Altbremer Häuser in Gröpelingen (Quelle: WFB/bremen.online).

Gröpelingen - aus der Geschichte

Gröpelingen-Chronik bis 1900

  • 860
    Erste urkundliche Erwähnung Oslebshausens.
  • 1218
    Erste urkundliche Erwähnung Gröpelingens. Das Land gehört den Rittern von Gröpelingen.
  • 1331
    Erste urkundliche Erwähnung der Gröpelinger Kirche.
  • 15. Jahrhundert
    Mit dem Aussterben des Gröpelinger Rittergeschlechts kommt das Land unter die Herrschaft des Bremer Rates.
  • 1741
    Oslebshausen und Wischhusen kommen zu Hannover.
  • 1803
    Oslebshausen und Wischhusen kommen zu Bremen.
  • 1812
    Gröpelingen hat 342, Oslebshausen 199 Einwohner.
  • 1820/21
    Bau der Chaussee - der heutigen Heerstraße - bis nach Oslebshausen. Wegen dieser verbesserten Anbindung an die Stadt richten sich Bremer Kaufleute ihre Sommersitze in Gröpelingen und Oslebshausen ein. Gleichzeitig entstehen viele Ausflugslokale.
  • 1871-74
    Bau des "Zuchthauses", der heutigen Justizvollzugsanstalt in Oslebshausen.
  • 1883-86
    Weserkorrektion. Mit dem Sand aus der Weser werden Senken im Gröpelinger Dünenzug aufgefüllt, wodurch eine Bebauung weiterer Teile Gröpelingens erst möglich wird.
  • 1885-1914
    Bau der Häfen und Ansiedlung von Industrie. Dies verändert das Dorf grundlegend. Die Bauernhöfe und die Sommersitze der Bremer Kaufleute verschwinden, zugewanderte Arbeiter aus Osteuropa und Italien brauchen Wohnungen. Gröpelingen wird ein dicht bebauter Vorort, dessen Bevölkerung weitgehend von der Hafenwirtschaft abhängig ist.
  • 1891/1902
    Gröpelingen wird in die Stadt Bremen eingemeindet.

Gröpelingen-Chronik bis 2000

  • 1901-03
    Bau der Straßenbahnlinie bis nach Oslebshausen.
  • 1902-05
    Umzug der AG Weser - 1872 an der Stephanikirchweide gegründet - nach Gröpelingen. Die Werft wird zum größten Schiffbaubetrieb des Reiches und größten Arbeitgeber für Gröpelinger Männer.
  • 1905
    Gröpelingen hat 5335, Oslebshausen 1461 Einwohner.
  • 1913-15
    Der "Eisenbahn Spar- und Bauverein" baut den Breitenbachhof. Es ist der erste mehrstöckige Wohnkomplex in Bremen. Nach 1918 werden weitere Wohnsiedlungen (sozialer Wohnungsbau) von Genossenschaften oder vom Staat gebaut.
  • 1918-33
    Die Arbeitervorstadt Gröpelingen ist eine Hochburg der SPD und KPD. Sie erhält die Spitznamen "Klein-Moskau" und "Rotes Gröpelingen". Zu Beginn der 1930er Jahre gibt es zahlreiche kämpferische Auseinandersetzungen mit den Nazis.
  • 1921
    Oslebshausen wird in die Stadt Bremen eingemeindet.
  • 1933-45
    Die Mehrheit der Werftarbeiter der AG Weser bleibt dem NS-Regime gegenüber skeptisch. Ungefähr 200 Werftarbeiter sind noch in den Kriegsjahren illegal antifaschistisch organisiert.
  • 1939-45
    Knapp 19% der Belegschaft der AG Weser sind ausländische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. 1944 werden zusätzlich 1500 Häftlinge aus dem KZ Neuengamme eingesetzt. Sie leben u.a. in Baracken auf dem Schützenhofgelände in Gröpelingen.
  • 1950-70
    Wiederaufbau der Reihenhäuser und Neubau von Wohnblocks. Gröpelingen bleibt ein typisches Arbeiterviertel.
  • 1960
    Gröpelingen hat 48744 Einwohner.
  • ab 1961
    Zuzug von türkischen Arbeitern. Es entsteht ein geschlossenes türkischsprachiges Milieu mit Lebensmittelgeschäften, Reisebüros, Sportclubs, Ärzten und Anwälten. Die Lindenhofstraße wird im Volksmund auch "Klein-Istanbul" genannt. Dazu erreichte uns folgender Einwand von Herrn Lange: "Sie erwähnen in der Chronik, dass 1961 die ersten türkischen Gastarbeiter in HB-Gröpelingen sich aufhielten. Das ist aus meiner Sicht falsch. Begründung: 1964 wurde ich in die "Halmerwegschule" eingeschult. Etwa um die gleiche Zeit kamen die ersten italienischen Gastarbeiter nach Gröpelingen und wurden in den damaligen Baracken der Marine - diese standen direkt neben der Schule - einquartiert. Später kamen türkische Gastarbeiter hinzu, diese wurden in den Baracken am alten AGSV-Platz untergebracht. Erst viel später entwickelte sich eine Art "Getto" im Lindenhofviertel mit den in ihrer Chronik erwähnten türkischen Läden, Ärzten etc."
  • 1975
    Beginn der Werftenkrise.
  • 1983
    Konkurs der AG Weser mit weit reichenden Folgen für den Stadtteil: hohe Arbeitslosigkeit, sinkende Kaufkraft. Gröpelingen wird soziales Problemgebiet.
  • ab 1990
    Sanierung des Stadtteils mit Hilfe verschiedener Förderprogramme: Städtebauförderung Bremen, EU-Programm URBAN, Bund-Länderprogramm WiN, Sofortmaßnahmenprogramm Bremen.
  • 1998/99
    Bau der Moschee.
  • 1999
    Eröffnung der Bezirksbibliothek West im neuen Gebäude in der Lindenhofstraße.
Die Stadtbibliothek West in Gröpelingen (Quelle: WFB/bremen.online).

Quelle: WFB/bremen.online

Gröpelingen-Chronik heute

  • 2001
    Eröffnung des Torhauses Nord als neues Kulturzentrum in Gröpelingen.
Ein Buchcover zeigt die Bremer Innenstadt

Quelle: Bremen und seine Stadtteile - Focke-Museum, Weser-Kurier (Hrsg.) via Edition Temmen

Stadtteil-Chronik: Quelle

Focke-Museum und Weser-Kurier (Hrsg.): Bremen und seine Stadtteile. Katalgobuch zur Ausstellung im Focke-Museum, Bremen: Edition Temmen 2003.

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