelmus gegessen.

Ein Teller mit Knipp, Bratkartoffeln, Salat, saurer Gurke und Apfelmuß

Quelle: privat / JUA

Kükenragout

Das Kükenragout wird aus dem so genannten Stubenküken zubereitet - einem jungen Huhn, das nicht mehr als 200 bis 600 Gramm wiegt. Ähnlich wie ein klassisches Frikassee wird es auch mit Spargel, Erbsen, Möhren und Champignons verfeinert. Darüber hinaus gehören aber noch zahlreiche weitere Zutaten in ein traditionelles Kükenragout, so etwa Flusskrebsschwänze, Krabben und Rinderzunge. Häufig sind auch Hackbällchen aus Kalbsfleisch, Schwarzwurzeln, Lauch und Zwiebeln enthalten.

 

Pluckte Finken (und hackte Müsen)

Pluckte Finken ist ein Eintopfgericht, das auf die Zeit der Walfänger zurückgeht. Auf See wurde die traditionsreiche Speise ursprünglich aus gelben Wurzeln und kleinen, aus Walspeck ("Vinken") herausgeschnittenen ("pluckten") Stücken zubereitet. Zudem gehören weiße Bohnen, gestreifter Räucherspeck, Kartoffeln, Äpfel und Birnen in den Topf. Heute wird statt des Walspecks zartes Ochsen- oder Pökelfleisch verwendet, oft ist das Gericht aber dennoch nicht mehr auf bremischen Speisekarten zu finden.

Nordseekrabben

Bremerhaven wird auch als "Fishtown" und deren Bewohnerinnen/Bewohner als "Fischköppe" bezeichnet, was auf deren Fischereihafen und den Verzehr von Fisch zurückzuführen ist. Eine besondere Spezialität der Nordsee ist die Nordseekrabbe, die auch als "Granat" bezeichnet wird. 
Der Fang von Krabben erfolgt im Wechsel von Ebbe und Flut, da die Krabben bei Flut angespült werden. Gefangen werden die Krabben mit zwei beutelartigen Fangnetzen, den sogenannten Baumkurren, eines Krabbenkutters. 
Bevor die Krabben gegessen werden können, müssen sie "gepult" werden. Dabei wird der Kopf und das hintere Ende gedreht, gebrochen und das Krabbenfleisch von der Schale losgelöst. Krabben können pur, zum Beispiel auf Brot, oder zum Beispiel in Suppen oder Salaten gegessen werden.

Krabbencocktail

Quelle: frauenseiten / saswati saha mitra

Bremer Babbeler

Der Bremer Babbeler ist eine lange Zuckerstange mit Pfefferminzgeschmack, die auch gerne als längster Hustenbonbon der Welt bezeichnet wird. Die Geschichte des Babbelers geht bis ins Jahr 1886 zurück, in dem Albert Friedrich Bruns in einer Fabrik in Utbremen den ersten Babbeler produzierte. Ursprünglich waren die Stangen in Pergamentpapier eingewickelt. 
Es wird angenommen, dass der Name „Babbeler“ darauf zurückzuführen ist, dass die Zuckerstange im Mund, dem Plattdeutschen „Babbel“, behalten wird. 
Der Bremer Babbeler wird auch noch heute ausschließlich in einer Manufaktur in Bremen hergestellt und kann im Bremer Umkreis in Apotheken, Reformhäusern und einigen Teeläden gekauft werden.

Klaben

Beim Bremer Klaben handelt es sich um ein Wintergebäck, das entfernt dem Stollen ähnlich ist. Dabei verfügt der Klaben über einen höheren Fruchtanteil, ist dadurch saftiger und wird nach dem Backen weder mit Butter bestrichen noch zusätzlich gezuckert. Die Geschichte des Klaben reicht bis in die Hochzeit der Hanse in das Jahr 1593 zurück, in dem der Bremer "Klavenbecker" erstmals urkundlich erwähnt wird. Nachdem die Europäische Union den Bremer Klaben 2010 im Rahmen einer Verordnung mit dem Siegel "geschützte geografische Lage" versehen hat, darf der Klaben nur in Bremen produziert werden. Mehr Wissenswertes und ein Rezept findet ihr in unserem Beitrag rund um den Bremer Klaben.

Ein traditioneller Bremer Klaben.

Quelle: Katharazzi

Bremer Kaffeebrot

Das Bremer Kaffeebrot ist eine traditionsreiche Gebäckspezialität, die das in Bremen so genannte "Kaffeesieren" (einen Kaffee trinken) erst zu einer runden Sache macht. Im Prinzip ist das Bremer Kaffeebrot ein mit flüssiger Butter, Zucker und Zimt geröstetes Weißbrot, das zum Verzehr in den Kaffee gestippt (getunkt) wird.

Bremer Kluten

Ein beliebtes Souvenir aus Bremen ist ein Tütchen Bremer Kluten. Die aus Pfefferminz-Fondant hergestellten, zur einen Hälfte mit dunkler Schokolade überzogenen und etwa zwei Würfelzucker großen Stückchen galten schon im 19. Jahrhundert als beliebte Süßspeisen. Heute erhaltet ihr die Leckereien in vielen Confiserien und Bäckereien der Stadt.

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