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Die Schaffermahlzeit

Obere Rathaushalle im Bremer Rathaus (Quelle: Senatskanzlei Bremen)
Das Bremer Schaffermahl findet seit knapp fünf Jahrhunderten als eine der traditionsreichsten Veranstaltungen Deutschlands statt. Bremer Tradition seit 1545 zum Austausch zwischen Handel, Schifffahrt, Industrie und Politik nach nahezu unveränderten Regeln.

Quelle: Senatskanzlei Bremen

Obere Rathaushalle: Schaffermahlzeit

Quelle: Senatskanzlei, Pressestelle

Schaffermahlzeit

Am 8. Februar 2019 findet die 475. Bremer Schaffermahlzeit im Bremer Rathaus statt. Weiterlesen

Die Schaffermahlzeit

Das Bremer Schaffermahl findet seit knapp fünf Jahrhunderten als eine der traditionsreichsten Veranstaltungen Deutschlands statt. Auch am 8. Februar 2019 läuft das Festmahl zum Austausch zwischen Handel, Schifffahrt, Industrie und Politik nach nahezu unveränderten Regeln ab.


Eines der bedeutendsten gesellschaftlichen Ereignisse in Bremen und auch ganz Deutschland ist das Bremer Schaffermahl. Es ist das älteste "Brudermahl" der Welt und findet seit 1952 am jeweils zweiten Freitag des Februars statt. Geladen sind Schaffer und Gäste aus aller Welt.
 

Die Tradition

Der Rahmen der Veranstaltung ist traditionsgemäß immer der gleiche. Es nehmen rund 100 kaufmännische wie auch 100 seemännische Mitglieder vom "Haus Seefahrt" teil. Dazu kommen 100 andere Gäste aus Bereichen wie Wirtschaft, Politik und Kultur. Gemäß dem Reglement dürfen diese Gäste nur ein einziges Mal in ihrem Leben teilnehmen, weshalb eine Einladung zum Mahl als eine große Ehre gilt. Die Herren kommen in Frack oder Kapitänsuniform.


Alljährlich wird das Mahl von drei gewählten Schaffern ausgerichtet. Diese halten sieben der zwölf Reden des Abends über Schifffahrt, Handel und Industrie. Natürlich beziehen sich die Reden vorwiegend auf den Standort Bremen, außerdem werden der Bundespräsident und das Land geehrt, wie auch auf Bremen und dessen Senat gesprochen. Im Anschluss an das Festessen findet der Seefahrtball mit Frauen und Tanz statt.

Ursprünglich galt das Schaffermahl als eine Möglichkeit zur letzten Besprechung, zu der sich Schiffer, Schiffseigner und Kaufleute trafen, bevor es im Frühjahr nach der Eisschmelze wieder auf Fahrt ging. Die noble Tradition dient heute zum einen dazu Kontakte zu knüpfen und zu stärken, zum anderen trägt sie einen sozialen Zweck: die finanzielle Unterstützung altgedienter Seefahrer und deren Angehörige. So findet eine Sammlung von Spenden für die Bremer Stiftung "Haus Seefahrt" statt. Schaffer kann werden, wer schon etwas "geschafft" hat, wie auch Personen, die das Ansehen Bremens nach außen hin fördern.

Schaffermahl Slide 1a - Einladung

Quelle: Albrecht Edzard

Schaffermahl Slide 1 - Rathaus

Quelle: privat / Leslie Schoß

Schaffermahl Slide 2b - Fracks

Quelle: frauenseiten/Robers

Schaffermahl Slide 5 - Proteste 1

Quelle: Pressereferat, Bremische Zentralstelle für die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Frau

Schaffermahl Slide 6 - Proteste 2

Quelle: frauenseiten/Barckhausen

Schaffermahl Slide 2 - Obere Rathaushalle 1

Quelle: Senatskanzlei Bremen

Schaffermahl Slide 3 - Obere Rathaushalle 2

Quelle: bremen.online GmbH/ KB

Schaffermahl Slide 4 - Obere Rathashalle 3

Quelle: Senatskanzlei, Pressestelle

Das Schaffermahl

Das traditionelle Festessen verläuft nach einem festen Ritus. Es findet im festlich geschmückten Saal, der oberen Rathaushalle, statt. Eröffnet wird das Mahl mit dem Ausruf: "Schaffen, schaffen unnen un boven - unnen un boven schaffen!". Dann folgt ein fünfstündiges Sechs-Gänge-Menü, gerahmt von zwölf Reden. Die Speisefolge folgt der alten Tradition. Begonnen wird mit Bremer Hühnersuppe und beendet mit Rigaer Butt. Dazwischen gibt es Seefahrtsbier, Stockfisch, Kohl mit Pinkel und Kalbsbraten. Zum Abschluss gibt es Mokka und Tonpfeifen.


Frauen und das Schaffermahl

Traditionell waren zum Schaffermahl für gewöhnlich nur Männer geladen. Denn das was sich das Haus Seefahrt und die Bremer Kaufleute von den Schaffern und Gästen erhofften, konnte früher - gesellschaftsbedingt - nur von Männern erfüllt werden. Seit einigen Jahren Jahren gerät der Ausschluss von Frauen zunehmend in die Kritik. Nachdem bereits vereinzelt Frauen - etwa Bundeskanzlerin Merkel - als Gäste geladen waren, nehmen sie seit 2015 auch regulär am Schaffermahl teil.

Schaffer kann werden, wer schon etwas "geschafft" hat, wie auch Personen, die das Ansehen Bremens nach außen hin fördern.

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