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Urban Gardening in Bremen

Ein Rundumblick über das Gelände eines öffentlichen Gartens in der Stadt. Eine Girlande flattert im Wind.
Gemeinschaftliches Gärtnern in der Stadt

Quelle: WFB/LPE

Urban Gardening ist die Idee, Obst und Gemüse in der Stadt gemeinschaftlich anzubauen. Die meist selbstorganisierten Projekte wollen den nachbarschaftlichen Zusammenhalt fördern sowie Möglichkeiten eines nachhaltigen und gesunden Konsums aufzeigen. Urban Gardening-Projekte sind häufig auch Alternativen zu konventioneller Stadtplanung, die brachliegendes Gelände wiederbeleben. Wo ihr in Bremen gemeinschaftlich gärtnern könnt, erfahrt ihr hier.

Urban Gardening auf dem Hanseatenhof

Im Juli wird jedes Jahr auf dem Hanseatenhof ein urbaner Garten aufgebaut. Dieser bietet euch abseits des Getümmels eine Ruheoase zum Entspannen. In 30 Hochbeeten werden essbare Nutzpflanzen angebaut, denen ihr in den nächsten Monaten beim Wachsen zusehen könnt. Doch auch Palmen, Olivenbäume, Kaskadenbambus und Sommerblumen schmücken die Bremer Innenstadt und sorgen für ein kleines bisschen Urlaubsfeeling.

Mehrere Holzkästen stehen in der Bremer Innenstadt. Darin befinden sich verschiedene Pflanzen.

Quelle: CityInitiative

Gemüsewerft: für eine grüne und nachhaltige Stadt

Die Gemüsewerft baut nicht nur Gemüse, Obst, Kräuter, Hopfen und Jungpflanzen im Sinne der Nachhaltigkeit an, sondern möchte den Aspekt der Nachhaltig auch vermitteln. Blickt hinter die Kulissen des Urban Gardenings und erfahrt mehr über Anbaumethoden, Verarbeitung und Zubereitung von Lebensmitteln und den Ernte-Ablauf. Die Gemüsewerft mitsamt des 15 Hektar großen ehemaligen Kelloggs-Areals auf der Bremer Überseeinsel gilt europaweit als eines der wichtigsten Stadtentwicklungsprojekten. So konnte auf dem ehemaligen LKW-Parkplatz ein 2.000 m² große Areal mit urbaner Landwirtschaft und Biergarten entstehen. Entdeckt selbst das Vorzeigebeispiel für eine grüne und nachhaltige Stadtentwicklung im Herzen der Überseestadt.

Reichlich bewachsene Hochbeete der Gemüsewerft auf der Überseeinsel werden von einem Mann gepflegt.

Quelle: WFB / Determann

Der Fleetgarten - ein Stückchen Erde auf Zeit

Gemeinsam mit anderen gärtnern und ernten? Das ermöglicht euch der Verein Sozial Ökologie durch den Fleetgarten in Walle. Je nach Bedarf mietet ihr für ein Jahr eine Fläche von 20-40 m2 und erhaltet von geschulten Gärtner*innen fachkundige Beratung. Für Strom, Wasser und Gartengeräte ist gesorgt. Und auch das entsprechende Saatgut oder Jungpflanzen erhaltet ihr von der Initiative, sodass ihr euch nur noch um die Pflege und Ernte kümmert. Für das nötige Knowhow erwarten euch Workshops zu Themen wie gärtnerisches Handwerk, Fruchtfolge, Permakultur, Artenvielfalt oder Bodenschutz.
Ergänzend zu eurem eigenen kleinen Mietacker sind gemeinschaftliche Flächen geplant, auf denen ein Kürbishügel, Hochbeete und eine Kräuterspirale entstehen.

Drei Frauen und ein Mann stehen an sechs Schubkarren. Sie schütten gerade Erde über einen kleinen Holzzaun.

Quelle: Fleetgarten Walle

Rooftop Gardening auf dem Dach der VHS

Der wohl höchste Gemeinschaftsgarten der Stadt befindet sich auf dem Dach der Bremer Volkshochschule (VHS). Mitte Mai 2015 eröffnete dort das gemeinschaftliche Projekt der Bildungseinrichtung und der inklusiv arbeitenden Gemüsewerft. In 40 Metern Höhe gedeihen nun regionale und saisonale Gemüsesorten und Kräuter. Im Rahmen verschiedener Kurse der VHS wird dort oben gemeinsam gegärtnert oder auch gekocht - Aussicht über die Stadt inklusive. Der Dachgarten im 9. Stock ist während der Öffnungszeiten der VHS (Faulenstraße 69, 28195 Bremen) für alle zugänglich.

