Zahlreiche Dachfirste nebeneinander in einer Bremer Straße

Östliche Vorstadt - aus der Geschichte

Östliche Vorstadt-Chronik bis 1900

  • um 1309
    Erbauung des Steinturms, der den Übergang der alten Heerstraße über den Dobbengraben, einen Nebenarm der Weser, schützt. Er gibt der Straße den Namen: Steintorssteinstraße (ab 1870: Vor dem Steintor). Das Gebiet der heutigen Östlichen Vorstadt besteht zu dieser Zeit hauptsächlich aus landwirtschaftlichen Flächen mit nur kleinen Siedlungen. Ein Teil gehört zur Pagentorner Bauernschaft, deren Bauern jedoch zumeist innerhalb des bewehrten Dobbens leben.
  • 1827
    Ein Deichbruch verursacht eine Überschwemmung der gesamten östlichen Vorstadt.
  • 19. Jh.
    Kleingewerbe und sehr wenig Industrie siedeln sich in der östlichen Vorstadt an.
  • 1848
    Die Aufhebung der Torsperre und die rechtliche Gleichstellung der Vorstädter mit den Stadtbürgern macht den Umzug in die Vorstädte attraktiver. 
  • 1850–93
    Der Bau des Osterdeichs ermöglicht eine zunehmende Besiedlung der ehemaligen Überflutungsgebiete im Osten der Stadt. Im Gegensatz zu anderen Vorstädten in Deutschland erfolgt die Bebauung meist durch Reihenhäuser für eine Familie, dem "Bremer Haus". In Bremen ist der Bau von großen Hinterhofsiedlungen verboten. Bis 1875 werden in der gesamten östlichen Vorstadt etwa 10000 Gebäude durch Bauunternehmer gebaut, die meist ganze Straßenzüge errichten. Die gesamte Erschließung dauert bis in die 1920er Jahre. 
  • 1849–51
    Bau des Krankenhauses St.-Jürgen-Straße (heute größter Arbeitgeber im Stadtteil).
  • 1862
    Die östliche Vorstadt (einschließlich Ostertor) hat 14724 Einwohner.
  • 1878
    Beginn der überwachten Prostitution in der Helenenstraße

Östliche Vorstadt-Chronik bis 2000

  • 1905
    Die östliche Vorstadt (einschließlich Ostertor) hat 44836 Einwohner.
  • 1909
    Anlage eines Sportplatzes mit Holztribüne auf dem Peterswerder
  • 1925/26
    Bau des Weserstadions. Der SV "Werder" Bremen wird 1930 einer der Hauptpächter des Stadions.
  • 1928
    Eröffnung des Ottilie-Hoffmann-Hauses der Abstinenzbewegung am Osterdeich. Heute beherbergt das Gebäude das Café Ambiente.
  • ab 1932
    Das Weserstadion wird von den Nazis für Großkundgebungen genutzt.
  • 1945
    Die östliche Vorstadt gehört zu den durch Bombenangriffe weniger zerstörten Teilen der Stadt.
  • 1951
    Aus Teilen der östlichen Vorstadt wird der neue Stadtteil Östliche Vorstadt gebildet. Das Ostertorviertel wird jedoch dem Stadtteil Mitte zugeschlagen.
  • 1960
    Der Stadtteil Östliche Vorstadt hat 44568 Einwohner.
  • ab 1970
    Ostertor- und Steintorviertel werden zunehmend zu einer bevorzugten Wohngegend für Menschen mit einem alternativen Lebensstil. "Das Viertel", wie es von seinen Bewohnern und den übrigen Bremern genannt wird, entwickelt sich zu einem der Unterhaltungs- und Kulturzentren der Stadt. Im Gegensatz zu anderen Stadtteilen bleibt die Mischung aus Wohnen und Arbeiten, auch durch die Ansiedlung neuer Formen des Kleingewerbes und Handels, erhalten. Gleichzeitig vermehren sich allerdings auch die Probleme mit Drogenhandel und Straßenprostitution.
  • 1975
    Eröffnung des Bürgerhauses Weserterrassen
  • 1984
    Der Verein "Hal Över" übernimmt und betreibt die Weserfähre zwischen Sielwall und dem Café Sand.
  • seit 1990
    Mehrfacher Um- und Ausbau des Weserstadions, zuletzt Mantelbau für die Nordtribüne 2003.
Das Weserstadion.

Quelle: privat / LLI

Östliche Vorstand-Chronik heute

Ein bunter und lebendiger Stadtteil, der an Heimspieltagen zum emotionalen Epizentrum Bremens wird. Lebensland grün-weiß!

Ein Buchcover zeigt die Bremer Innenstadt

Quelle: Bremen und seine Stadtteile - Focke-Museum, Weser-Kurier (Hrsg.) via Edition Temmen

Stadtteil-Chronik: Quelle

Focke-Museum und Weser-Kurier (Hrsg.): Bremen und seine Stadtteile. Katalgobuch zur Ausstellung im Focke-Museum, Bremen: Edition Temmen 2003.

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