Fünf junge Männer und eine junge Frau grinsen in die Kamera

CanSat Europe 2018: Das Bremer Team Starbugs

Beim Deutschen Cansat-Wettbewerb treten zehn Schülerteams mit ihren selbstgebauten Mini-Satelliten gegeneinander an. Dabei ist ihre Aufgabe, einen Satelliten zu bauen und ihn in die Luft zu befördern, während dieser bestimmte Messungen vornimmt und dabei vorab definierte Aufgaben erfüllt. 

 

Das Bremer Team Starbugs hat sich 2017 für den internationalen Wettbewerb der Europäischen Weltraumagentur (ESA) qualifiziert und ist 2018 auf den Azoren gegen 18 weitere Teams aus verschiedenen Ländern angetreten. Welche Erfahrungen sie bei beiden CanSat-Wettbewerben gemacht haben, wie es für die Nachwuchswissentschaftler und -wissenschaftlerinnen weitergeht und ob sie in Bremen bleiben, verrät das Team der Europaschule Schulzentrum SII Utbremen.

Das Team stellt sich vor:

Swantje Knüwer (19) - Teamleiterin, Software-Satellit
Swantje ist unsere Teamleiterin und hat uns überzeugt am Deutschen CanSat Wettbewerb teilzunehmen. Sie koordiniert unsere Aufgaben und kümmert sich um die Software im Satelliten.

 

Joscha Knobloch (20) - Hardware, Software-Bodenstation, Platinen-Entwicklung
Joscha ist unser "Allrounder". Er kennt sich sehr gut mit Technik aus und arbeitet überall mit. Hauptsächlich arbeitet er an der Hardware des Satelliten.

 

Lennard Anders (20) - Entwicklung der Hülle, Hardware
Lennard ist für alles rund um AutoCAD zuständig. Er fertigt damit 3D-Modelle von unserem CanSat an, welche zum Drucken der Hülle benutzt werden. Des Weiteren arbeitet er an der Hardware mit.

 

Gianluca Müggenburg (19) - Software-Bodenstation
Zusammen mit Nicolas Nierentz arbeitet Gianluca an der Bodenstation, wobei er hauptsächlich für die Echtzeitdarstellung während des Starts verantwortlich ist. Außerdem übersetzt er die Website mit ins Englische.

 

Nicolas Nierentz (19) - Software-Bodenstation
Er ist unser Software- und Englischexperte und verstäkt das Team seitdem wir am Europäischen CanSat-Wettbewerb teilnehmen.

 

Marius Kriworuschenko (19) - Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit, Planung
Marius ist unser Mann für Finanzen, Öffentlichkeitsarbeit, Planung und Sponsorenakquise. Er hat immer ein Auge auf die Abläufe im Team und achtet auf die Einhaltung der Deadlines.

Eine Platine mit der Aufschrift "Team Starbugs" und eine Hand mit einem Lötkolben

Starbugs

Weitere Infos zum Bremer Team Starbugs bekommen Sie auf im Internet auf der Team-Website. Folgen Sie dem Team gerne auch bei 

Zum CanSat Germany-Wettbewerb

Was waren eure ersten Berührungspunkte mit der Raumfahrt?
Für die meisten aus unserem Team war der CanSat-Wettbewerb die erste Berührung mit der Raumfahrt. Viele haben sich aber auch schon vorher für das Thema interessiert. Der Wettbewerb hat uns jedoch erst richtig in die Raumfahrt eingeweiht. Seitdem ist das Interesse daran geblieben.

 

Was sagen eure Freunde und Familien zu eurer Teilnahme an CanSat DE und EU?
Viele Eltern sagten während des Wettbewerbs zu uns, dass wir uns eher auf das Abitur als auf den Wettbewerb konzentrieren sollen. Wir haben dennoch so viel Zeit wie möglich in das Projekt investiert, um den bestmöglichen Erfolg zu erlangen und auch unsere Eltern sind letztendlich sehr stolz auf das, was wir geschafft und uns selbst beigebracht haben.

 

Euer schönster und schwierigster Moment bei den CanSat-Wettbewerben war…?
Neben dem Gewinn des Deutschen CanSat-Wettbewerbs bestanden die schönsten Momente aus der Lösung verschiedener Probleme, die für uns zunächst eine große Schwierigkeit dargestellt hatten. Es gab für uns mehr als einen schwierigen Moment. Beispielsweise funktionierte unser erster CanSat für den Europäischen Wettbewerb nach dem Zusammenbauen nicht mehr. Ebenso schwierig war der Moment, als wir den CanSat nach dem Start wiedergefunden hatten und feststellten, dass wir aufgrund eines Defekts nur eine sehr geringe Menge an Daten zur Verfügung hatten.

