Mann hinter dem Schreibtisch

Wissenschaft Persönlich: Prof. Dr. Uwe Apel

Bremens Wissenschaft ist exzellent! Und daran haben natürlich die vielen schlauen Köpfe, die sich in den Laboren und den Hörsälen tummeln, erheblichen Anteil. Wer steckt hinter dem Erfolg der Bremer Wissenschaft? In unserer Porträt-Reihe Wissenschaft persönlich stellen sich WissenschaftlerInnen regelmäßig unseren Fragen - und verraten, was sie an ihrer Arbeit lieben und warum der Standort Bremen für sie genau der Richtige ist.

Im März 2018 stand uns Prof. Dr.-Ing. Uwe Apel Rede und Antwort. Er ist Studiengangsleiter Luft- und Raumfahrttechnik / Aerospace Technologies an der Hochschule Bremen und stellvertretender Leiter des Instituts für Aerospace Technologie (IAT). Er forscht an Raumfahrtantrieben und Flugrobotern sowie elektrischen Antrieben für ultraleichte Flugsysteme.

 

  • Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Wissenschaftler oder Raumfahrtexperte geworden wären?
    Ursprünglich wollte ich Verkehrspilot werden, was nicht geklappt hat. Im Nachhinein war das Ingenieurstudium und der Gang in die Wissenschaft die bessere Entscheidung. Das Fliegen ist dann zum Hobby geworden.

 

  • Wann finden Sie Ihren Job klasse? Welche Momente sorgen für Begeisterung?
    Dann, wenn aus einer technischen Idee etwas geworden ist und wenn ich meine Studierenden begeistern kann.

 

  • Stellen Sie sich vor, Sie hätten auf dem Freimarkt einen Stand und müssten nun den Besucherinnen und Besuchern erklären, an was Sie gerade arbeiten – wie sähe Ihr Stand aus?
    Ich würde ein paar Exponate mit Triebwerken oder Triebwerksteilen zeigen und den Leuten daran erläutern, an was ich gerade forsche.

 

  • Welche gesellschaftliche Bedeutung hat Ihre Arbeit und worin besteht der Nutzen?
    Entwicklungen im Triebwerksbereich werden für die Raumfahrt benötigt. Raumfahrt stiftet Nutzen für alle durch konkrete Anwendungen (z.B. GPS, Wettervorhersage, Telekommunikation) und Erkenntnisgewinn (Raumsonden, Forschungssatelliten, Raumstation) über unseren Planeten Erde und das Universum.

 

  • Wann sprechen Sie bei Ihrer Forschung von Fortschritt? Oder anders gefragt: Womit retten Sie die Welt?
    Die Welt zu retten, ist zu hoch gegriffen, zumal ich nicht sicher bin, ob wir sie retten müssen und die Welt mehr ist als der Planet, auf dem wir zu Gast sind. Wir können sie aber gestalten und ihre Schönheit bewahren. Was ich tue, trägt ein wenig dazu bei, z.B. wenn ich helfe die Antriebstechnik für Raumfahrzeuge billiger, einfacher oder umweltfreundlicher zu machen.

 

  • Verraten sie uns Ihr liebstes Forschungsinstrument oder Ihre wichtigste Forschungsmethode?
    Die Werkstatt. Denn das, was ich aus meiner Forschung direkt in praktische Anwendung umsetzen kann, macht mir am meisten Spaß.

 

  • Wann und warum führte Sie Ihr Weg nach Bremen? Und woher kamen Sie?
    Meine erste Tätigkeit nach der Promotion war bei ERNO Raumfahrttechnik (heute ArianeGroup) in Bremen. Da Bremen ein interessantes Umfeld für die Luft- und Raumfahrt und viel Lebensqualität bietet, bin ich hier "hängengeblieben", nunmehr im 29. Jahr. Ursprünglich stamme ich aus der Mitte Deutschlands (Kassel) und habe in Berlin studiert und promoviert.

 

  • Was schätzen Sie am Wissenschafts- und Raumfahrtstandort? Was hält Sie hier?
    Die Vielfalt der Institutionen, die kurzen Wege und die Weltoffenheit der Leute.

 

  • Fehlt Ihnen etwas?
    Manchmal Berge.

 

  • Die Wege in Bremen sind bekanntlich kurz. Wie bewegen Sie sich durch die Stadt?
    Meist mit dem Auto, da ich außerhalb wohne.

 

  • Wenn Sie die Wissenschaftsszene im Land Bremen mit einem Tier vergleichen sollten, welches würden Sie wählen und warum?
    So ein Tier fällt mir nicht, da die Wissenschaftsszene in Bremen sehr vielfältig und bunt ist, manchmal unscheinbar trotz innerer Qualitäten und das andere Mal laut ohne den entsprechenden Tiefgang.

 

  • Was war die größte Herausforderung Ihrer wissenschaftlichen/beruflichen Laufbahn, die Sie zu meistern hatten?
    Es ergab und ergeben sich in Entwicklungsprojekten immer wieder spezifische Herausforderungen. Hier eine besonders zu benennen, würde aber der einzelnen eine zu große Bedeutung beimessen.

 

  • Welche stehen Ihnen noch bevor?
    Weiß ich nicht, lasse ich auf mich zukommen.

 

  • Haben Sie eine persönliche Erfolgsformel?
    Möglichkeiten, die sich bieten, zu nutzen ohne zwanghaften Plan etwas Bestimmtes unbedingt erreichen zu müssen.

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  • Aus welchem Scheitern haben Sie am meisten gelernt?
    Habe mich mal erfolglos auf den Posten des Rektors unserer Hochschule beworben und dabei erkannt, was mir wirklich wichtig ist.

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  • Wobei oder wodurch wird Ihr Kopf wieder frei?
    Beim Gleitschirmfliegen und beim Segeln.

 

  • Der/Die nächste Nachwuchswissenschaftler/in zieht nach Bremen. Was würden Sie ihm/ihr raten, wo er/sie wohnen und abends weggehen soll?
    Beim abendlichen Weggehen die Schlachte oder das Viertel, beim Wohnen hängt es von seiner Familiensituation hat. Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass das Leben mit Kindern im Umland einfacher und entspannter ist.

 

  • Mit wem würden Sie ihn/sie hier in Bremen bekannt machen wollen?
    Ich würde ihn einfach auf ein typisches Luft- und Raumfahrtevent einladen. Da kann er dann praktisch jeden kennen lernen, der in Bremen in diesem Bereich für ihn wichtig sein könnte.

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  • Wenn Sie einen Tag lang Ihr Leben mit einem Bremer oder einer Bremerin tauschen könnten, wessen Leben würden Sie wählen?
    ​​​​​​​Da gibt es keinen, mit dem ich tauschen möchte.

Steckbrief: Prof. Dr.-Ing. Uwe Apel

Geburtsjahr

1959

 

Fachbereich / Forschungsfeld

Luft- und Raumfahrt / Raumfahrtantriebe, Raumtransportsysteme

 

Aktuelle Position / Funktion

Studiengangsleiter Luft- und Raumfahrtechnik / Aerospace Technologies
Stellvertretender Leiter des Instituts für Aerospace Technologie

 

Familienstand

verheiratet

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