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Fragen und Antworten rund um den Coronavirus in Bremen

Schematische Darstellung eines Virus
Hier findet ihr verständliche Antworten auf häufig gestellte Alltagsfragen zum Umgang mit dem Coronavirus in Bremen.

Quelle: WFB GmbH - DGL

Fragen und Antworten


Jede weitere Lockerung setzt die Eigenverantwortung der Bürgerinnen und Bürger voraus. Auch wenn sich allmählich das Leben wieder „normaler“ anfühlt – die Pandemie ist nicht vorbei! Seien Sie weiterhin achtsam, vernünftig und rücksichtsvoll; halten Sie den Mindestabstand und die Hygieneregeln ein und tragen Sie zum Schutz der anderen eine Mund-Nasen-Bedeckung. 

 

1. Gibt es in Bremen eine Maskenpflicht?
Ja. Das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung ist bei der Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs sowie beim Einkauf Pflicht. Das gilt auch für Apotheken, Tankstellen, Banken und Poststellen. Geeignet sind auch Schals, Tücher, Buffs sowie aus Baumwolle oder anderem geeigneten Material selbst hergestellte Masken. Ausgenommen sind Kinder unter sieben Jahren und Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder Behinderung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können. In diesem Fall wäre es hilfreich, den Behindertenausweis oder das Attest dabei zu haben, um Nachfragen oder Diskussionen in der konkreten Situation zu vermeiden. Einer Ausnahmegenehmigung des Ordnungsamtes hingegen bedarf es nicht. Hinweis: Auf Wochenmärkten gibt es ab sofort keine Maskenpflicht mehr.

 

2. Sind die Sportplätze wieder geöffnet? Und was ist mit Fitnessstudios?
Auf öffentlichen Sportanlagen und vereinseigenen Anlagen sowie im öffentlichen Raum (z.B. Bürgerpark) sind Bewegung und Sport an der frischen Luft alleine oder gemeinsam mit einer zweiten Person mit einem Mindestabstand von 1,5 m wieder möglich. Es gibt allerdings auch hier besondere Auflagen. Unter bestimmten Bedingungen dürfen auch Fitnessstudios, Tanzstudios, Indoor-Spielplätze und Sporthallen unter Auflagen öffnen. Hier bleiben die Duschen vorerst geschlossen. Die sanitären Anlagen dürfen nur unter Auflagen bereitstehen, dann etwa, wenn genügend Desinfektionsmittel zur Verfügung stehen.

 

3. Ich plane eine kleine Feier bei mir zuhause. Was muss ich beachten?
Private Feiern in der Wohnung und im eignen Garten sind ab 1. Juni 2020 unter Auflagen wieder erlaubt. Veranstaltungen aller Art sind innerhalb von Gebäuden mit bis zu 20 Personen erlaubt; unter freiem Himmel sind bis zu 50 Personen möglich. Voraussetzung für beides ist jedoch, dass der Mindestabstand gewährleistet ist und ein Hygienekonzept erstellt wird. 

 

4. Darf ich wieder zum Frisör gehen?
Frisörgeschäfte sind geöffnet. Auch Fußpflege, Nagelstudios, Barbiere, Tattoo- und Kosmetikstudios dürfen unter strengen Hygieneauflagen öffnen.

 

5. Was muss ich beim Besuch eines Restaurants oder eines Cafés beachten? Einer Kneipe? 
Gastronomische Einrichtungen dürfen unter strengen Auflagen öffnen: Es gibt eine Sitzplatzpflicht, ein Thekenverbot und eine Bedienpflicht. Jeder Gast muss seinen Namen und seine Kontaktdaten hinterlassen. Die Daten werden drei Wochen aufbewahrt. Gleiches gilt für die Dokumentation des Zeitpunktes des Betretens und Verlassens des Lokals. So kann eine etwaige Infektionskette nachvollzogen werden. Wenn möglich, sollten Tische vorher reserviert und zugewiesen werden, eine Reservierungspflicht gibt es nicht. Ohne Abstand von 1,5 m dürfen nur Gäste aus maximal zwei Hausständen an einem Tisch sitzen. Das können zwei Personen sein oder auch mehr, je nach Größe des Hausstandes. 