 

Was bringt eurer Meinung nach ein Wettbewerb wie CanSat der aktiven Nachwuchsförderung in der Raumfahrt?
Er bringt Schülern verschiedene Aspekte der Raumfahrt nahe und zeigt ihnen, wie spannend die Raumfahrt im Allgemeinen ist, aber auch wie viele verschiedene Bereiche der Technik und auch der Naturwissenschaften darin vertreten sind. Durch die anwendungsbezogene Beschäftigung mit diesen Bereichen steigt das Interesse an der Raumfahrt und die Hemmschwelle für die Entscheidung für ein technisches oder naturwissenschaftliches Studium bzw. eine Ausbildung in diesem Bereich sinkt.

Zum Projekt

Entspricht eure Sekundärmission dem Projekt aus dem CanSat DE-Wettbewerb 2017? Wenn ja, inwiefern habt ihr das Projekt weiterentwickelt?
Unsere Sekundärmission ist dieselbe wie beim Deutschen CanSat-Wettbewerb geblieben. Wir haben jedoch die Umsetzung verbessert und beispielsweise die Sensoren nicht mehr als fertiges Entwicklungsboard verbaut, sondern in unsere selbstentwickelten Platinen integriert. So konnten wir Platz und Gewicht sparen, was uns die Verwendung größerer Akkus erlaubte. Durch die Verwendung eines neuen Prozessors ist unser CanSat leistungsstärker geworden, dies hat auch dazu geführt, dass wir die Software in einer anderen Programmiersprache geschrieben haben. Außerdem wurden unsere Antennen sowie unsere gesamte Software zum Empfangen und Verarbeiten der Daten überarbeitet.


Ging es nach dem Gewinn von CanSat DE 2017 gleich los mit der Arbeit für CanSat EU?
Sofort, ja. Wir haben gleich nach dem Deutschen Wettbewerb weiter gemacht, um die Ziele neu zu besprechen. Von da an ging es wie sonst auch weiter. Jeden Mittwoch und ab und zu am Wochenende trafen wir uns im Hackerspace Bremen und haben am Projekt weitergebastelt, rumgetüftelt, überlegt, programmiert und getestet.


Welche Momente haben seitdem für Begeisterung gesorgt?
Für Begeisterung haben bei uns Erfolgserlebnisse, wie fehlerfreie Tests oder gelöste Probleme, ebenso wie das Anschauen des Starts der Rakete mit Alexander Gerst zur ISS gesorgt.


Auf was habt ihr euch am meisten bis zum finalen Abschuss vor der Jury auf den Azoren gefreut? Was war euer Highlight?
Das Highlight des Wettbewerbes ist immer der Start, wenn langsam alles zu kribbeln beginnt und man hofft, dass alles gut gehen wird. Denn darauf kommt es an. Man hat nur eine einzige Chance, das zu zeigen, was man in einem Jahr geschafft hat.


Ging auch was schief? Wie seid ihr damit umgegangen?
Natürlich lief nicht immer alles nach Plan und manchmal sind wir daran auch verzweifelt. Gerade zum Ende wurde die Zeit immer knapper, sodass wir uns Fehler nicht leisten konnten. Jedoch fiel uns immer noch etwas ein, um das Projekt fertig zu stellen. Wenn es mal gar nicht voran ging, wurde kurz eine Auszeit genommen und neue Ideen gesammelt.

Wie häufig habt ihr euch hier in Bremen getroffen? Könnt ihr uns ein paar Einblicke geben, wie ein ganz normaler Arbeitstag an dem Projekt bei euch ausschaute?
Wir haben uns für den Europäischen CanSat-Wettbewerb jeden Mittwochnachmittag im Hackerspace Bremen getroffen, um dort zu arbeiten. Jedoch ist es dabei nicht geblieben. Nicht nur am Wochenende wurde zusätzlich Zeit für den Wettbewerb geopfert, sondern auch in der Woche. Gerade in den letzten paar Wochen saßen wir oft von morgens bis abends am Projekt. Unsere Treffen liefen immer unterschiedlich ab, denn obwohl jedes Teammitglied einen eigenen Themenbereich hatte, hat jeder auch Aufgaben aus anderen Bereichen übernommen. Wenn wir im Hackerspace ankamen, haben wir meist erst besprochen, was wir uns an Zielen für den Tag setzten und haben diese dann an ein Whiteboard geschrieben. Diese wurden dann abgearbeitet. Wenn der Tag länger wurde, gab es dann noch eine Pizza oder eine Bratwurst.


