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Raumfahrt persönlich: Prof. Dr. Astrid Bracher

Eine Frau fasst einen Satelliten an.
Die Biologin wertet anhand von Satellitenbildern aus, wie sich Klimaveränderungen auf das Wachstum und die Zusammensetzung der Algen auswirken.

Quelle: WFB/Jonas Ginter

12.000 Beschäftigte arbeiten in der Bremer Luft- und Raumfahrtbranche, davon sind 20 Prozent Frauen. Für die internationale Fotoausstellung "Space Girls Space Women" hat das Universum® sieben Bremerinnen interviewt, die ihrem Traumberuf in der Raumfahrt nachgehen. Jeden Dienstag ab dem 21. August 2018 lassen wir eine Space Woman zu Wort kommen und erfahren mehr über ihren Werdegang.

Prof. Dr. Astrid Bracher hat das Fachgebiet Ozeanoptik und arbeitet nicht nur am Alfred-Wegener-Institut Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI), sondern ist auch Honorar-Professorin für Umweltphysik an der Universität Bremen.

 

  • Was ist Ihre Aufgabe?
    Meine Arbeitsgruppe entwickelt Auswerteverfahren, um aus Satellitenspektren der Ozeanfarbe, der sogenannten "Ocean Colar", die Diversität des Phytoplanktons (freischwebende Kleinstalgen im Meer) und andere farbige Substanzen im sonnen-durchleuchtenden Ozean abzuleiten. Wir wollen die Wechselwirkung von Klimaänderungen auf das Wachstum und die Zusammensetzung der Algen, die die Basis für das marine Nahrungsnetz darstellen, quantifizieren. Zum Beispiel studieren wir im arktischen Ozean die Auswirkung des Rückgangs des Meereises auf die Produktivität und Zusammensetzung des Phytoplanktons, und untersuchen den Einfluss von tropischen Phytoplankton-Gemeinschaften auf die lokale Wolkenbildung und den polaren Ozonabbau.

 

  • Wie war Ihr beruflicher Werdegang?
    Über das Studium der Biologie mit Spezialisierung im Hauptstudium auf Limnologie (die Wissenschaft der Süßwassersysteme), kam ich in der Promotion zur Ozeanforschung und damit zur Ozeanoptik. In meiner Doktorarbeit nutzte ich optische Messungen, die vom Schiff aus vorgenommen wurden, um im Südpolarmeer die Unterschiede zwischen den Phytoplankton-Gemeinschaften in verschiedenen Regionen zu charakterisieren. Eigentlich sollte ich die Schiffsmessungen schon damals mit Satellitenmessungen zur Ozeanfarbe vergleichen, aber erst kurz bevor ich meine Doktorarbeit abgegeben hatte, startete endlich der amerikanische Satelliten-Sensor SeaWiFS seine Messungen. Als Postdoktorandin hatte ich dann endlich die Möglichkeit, mit Satellitendaten zu arbeiten.

 

  • Was würden Sie interessierten Mädchen raten?
    Wenn ihr Spaß daran habt, zu sehen wie sich im großen Ganzen Dinge verändern und dies über längere Zeiträume, dann ist die Erdfernerkundung genau das richtige für euch. Ihr solltet Spaß am Rechnen und Programmieren haben und an der Verknüpfung von verschiedenen, sehr großen Datensätzen. Begeisterung, immer wieder Neues lernen zu wollen, vor allem durch einen Blick über den Tellerrand, ist besonders wichtig. Die Faszination für die Schönheit der Farbenvielfalt des Ozeans spornt einen immer wieder an, auch in den Zeiten "trockener" Arbeit.

Steckbrief: Astrid Bracher

Nationalität

Deutsch

 

Fachbereich/Forschungsfeld

Ozeanoptik

 

Aktuelle Tätigkeit / Aktuelles Forschungsprojekt

Leitung der Arbeitsgruppe Phytooptics, Honorar-Professorin für Umweltphysik an der Universität Bremen

Space Girls Space Women

Raumfahrt ist längst nicht mehr nur Männersache! Die Fotoausstellung "Space Girls Space Women" gastierte bis zum 14. Oktober 2018 im Universum® und zeigte besondere Frauen aus der Luft- und Raumfahrtbranche. Von der Ausstellung inspiriert, zeigte das Universum® sieben Bremer Frauen, die im Bereich Raumfahrt ihren Traumjob gefunden haben. 

Ein Plakat, das eine Frau zeigt, die durch ein Teleskop schaut.

Quelle: Universum® Bremen

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