Hochbeete mit grünen Pflanzen stehen auf einem betonierten Platz; Quelle: bremen.online GmbH - MDR

Urban Gardening in Bremen

Urban Gardening ist die Idee, Obst und Gemüse in der Stadt gemeinschaftlich anzubauen. Die meist selbstorganisierten Projekte wollen den nachbarschaftlichen Zusammenhalt fördern sowie Möglichkeiten eines nachhaltigen und gesunden Konsums aufzeigen. Urban Gardening-Projekte sind häufig auch Alternativen zu konventioneller Stadtplanung, indem brachliegendes Gelände oder graue Betonwüsten wiederbelebt werden. Wo ihr in Bremen gemeinschaftlich gärtnern könnt, erfahrt ihr hier.

Rooftop Gardening auf dem Dach der VHS

Der wohl höchste Gemeinschaftsgarten der Stadt befindet sich auf dem Dach der Bremer Volkshochschule (VHS). Mitte Mai 2015 eröffnete dort das gemeinschaftliche Projekt der Bildungseinrichtung und der inklusiv arbeitenden Gemüsewerft. In 40 Metern Höhe gedeihen nun regionale und saisonale Gemüsesorten und Kräuter. Im Rahmen verschiedener Kurse der VHS wird dort oben gemeinsam gegärtnert oder auch gekocht - Aussicht über die Stadt inklusive. Der Dachgarten im 9. Stock ist während der Öffnungszeiten der VHS (Faulenstraße 69, 28195 Bremen) für alle zugänglich.

Beete in grauen Kisten, teilweise mit grünen Pflanzen bepflanzt; Quelle: bremen.online/MDR

Auf dem Dach der VHS werden Kräuter gezüchtet.

Quelle: bremen.online GmbH - MDR

Gärtnern in der Neustadt

Ab geht die Lucie ist ein Urban Gardening-Projekt in der Neustadt, das sich die Umnutzung des Lucie-Flechtmann-Platzes an der Westerstraße zum Ziel gesetzt hat. Der graue, früher weitgehend unbeachtete Platz, soll zu einer "grünen Oase" und zum generationen-übergreifenden und kulturellen Treffpunkt werden. Auf Initiative der angrenzenden KiTas und Seniorenwohnheime sind dort seit Juni 2013 Hochbeete angelegt, langfristig soll die Fläche entsiegelt werden. Die Lucie lädt alle Interessierten zu ihrem 14-tägigen öffentlichen Treffen ein. Dazwischen darf fleißig gesät, gegossen und geerntet werden.

Sitzgruppe mit Sesseln und einer Bank im urbanen Garten 'Lucie' in der Neustadt

Quelle: bremen.online GmbH / MDR

Rege Aktivität im Bremer Westen und Osten

In der Nähe des Gröpelinger Hafens findet sich seit 2014 die Gemüsewerft. Hier werden auf etwa 2000 Quadratmetern neben diversen Gemüse-Sorten und Kräutern auch Hopfen angebaut. Besonderes Highlight ist die Zucht von Pilzen, die in einem verlassenen Bunker, der sich auch auf dem Grundstück befindet, optimal gedeihen können. Offen für alle ist der Garten immer mittwochs. Den Fokus auf den interkulturellen Austausch legt der Internationale Garten Walle, der eine 2300 Quadratmeter große Brache am Rande der Waller Feldmark bewirtschaftet. Dort können alle Interessierten sowohl eigene als auch gemeinschaftliche Beete anlegen. Ein weiterer, kleinerer Gemeinschaftsgarten wird ebenfalls in Gröpelingen betrieben. Am anderen Ende der Stadt, in Osterholz, befindet sich seit 2004 die Interkulturelle Gartengemeinschaft Tenever, ein Parzellenzusammenschluss auf 9000 Quadratmetern.

Gemüsebeet mit Salatpflanzen; Quelle: Seniorenlotse

Im Bremer Westen und Osten finden sich mehrere interkulturelle Garten-Projekte.

Quelle: Seniorenlotse

Idee des Urban Gardening

Gemeinschaftlich gärtnern

  • kulturellen Austauch fördern
  • nachbarschaftlichen Zusammenhalt unterstützen
  • gesellschaftliche Teilhabe fördern
     

Bewusst konsumieren

  • neue Wege der Lebensmittelherstellung aufzeigen
  • Produktion selbst in die Hand nehmen
  • saisonal produzieren
  • ökologisches Essen produzieren
  • Lieferwege verkürzen
  • Unabhängigkeit von globalen Konzernen

Stadt verschönern

  • Brachflächen wiederbeleben
  • Öffentliche Orte umnutzen
  • Grünflächen schaffen
Ein Beet mit grünen Pflanzen steht auf grauem Beton; Quelle: bremen.online GmbH - MDR

Eigenen Garten gründen

Urban Gardening lebt vom Engagement der StadtbewohnerInnen. Wenn ihr nun Lust bekommen haben, selbst ein Projekt zu starten, findet ihr auf den Seiten der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis Praxistipps und umfangreiche weitere Informationen.

Guerilla Gardening

Eine besonders subversive Form des urbanen Gärtnerns ist das Guerilla Gardening. AktivistInnen säen in Nacht- und Nebel-Aktionen Samen an nicht dafür vorgesehen Orten. Mit der Zeit enstehen dann dort scheinbar aus dem Nichts grüne Oasen. Guerilla Gardener wollen mit ihren Aktionen Kritik an verfehlter Stadtplanung zum Ausdruck bringen.

Hinweise und Anregungen

Die hier aufgeführten Daten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Habt ihr Ergänzungen oder Hinweise? Oder betreibt ihr selbst einen urbanen Garten? Sprecht uns an! Schreibt eine E-Mail mit entsprechendem Betreff an info@bremen.de.

Bremer Garten-Blogs

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