 

6. Darf ich wieder mit meinen Kindern auf den Spielplatz gehen?
Ja, das ist wieder möglich. Selbstverständlich gelten auch hier die Kontaktbeschränkungen sowie die Hygiene- und Abstandsregeln – auf den Spielgeräten, auf den Bänken sowie im Spiel. Außerdem dürfen sich Kinder nur in der Begleitung von Erziehungsberechtigten auf Spielplätzen aufhalten. Geburtstagesfeiern, Grillen und Picknicken ist untersagt. Wenn der Spielplatz voll ist – gehen Sie zum Schutz aller bitte weiter. Die Öffnung der Spielplätze ist wieder ein Schritt zurück in die Normalität – aber damit auch ein Risiko.

 

7. Ist es möglich, an einem Gottesdienst teilzunehmen?
Bremerinnen und Bremer dürfen zum Gebet und zu Gottesdiensten Kirchen, Synagogen, Moscheen und andere Glaubenseinrichtungen besuchen. Zu den Auflagen gehören u.a. strenge Hygiene- und Abstandsregeln. Empfohlen sind: Desinfektionsspender in den Eingangsräumen oder andere adäquate Waschmöglichkeiten, 1,5 Meter Abstand zwischen den Personen sowie der Verzicht auf gemeinsamen Gesang. Bei Taufen, Hochzeiten und ähnlichen Handlungen ist nur der engste Kreis erlaubt, maximal 20 Personen. Im Rahmen einer Bestattung ist nur der engste Familien- und Freundeskreis erlaubt, höchstens 50 Personen.

 

8. Mit wem darf ich ausgehen?
Seit 13. Mai ist das Kontaktverbot etwas gelockert. Nun dürfen sich auch Menschen zweier Haushalte in der Öffentlichkeit treffen, also z.B. zwei Familien, zwei WGs oder zwei Paare. Es ist aber weiterhin, wo immer möglich, zu anderen als den vorgenannten Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5 Metern einzuhalten. Der Kreis der Menschen, mit denen man sich trifft, soll möglichst klein und möglichst gleichbleibend sein. Auch in der eigenen Wohnung und auf dem eigenen Grundstück. 

 

9. Wer gehört zu meiner Familie?
Unter Familie sind zu verstehen klassische wie moderne Lebensformen. Zu Familien werden gezählt Verheiratete sowie Nichtverheiratete, Patchworkfamilien sowie Großeltern, Eltern, Kinder, Geschwister und Geschwisterkinder. 
Doch auch hier gilt der Appell: Seien Sie achtsam und beschränken Sie den Kontakt zu anderen Menschen auf das Nötige, um das Infektionsrisiko weitestgehend zu minimieren. Jeder Besuch ist ein erneutes Risiko, sich selbst und andere anzustecken, auch wenn man selbst noch ohne Symptome ist. Schützen Sie ältere Menschen und diejenigen, die einer Risikogruppe angehören. Allein die Tatsache, dass man eine Familie ist, schützt niemanden vor einer Ansteckung.

 

10. Ist es möglich, meine Großmutter, meinen Vater, meine engen Angehörigen im Pflege- oder Seniorenheim oder im Hospiz zu besuchen?
Unter sehr strengen Auflagen sind Besuche wieder erlaubt. Voraussetzung ist, dass die Einrichtung ein Hygienekonzept vorgelegt hat. Bitte setzen Sie sich vorab direkt mit der Einrichtung in Verbindung und klären die Voraussetzungen für einen Besuch. So sind z.B. die Besucherzahl und die Besuchsdauer begrenzt.

