Eine Panoramaaufnahme vom Unigelände.

Universität Bremen erhält Fördergelder für Datenmanagement

Forschungsdaten für andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zugänglich zu machen, ist das Ziel zweier Projekte der Universität Bremen in den Fachrichtungen Sozialwissenschaften und Biologie. Die DFG fördert die beiden Projekte, die Transparenz und Forschungsqualität sichern, nun mit 5,3 Millionen Euro. 

Datenservicezentrum für die Sozialforschung

Sozialforschende in Deutschland erhalten erstmals eine verlässliche Anlaufstelle, um ihre qualitativen Interviewdaten zu archivieren und für die erneute Nutzung in Forschung und Lehre anfordern zu können. Bisher gab es nur Datenservicezentren für quantitative Daten, da deren Archivierung einfacher ist, als bei weniger standardisierten Daten wie Experteninterviews oder biografischen Interviews. Das Infrastrukturprojekt "Qualiservice" am SOCIUM – Forschungszentrum Ungleichheit und Sozialpolitik der Universität Bremen soll dies nun ändern. Ziel des dreijährigen Projekts, das von der DFG mit einer Million Euro gefördert wird, ist der Aufbau eines nationalen Datenservicezentrums für qualitative Daten. 


"Ein solches Datenservicezentrum kann dazu beitragen, eine Kultur des Data Sharing zu unterstützen und den wissenschaftlichen Austausch zu befördern.", sagt die Projektleiterin am SOCIUM, Prof. Betina Hollstein. Zudem helfe es Forschenden dabei, die Förderauflage der DFG zu erfüllen, Forschungsdaten für mindestens zehn Jahre vorzuhalten. Das SOCIUM verfügt über breite Erfahrungen in der Archivierung qualitativer Forschungsdaten. In der ersten von der DFG geförderten Projektphase von Qualiservice von 2011 bis 2014 erlangte das Projekt bereits Bekanntheit in der Wissenschaftsszene. 

Projekt Deutsche Föderation für Biologische Daten am MARUM erhält weitere Fördergelder

Auch in den Umweltwissenschaften besteht der Bedarf für wissenschaftliches Datenmanagement. Die Datensätze werden immer umfangreicher und komplexer. Gleichzeitig bieten sie aber auch immer neue Möglichkeiten – zum Beispiel, wenn ältere Datensätze mit neuen Analysemöglichkeiten kombiniert werden. Um das Management von Forschungsdaten zu verbessern und den Austausch unter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu stärken, koordiniert das MARUM – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften der Universität Bremen das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt Deutsche Föderation für Biologische Daten (German Federation for Biological Data – GFBio). Die DFG fördert die dritte Projektphase ab August 2018 bis 2021 mit 4,3 Millionen Euro. 

 

Das Projekt bringt Sammlungs-, Genom- und Umweltdaten zusammen, daraus entstehen viele Möglichkeiten für die Wissenschaft: Bereits jetzt stehen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fast 5,5 Millionen Dateneinträge aus den acht angeschlossen GFBio-Datenzentren über die Suche des Portals und somit für die Nachnutzung in der Forschung zur Verfügung. 

 

Insgesamt sind 19 Partner, darunter Universitäten, Museen und molekularbiologische Archive aus ganz Deutschland an GFBio beteiligt. Das Projekt dient als nationale Anlauf-, Vermittlungs- und Beratungsstelle für alle Fragen der Standardisierung und des Managements von biologischen Forschungsdaten. In früheren Projektphasen ist das Datenportal gfbio.org  entstanden. Die Ziele der neuen Projektphase sind die Verbesserung des Serviceangebots gemeinsam mit den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, der Aufbau einer nachhaltigen Forschungsdateninfrastruktur und die Schaffung einer rechtlichen Struktur.

Die Fassade des Marum an der Uni Bremen; Quelle: WFB/Frank Pusch

Das Marum an der Uni Bremen wurde mit dem Prädikat "exzellent" ausgezeichnet; Quelle: WFB/Frank Pusch

Quelle: WFB/Frank Pusch

Das könnte euch auch interessieren