Habt ihr euch mit den Projekten der anderen Finalisten vertraut gemacht oder habt ihr euch voll und ganz auf euch konzentriert?
Beim Deutschen Wettbewerb haben wir uns gut informieren können. Gerade während des Wettbewerbs kam man ins Gespräch und konnte sich mit den anderen Teams austauschen und anfreunden. Da beim Europäischen CanSat-Wettbewerb insgesamt 19 Teams aus verschiedenen Ländern vertreten waren – davon ein Japanisches – war es echt schwer sich mit allen anderen Teams auseinanderzusetzen. Des Weiteren mussten einige Teams noch am Satelliten arbeiten, sodass noch weniger Freizeit mit den anderen Gruppen vorhanden war. Der Kontakt kam größtenteils erst am letzten Tag zustande.

Wie zufrieden seid ihr mit eurem Abschneiden?
Mit dem Abschneiden beim Deutschen Wettbewerb sind wir natürlich sehr zufrieden. Beim Europäischen Wettbewerb wissen wir leider nicht wie gut wir abgeschnitten haben, was ein bisschen enttäuschend ist. Jedoch denken wir, dass wir auch da gut dabei waren. Wir hätten gerne gewonnen, doch man kann leider nicht alles haben.


Was glaubt ihr, woran es liegt, dass Bremen beim CanSat-Wettbewerb häufig vorne dabei ist?
Da Bremen die größte Raumfahrtstadt Deutschlands ist und das Thema Raumfahrt auch in einigen Bremer Schulen im Unterricht behandelt wird, besteht ein größeres Interesse daran als in vielen anderen Städten. Aus diesem Grund ist Bremen meist mit mehreren Teams vertreten und die Nähe der Stadt zur Raumfahrt macht es den Teams eventuell auch leichter Unterstützung zu finden.

Zwei junge Männer löten.
Fünf junge Männer und eine junge Frau grinsen in die Kamera

Zum Team und dem künftigen Werdegang

Bremen gilt als Deutschlands bedeutendste Raumfahrtstadt und europaweit als einer der größten und wichtigsten Raumfahrtstandorte. Könntet ihr euch vorstellen, nach Ende eurer Schulzeit der Raumfahrt treu zu bleiben und zu studieren oder eine Ausbildung zu machen?
Manche ja, andere eher weniger. Das Interesse an Raumfahrt ist immer noch vorhanden, jedoch haben sich ein paar aus dem Team auf andere Richtungen konzentriert. Trotzdem werden alle aus dem Team Starbugs in einem technischen Bereich bleiben.


Würdet ihr hierfür auch in Bremen bleiben?
Wir denken, dass es für eine Tätigkeit in der Raumfahrt in Deutschland keinen besseren Ort als Bremen gibt. 

 

Kurz nachgefragt: Seid ihr noch Schüler oder habt Ihr bereits einen Ausbildungsweg eingeschlagen? Wohin führt euch eure Reise als nächstes?
Wir haben dieses Jahr unser doppelqualifizierendes Abitur mit der Ausbildung zum Informationstechnischen Assistenten am Schulzentrum Utbremen bestanden und die meisten von uns werden nun in Bremen studieren. Ein paar von uns werden erstmal verreisen, bevor es weitergeht.


Was schätzt ihr aus heutiger Perspektive am meisten an eurer Schulzeit?
Die Gemeinschaft in unserer Klasse.


Begeistert euch die Raumfahrt oder sind es mehr die Fachdisziplinen, die euch reizen?
Beides. In der Schule haben wir uns mit Informatik und mit Elektrotechnik beschäftigt und während des Projekts dann weitere spannende Bereiche der Technik kennengelernt. An der Raumfahrt begeistern uns besonders die Kombination der verschiedenen Bereiche, die man in der Schule meist nicht kennenlernt und die Forschung, sowohl in der Technik als auch in den Naturwissenschaften.

Wobei und wodurch wird euer Kopf wieder frei – Was macht ihr in eurer Freizeit, wenn ihr nicht an Satelliten und Missionen arbeitet?
Wir gehen unseren Hobbys nach und machen zum Beispiel Sport und hören oder machen auch selber Musik.

 

Wen aus Bremen würdet ihr denn gerne mal persönlich treffen?
Kathrin Fricke oder Jan Böhmermann.

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