Beete in grauen Kisten, teilweise mit grünen Pflanzen bepflanzt; Quelle: bremen.online/MDR

Quelle: bremen.online GmbH - MDR

Gärtnern in der Neustadt

Ab geht die Lucie ist ein Urban Gardening-Projekt in der Neustadt, das sich die Umnutzung des Lucie-Flechtmann-Platzes an der Westerstraße zum Ziel gesetzt hat. Der graue, früher weitgehend unbeachtete Platz, soll zu einer "grünen Oase" und zum generationen-übergreifenden und kulturellen Treffpunkt werden. Auf Initiative der angrenzenden KiTas und Seniorenwohnheime sind dort seit Juni 2013 Hochbeete angelegt, langfristig soll die Fläche entsiegelt werden. Die Lucie lädt alle Interessierten zu ihrem 14-tägigen öffentlichen Treffen ein. Dazwischen darf fleißig gesät, gegossen und geerntet werden.

Ein Rundumblick über das Gelände eines öffentlichen Gartens in der Stadt. Eine Girlande flattert im Wind.

Quelle: WFB/LPE

Rege Aktivität im Bremer Westen und Osten

Den Fokus auf den interkulturellen Austausch legt der Internationale Garten Walle, der eine 2300 Quadratmeter große Brache am Rande der Waller Feldmark bewirtschaftet. Dort können alle Interessierten sowohl eigene als auch gemeinschaftliche Beete anlegen. Ein weiterer, kleinerer Gemeinschaftsgarten wird ebenfalls in Gröpelingen betrieben. Am anderen Ende der Stadt, in Osterholz, befindet sich seit 2004 die Interkulturelle Gartengemeinschaft Tenever, ein Parzellenzusammenschluss auf 9000 Quadratmetern.

Gemüsebeet mit Salatpflanzen; Quelle: Seniorenlotse

Quelle: Seniorenlotse

Pop-Up Stadtgarten

Der Pop-Up Stadtgarten ist der erste Gemeinschaftsgarten im Bremer Viertel und befindet sich an der Ecke von Humboldstraße und Am Dobben. Die Betreiber möchten mit dem Stadtgarten nicht nur einen Ort der Begegnung in einem lebendigen Garten schaffen, sondern auch auf die Notwendigkeit von Grünflächen in urbanen Räumen aufmerksam machen. Projekte mit Kindern aus Schulen und dem Stadtteil sollen biologisches Gärtnern mit allen Sinnen erfahrbar machen.

Zu sehen ist der Stadtgarten im Viertel. In dem Beet ist bisher noch Erde zu sehen, da die Pflanzen noch nicht gewachsen sind.

Quelle: WFB/LR

Idee des Urban Gardening

Gemeinschaftlich gärtnern

  • kulturellen Austauch fördern
  • nachbarschaftlichen Zusammenhalt unterstützen
  • gesellschaftliche Teilhabe fördern

Bewusst konsumieren

  • neue Wege der Lebensmittelherstellung aufzeigen
  • Produktion selbst in die Hand nehmen
  • saisonal produzieren
  • ökologisches Essen produzieren
  • Lieferwege verkürzen
  • Unabhängigkeit von globalen Konzernen

Stadt verschönern

  • Brachflächen wiederbeleben
  • Öffentliche Orte umnutzen
  • Grünflächen schaffen
Ein Beet mit grünen Pflanzen steht auf grauem Beton; Quelle: bremen.online GmbH - MDR

Quelle:

Eigenen Garten gründen

Urban Gardening lebt vom Engagement der StadtbewohnerInnen. Wenn ihr nun Lust bekommen haben, selbst ein Projekt zu starten, findet ihr auf den Seiten der Anstiftung Praxistipps und umfangreiche weitere Informationen.

Guerilla Gardening

Eine besondere Form des urbanen Gärtnerns ist das Guerilla Gardening. Aktivist*innen säen in Nacht- und Nebel-Aktionen Samen an nicht dafür vorgesehen Orten. Mit der Zeit enstehen dann dort scheinbar aus dem Nichts grüne Oasen. Guerilla Gardener wollen mit ihren Aktionen Kritik an verfehlter Stadtplanung zum Ausdruck bringen.

Klimaschutzprojekt "Grüne Oase"

Die "Grüne Oase" ist ein Klimaschutzprojekt, an dem ihr euch auf ganz verschiedene Art und Weise engagieren könnt. Im Mittelpunkt des Projektes steht ein Gemeinschaftsgarten mit selbstgebauten Hochbeeten, welcher mit tatkräftiger Unterstützung entstehen soll.

Hochbeete mit grünen Pflanzen stehen auf einem betonierten Platz; Quelle: bremen.online GmbH - MDR

Quelle:

Hinweise und Anregungen

Die hier aufgeführten Daten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Habt ihr Ergänzungen oder Hinweise? Oder betreibt ihr selbst einen urbanen Garten? Sprecht uns an! Schreibt eine E-Mail mit entsprechendem Betreff an info@bremen.de.

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