Team plan@earth posieren für die Kamera

CanSat Germany 2018: das Bremer Team plan@earth

Beim deutschen CanSat-Wettbewerb versammeln sich zehn Schülergruppen aus ganz Deutschland, um Mini-Satelliten zu bauen, darunter sind zwei von zehn Finalisten aus Bremen: plan@earth und IRIS. Diese werden zwischen dem 17. und 21. September mit einer Rakete in die Luft befördert, nehmen dort bestimmte Messungen vor und erfüllen zuvor gesetzte Aufgaben – auf dem Weg dorthin gibt es viel zu planen, programmieren, konstruieren und bauen. Wir begleiten die beiden Bremer Teams bei CanSat Germany 2018 auf ihrem Weg.

 

Wie kam es zur Teilnahme an dem Wettbewerb, was sind Ziele, Wünsche und Träume der Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler? Diesen Fragen wollen wir auf den Grund gehen: Vorhang auf für Team plan@earth von der Europaschule Schulzentrum SII Utbremen!

Das Team plan@earth und ihre Lieblingsfächer

v.l.n.r.: Simon Bullik (17, Informatik), Veron Lehmann (17, Politik), Raphael Baass (18, Informatik), Nils Kiele (19, Mathe), Florian Weber (16, Informatik), Milan Kiffmeyer (18, Physik), Fabian Fesser (18, Politik), Johannes Putzka (17, Informatik, nicht auf dem Bild)

Sieben Schüler im Klassenraum

plan@earth

Weitere Infos zum Bremer Team plan@earth bekommen Sie auf der Website. Folgen Sie dem Team auch gerne bei

Zum CanSat Germany-Wettbewerb

Was waren eure ersten Berührungspunkte mit der Raumfahrt?

 

Veron: Als ich in der dritten Klasse war, habe ich zufällig mit Florian, der ebenso in unserem Team ist, an einem schulübergreifenden Sonderprojekt teilgenommen. Wir waren damals bei EADS, um eine Präsentation darüber zu halten. Schon damals war ich beeindruckt, dass eine eher kleine Stadt wie Bremen für eine so zukunftsversierte Technik führend in Deutschland ist.

 

Inspiriert vom Team Starbugs eurer Schule, dem Sieger von CanSat Germany 2017, habt ihr euch zur Teilnahme entschieden. Wer von euch hatte die Idee und war es einfach die anderen zu überzeugen mitzumachen?

 

Alle: Wir hatten die Idee gemeinsam, am CanSat-Wettbewerb teilzunehmen. Team Starbugs hat eine Präsentation vor unserer Klasse gehalten und schnell haben sie damit das Interesse von uns allen geweckt.

 

Was sagen eure Freunde und Familien zu eurer Teilnahme?

 

Nils: Sie finden es spannend, dass ich die Chance habe, an einer kleinen Weltraummission teilzunehmen.

Zum Projekt

Mit eurer Sekundärmission habt ihr euch hohe Ziele gesteckt – erklärt uns eure Mission! Hat sie auch etwas mit eurem Teamnamen Plan@Earth zu tun?

 

Fabian: Wir haben uns eine anspruchsvolle Sekundärmission gewählt, um den größten Mehrwert aus einem spannenden Projekt zu ziehen. Unsere Mission besteht darin, ein Netzwerk im Satelliten mit einer Verbindung zur Bodenstation aufzubauen. Unser Name kommt aus dem Englischen "Plan at Earth", was auf Deutsch "Planen auf der Erde" bedeutet. Zudem klingt der Name wie "Planet Earth". Uns gefällt die Doppeldeutigkeit des Namens und der Bezug zum Projekt.

 

Ging es nach Bekanntgabe der 10 Finalisten gleich los mit der Arbeit?

 

Alle: Seit Bekanntgabe der Finalisten treffen wir uns einmal pro Woche. Zu Anfang ging es um Grundsätzliches, wie verschiedene Verantwortungsbereiche aufzustellen und zuzuweisen.

 

Welche Momente haben für Begeisterung gesorgt?

 

Alle: Wir haben uns zunächst auf die Planung konzentriert. Daher war bis jetzt der beste Moment, als wir erfahren haben, dass wir für das Finale von CanSat Germany angenommen worden sind.

 

Auf was freut ihr euch am meisten bis zur finalen Abschlusspräsentation vor der Jury im September?

 

Alle: Der Start wird hoffentlich das Highlight - der Moment, bei dem sich zeigen wird, wie erfolgreich die Planung der letzten Monate verlief.

 

Und wovor graut es euch am meisten?

 

Alle: Wir haben von einer anderen Gruppe an unserer Schule gehört, dass beim Start die Kabel der Batterie gerissen sind. Ein Szenario dieser Art wäre natürlich nicht wünschenswert.

 

Wie habt ihr euch selbst und die Arbeitsabläufe organisiert?

 

Alle: Wir haben das Team recht detailliert in Verantwortungsbereiche aufgeteilt, sodass jeder etwas zu tun hat und niemand alleine in einem Bereich arbeitet. Regelmäßiger Austausch im Team ist uns sehr wichtig.

 

Könnt ihr uns paar Einblicke geben, wie ein normaler Arbeitstag an dem Projekt bei euch ausschaut?

