Wasserlauf, von Wiesen umgeben

Blockland - aus der Geschichte

Blockland-Chronik bis 1900

  • 10. Jahrhundert
    Die Hemmstraße und Waller Straße beiderseits der Kleinen Wümme werden als erste Verbindungen ins Blockland angelegt.
  • ab 1113
    Das Blockland wird durch Deich- und Sielbau von Holländern kolonisiert. Die Kirche in Wasserhorst wird gebaut.
  • 1139/1299
    Die früheren Ortschaften Hemme, Damme und Wemme werden erstmals erwähnt. Noch während des Mittelalters müssen diese Dörfer aufgegeben werden, weil der Wasserstand durch die Kultivierung so stark angestiegen ist, dass eine Besiedlung im Blockland nur noch direkt an den Deichen möglich ist.
  • 1741
    Das Blockland kommt zum Kurfürstentum Hannover.
  • Nach 1800
    Das Flussbett der Wümme erhöht sich ständig und verursacht immer stärkere Überschwemmungen. Die Entwässerung funktioniert nicht mehr ausreichend, da die windgetriebenen Pumpen die Wassermengen nicht mehr bewältigen können.
  • 1803
    Das Blockland wird wieder bremisch.
  • 1812
    419 Einwohner leben im Blockland.
  • 1835
    Die Krug- und Schenkwirtschaft in Dammsiel wird eröffnet. Hier kehren die Torfschiffer auf ihrem Weg von und nach Bremen ein.
  • 1858
    Der Bremer Senat erlässt ein Gesetz zur Bildung eines Verbandes zur Abwässerung des Blocklandes. Daraufhin gründet sich die Genossenschaft "Blocklander Abwässerungsverband".
  • 1864
    Eröffnung der Blocklander Entwässerungsanstalt zwischen Wasserhorst und Burg, die in ganz Deutschland und Eu­ropa bekannt wird, da sie die größte und leistungsfähigste Anlage ihrer Zeit ist. Das Blockland bleibt nun in den Sommermonaten völlig frei von Überschwemmungen und in den Wintermonaten stehen höchstens 38 Zentimeter Wasser auf den Wiesen.
  • 1878
    Das System des Kommunaldeichs wird eingeführt. Nicht mehr die einzelnen am Deich ansässigen Bauern sind für die Deicherhaltung ihres Deichabschnitts verantwortlich, sondern alle im Deichverband zwangsweise zusammengeschlossenen Grundbesitzer.
  • 1880/81
    Infolge einer Sturmflut bricht der Wümmedeich. Daraufhin werden die Deiche der Weser und Wümme umfassend verstärkt, so dass dies der bis heute letzte Deichbruch im Blockland ist.

Blockland-Chronik bis 2000

  • 1905
    Das Blockland hat 410 Einwohner.
  • 1910
    Gründung der Genossenschaft zur Bewässerung des Blocklandes mit Bremer Kanalwasser. Diese Aufschlickung zur Verbesserung der Bodenqualität wird bis zu Beginn der 1960er Jahre durchgeführt.
  • um 1920
    Die Wümmedeichkuppe wird mit Schotter und einer glatten Teersplittdecke überzogen. 1927 wird das bis heute gültige Autofahrverbot erlassen.
  • 1924
    Die Dampfmaschinen der Entwässerungsanstalt werden durch Elektromotoren ersetzt.
  • 2. Weltkrieg
    Die Wehrmacht richtet im Blockland Flakstände ein. Auf den Bauernhöfen sind Zwangsarbeiter eingesetzt.
  • 1945
    Eingemeindung der Landgemeinde Blockland in die Stadt Bremen.
  • 1960
    Das Blockland hat seit 1966 654 Einwohner.
  • seit 1966
    Der "Bremer Eisverein" organisiert im Winter die Überflutung der Wiesen an der Semkenfahrt, damit das Schlittschuhfahren im Blockland möglich bleibt.
  • 1968
    Ein "Arbeitskreis Blocklandforschung" beginnt mit einer großangelegten botanischen Bestandsaufnahme. Dabei wird die "Zwerglinse" entdeckt, die bisher kleinste Blütenpflanze der Welt. Die einklassige Schule im Blockland wird geschlossen.
  • 1969
    Eröffnung der Mülldeponie an der Grenze zwischen Walle und dem Blockland
  • 1979
    Einweihung des Lesum-Sperrwerks
  • 1985/86
    Neubau der Blocklander Entwässerungsanstalt
  • 1991
    Das Außendeichgelände der Wümme wird Naturschutzgebiet.
Drei Hände halten Eiswaffeln mit Eis nebeneinander

Quelle: www.katharazzi.com

Blockland-Chronik heute

Heute: Das Blockland ist nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel für Radfahrer, Skater und Spaziergänger.

Ein Buchcover zeigt die Bremer Innenstadt

Quelle: Bremen und seine Stadtteile - Focke-Museum, Weser-Kurier (Hrsg.) via Edition Temmen

Stadtteil-Chronik: Quelle

Focke-Museum und Weser-Kurier (Hrsg.): Bremen und seine Stadtteile. Katalgobuch zur Ausstellung im Focke-Museum, Bremen: Edition Temmen 2003.

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