 

11. Welche Veranstaltungen sind erlaubt?
Ab 1. Juni 2020 sind kleine Feiern und Veranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 50 Personen, in geschlossenen Räumlichkeiten mit bis zu 20 Personen möglich. Die Veranstalterin oder der Veranstalter muss ein Konzept erstellen, aus dem hervorgeht, dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Teilnehmenden eingehalten werden kann. Auch Maßnahmen der Händehygiene oder Belüftungskonzepte für geschlossene Räumlichkeiten gelten als mögliche Maßnahmen eines solchen Konzepts. Das Konzept muss auf Verlangen vorgelegt werden.
Großveranstaltungen wie z.B. Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauerinnen und Zuschauern, größere Konzerte, Festivals, Straßen-, Wein-, Schützenfeste oder Kirmes-Veranstaltungen sind mindestens bis zum 31. August 2020 untersagt.
Zusatz: An Volkshochschulen, Fahr- oder Flugschulen, Einrichtungen der Erwachsenenbildung, Quartiersbildungseinrichtungen, Musikschulen sowie sonstigen öffentlichen oder privaten Einrichtungen der Aus-, Fort- und Weiterbildung dürfen Präsenzveranstaltungen stattfinden. Selbstverständlich gelten auch hier die Abstands- und Hygieneregeln. Für Gesang- und Sportunterricht oder vergleichbare Angebote gilt, dass pro Person eine Fläche von mindestens 10 Quadratmetern zur Verfügung zu stellen ist. Die Einrichtungen müssen einen Hygieneplan vorhalten und bei Bedarf aktualisieren.

 

12. Welche Einrichtungen dürfen nicht für den Publikumsverkehr geöffnet werden?

  • Shisha-Bars, Clubs, Diskotheken, Festhallen und ähnliche Einrichtungen
  • Saunen, Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder und ähnliche Einrichtungen
  • Kinos, Theater, Opern, Konzerthäuser (mit Ausnahme von Autokinos und Autotheatern)
  • Messen
  • Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen

 

13. Haben wieder alle Geschäfte geöffnet? Gibt es Einschränkungen?
Es dürfen wieder alle Geschäfte öffnen, auch die Großen mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800qm. Auch Einkaufszentren dürfen ihre Türen wieder öffnen, wenn sie entsprechende Sicherheitskonzepte vorlegen, die die geltenden rechtlichen Vorschriften wie zum Beispiel das Abstandsgebot, Hygieneregeln oder das Vermeiden von Verweilzonen beinhalten. Geöffnet sind auch

  • Museen, Ausstellungen, Galerien, Gedenkstätten
  • Zoos und botanische Gärten
  • Bibliotheken und Archive
  • touristische Angebote, Freizeitangebote wie Stadtführungen, Schiffsverkehr u.ä. nur mit einem Schutz- und Hygienekonzept
  • Spezialmärkte (z.B. Flohmarkt)
  • Indoor-Spielplätze
  • Spielhallen und Wettvermittlungsstellen.

In jedem Fall gelten 

  • das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung, 
  • der hygienische Schutz des Kassenpersonals,
  • die Berücksichtigung des Mindestabstandes von 1,5 m,
  • die Beschränkung des Zutritts 
  • das Vermeiden von Warteschlangen und Menschenansammlungen (z.B. Sitzmöglichkeiten sperren),

um das Risiko von Infektionen zu reduzieren.

 

14. Muss ich als Einzelhändlerin oder Einzelhändler ein Konzept vorlegen? Muss dieses dann erst genehmigt werden?
Einzelhändlerinnen und Einzelhändler müssen kein Konzept vorlegen. Sie müssen aber mit Kontrollen rechnen. Mängel werden beanstandet. Sollten Mängel nicht behoben werden, können Bußgelder erfolgen. Letztlich kann es auch zur Schließung des Geschäfts kommen. 
Die Betreiberinnen und Betreiber der Einkaufszentren müssen dem Ordnungsamt ein Hygiene-Konzept vorlegen unter infektionsschutz@ordnungsamt.bremen.de

 

15. Gibt es Einschränkungen für Dienstleister und Handwerker?
Die Leistung bei der Kundin oder beim Kunden darf erbracht werden. 
Für den individuellen Kundenverkehr (z.B. medizinische, psychologische Heil- und Hilfedienstleistungen, Freiberufler) gilt es, Einzeltermine zu vereinbaren. Der Abstand zwischen den Kundinnen und Kunden von mindestens 1,5 Metern muss eingehalten werden; dies gilt auch für den Wartebereich. Bei der Arbeit ist eine Maske zu tragen und nach jeder Bedienung sind die Hände zu waschen. Es muss ein Hygieneplan erstellt werden, der dem Ordnungsamt auf Verlangen vorgewiesen werden muss.