 

Alle: Wir treffen uns einmal pro Woche. Am Anfang jedes Treffens stellen wir eine Liste mit den zu besprechenden Themen auf, welche wir anschließend Stück für Stück abarbeiten. Wir versuchen die Treffen kurz und bündig zu halten, um uns alle auf dem Stand der Dinge zu halten. In den einzelnen "Expertengruppen" erledigen wir dann die konkreten Aufgaben.

 

Habt ihr euch mit den Projekten der anderen Finalisten vertraut gemacht oder konzentriert ihr euch voll und ganz auf euch?

 

Alle: Wir haben uns mit dem anderen Bremer Team – IRIS – getroffen und uns unsere Missionen gegenseitig vorgestellt. Wir verfolgen den Fortschritt der anderen Teams in den sozialen Medien und sind auch auf ihre Ergebnisse gespannt. Insgesamt konzentrieren wir uns hauptsächlich auf unsere Mission.

 

Schon mal an den Sieg gedacht? Wenn ihr gewinnen solltet, was passiert dann?

 

Alle: Der erste Platz würde uns die Teilnahme beim Europäischen CanSat-Wettbewerb ermöglichen. Das würde uns die Chance geben, unser Projekt weiterzuentwickeln und den Satelliten zu verbessern. Vor allem aber wäre eine gute Platzierung eine Anerkennung für eine gelungene Mission, aus der wir viel lernen konnten.

 

Was glaubt ihr, woran es liegt, dass Bremen beim CanSat-Wettbewerb häufig vorne dabei ist?

 

Alle: Einige wichtige Raumfahrtinstitute und -unternehmen sind in Bremen ansässig. Dadurch hat man schon früh die Möglichkeit, mit der Raumfahrt in Kontakt zu treten, was sich in Projekten wie CanSat widerspiegelt.

Team plan@earth aus der Luft
Zwei Mitglieder vom Team arbeiten gemeinsam
Ein Teammitglied skizziert eine Idee auf Papier
Ein Teammitglied arbeitet per Hand am Mini-Satelliten

Zum Team und dem künftigen Werdegang

Das Ende eurer Schulzeit naht – was werdet ihr vermissen? Was schätzt ihr heute am meisten an der Europaschule Schulzentrum SII Utbremen?

 

Alle: Das Besondere am Schulzentrum Utbremen ist, dass all unsere Fächer im Klassenverband unterrichtet werden, wodurch eine gute Gruppendynamik entsteht. Man findet immer jemanden, der auch neben der Schule an einem coolen Projekt wie CanSat teilnimmt.

 

Begeistert euch die Raumfahrt oder sind es mehr die Fachdisziplinen, die euch reizen?

 

Alle: Wir finden die Raumfahrt spannend. Allerdings fokussieren wir uns in der Schule und unserer Freizeit eher auf die angewandte und technische Informatik.

 

Bremen gilt als Deutschlands bedeutendste Raumfahrtstadt und europaweit als einer der größten und wichtigsten Raumfahrtstandorte. Könntet ihr euch vorstellen, nach Ende eurer Schulzeit der Raumfahrt treu zu bleiben und zu studieren oder eine Ausbildung zu machen?

 

Nils: Auf jeden Fall! Im Moment habe ich keinen klaren Berufswunsch, aber ich kann mir gut vorstellen, in der Forschung zu arbeiten – und warum dann nicht gleich die Königsdisziplin nehmen?

 

Würdet ihr hierfür auch in Bremen bleiben?

 

Nils: Bremen ist ein bedeutender Standort für Raumfahrt in Europa. Daher würde es sich bestimmt anbieten, für ein Studium in Bremen zu bleiben.


Wobei und wodurch wird euer Kopf wieder frei – was macht ihr in eurer Freizeit, wenn ihr nicht an eurem Satelliten arbeitet?

 

Veron: Es ist einfacher, den Mount Everest zu verschieben, als gegen Verons Argumente anzukommen. 
Simon: Breaking News: Auf seinem Weg an die Spitze hat Simons App soeben einen Meilenstein erreicht: Mehr Downloads als Sterne in der Bewertung. Glückwunsch!
Raphael: "Warte, hier ist noch einer: Was ist ein Windows-Lehrgang? Ein Crashkurs!" Raphael arbeitet gerne mit Linux.
Milan: "Es gibt sogar einen Vogel, der so heißt wie ich. Ach so, die Frage war, was ich gern in meiner Freizeit mache? Na, Videospiele!"
Fabian: Irgendwo liegt etwas Schrott rum? Kein Problem - Fabian macht dir aus allem eine Drohne!
Nils: Es gibt irgendwo einen Programmierwettbewerb? Nils wird sich schon angemeldet haben!
Johannes: Gib' Johannes ein Problem zum Knobeln und er wird nicht schlafen gehen, bevor er es gelöst hat.
Florian: Deine Website ist nicht, wie die sein (sprich: Design) soll? Florian ist dein Retter in der Not!

 

Wen aus Bremen würdet ihr gerne mal persönlich treffen?

 

Nils: Jan Böhmermann.
Veron: Gert Postel.

Team plan@earth posieren auf einem Geländer für die Kamera

Zusammen wollen die Schüler von Team plan@earth den besten Mini-Satelliten bauen

Quelle: WFB Bremen / Jonas Ginter

Das könnte Sie auch interessieren