Zwei gezeichnete Männer halten Raketen in ihren Armen.

Science Clips: Kerzenwachsrakete

Kerzenwachs als Raketenantrieb? Das geht. Was genau hinter der Idee steckt und wie die umweltfreundliche Rakete funktioniert, verrät der Science Clip. 

Bremer Studierende und WissenschaftlerInnen am Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen haben eine Vision: Eine Rakete, die nur so viel wie ein Kleinwagen kostet und umweltfreundlich ist. Der Schlüssel zu dieser Vision ist Kerzenwachs. Paraffin als Treibstoff kann ungeahnte Kräfte entwickeln, wenn die Mischung stimmt. Zusammen mit flüssigem Sauerstoff entsteht eine Treibstoffkombination, die in einer Brennkammer genügend Schubkraft und Energie freisetzt, um eine 80 Kilogramm schwere und 3,8 Meter lange Forschungsrakete mit Schallgeschwindigkeit auf mindestens 4.000 Meter Höhe zu bringen. Das Projekt, an dem das Team arbeitet hat den wohlklingenden Namen "ZARM Experimental Hybrid Rocket", kurz: ZEpHyR.

2. Platz bei Fast Foward Science 

2016 wurde der Bremer Science Clip beim Wettbewerb Fast Forward Science mit dem zweiten Platz in der Kategorie "Vision" ausgezeichnet. Der mit insgesamt 20.000 Euro dotierte Webvideo-Wettbewerb Fast Forward Science ist ein gemeinsames Projekt von Wissenschaft im Dialog und dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Der Wettbewerb findet seit 2013 jährlich statt. Ziel von Fast Forward Science ist es, Wissenschaftswebvideos eine größere Sichtbarkeit zu verschaffen.

Zweite Rakete soll 2020 fertiggestellt werden

Nachdem die erste Kerzenwachsrakete erfolgreich vom Raketenstartplatz Esrange in Nordschweden aus gestartet wurde, arbeiten die IngenieurInnen und Studierenden des ZARM derzeit an einer zweiten und effizienteren Rakete. Mehr Infos gibt es auf der Webseite des Forschungsprojekts.

 

Lust auf mehr? Dr.-Ing Peter Rickmers, zum damaligen Zeitpunkt Leiter der Abteilung Space Propulsion and Energy Systems (SPES), Raumfahrtantrieb und Energiesysteme am ZARM, seit dem 1. Juni 2016 beim DLR-Institut für Raumfahrtsysteme in Bremen, und Student Thomas Ganser, B.A. Produktionstechnik mit Schwerpunkt Luft- und Raumfahrt, haben uns von ZEpHyR und der spannenden Projektzeit erzählt.

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