 

16. Darf ich auf meinem Campingplatz, in meinem Hotel oder in meiner Ferienwohnung Gäste aufnehmen?
Gäste sind wieder willkommen. Auch hier gelten besondere Auflagen. 

 

17. Gilt die Rechtsverordnung auch für Demos?
Öffentliche oder nichtöffentliche Versammlungen nach Art. 8 GG sind von dem Verbot ausgenommen. Sie sind, sofern es sich nicht um eine Eil- oder Spontanversammlung handelt, der zuständigen Versammlungsbehörde spätestens 48 Stunden vor ihrer Bekanntgabe telefonisch, schriftlich oder per Mail anzuzeigen. Da in Bremen bereits kranke, krankheitsverdächtige und ansteckungsverdächtige Personen festgestellt wurden, kann die zuständige Behörde die Versammlung verbieten, beschränken oder mit Auflagen versehen.

 

18. Vorausschauend auf wärmeres Wetter: Darf ich am See baden?
Der Aufenthalt an frei zugänglichen Badeseen ist zum jetzigen Zeitpunkt erlaubt. Auch dem Baden in Seen steht nach jetzigem Stand nichts entgegen, sofern auch dort die Kontaktbeschränkung und der Mindestabstand eingehalten werden. Die ersten Freibäder werden voraussichtlich ab 1. Juni unter Hygiene-Auflagen öffnen. Hallenbäder voraussichtlich ab 1. Juli 2020.

 

19. Was passiert, wenn ich mich nicht an das Verbot halte?
Verstöße können mit Bußgeldern, Geldstrafen oder einer Freiheitsstrafe bis zu zwei bzw. bis zu fünf Jahren sanktioniert werden.
Für den Fall der Nichtbeachtung oder Zuwiderhandlung gegen die Rechtsverordnung besteht die Möglichkeit, unmittelbaren Zwang (gem. § 11 ff des Bremischen Verwaltungsvollstreckungsgesetzes) anzuwenden. Das heißt, die Gäste / die Teilnehmenden können des Veranstaltungsortes verwiesen und die Örtlichkeit oder der Betrieb geschlossen werden.
Den Bußgeldkatalog finden Sie hier.

 

20. Was passiert nach dem 12. Juni 2020?
Die Lage wird laufend neu bewertet. Der Senat wird vor dem Ablauf der jetzigen Regelung die Öffentlichkeit informieren, ob eine Anpassung der Maßnahmen oder eine zeitliche Verlängerung notwendig ist. Im Vordergrund steht dabei die Gesundheit der Bevölkerung.

 

21. Wo finde ich die Rechtsverordnung?
Die aktuelle Rechtsverordnung finden Sie hier.

 

22. Wer hat einen Anspruch auf Entschädigung gem. §§ 56 IfSG?
Entschädigungsberechtigt sind insbesondere folgende Personengruppen:

  • mit dem Corona-Virus infizierte (sofern keine Krankschreibung vorlag);
  • Kontaktpersonen der Kategorie 1;
  • Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus internationalen Risikogebieten gem. Robert-Koch-Institut (RKI);
  • Sorgeberechtigte, die ihrem Beruf nicht nachgehen können, weil KiTas oder Schulen aufgrund behördlicher Anordnung vorübergehend geschlossen wurden.

Rechtsverordnung in Einfacher Sprache

Die Rechtsverordnung liegt als PDF zum Download in einer Variante in Einfacher Sprache vor.

Schematische Darstellung eines Virus

Bußgeldkatalog

Bei Verstößen gegen die geltenden Regelungen zum Umgang mit dem Coronavirus droht ein Bußgeld. Diese Strafen sind im Bußgeldkatalog aufgeführt.

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