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Zu Besuch im Eislabor des AWI

Ein Mann in Winterkleidung vor einer leuchtenden Röhre mit Eis
Forschung bei minus 20 Grad, und das in Deutschland? Gibt es - im Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven!

Quelle: WFB

Der Klimawandel ist ein hochaktuelles und eines der wichtigsten Themen unserer Zeit. Eine große Rolle im globalen Klimasystem spielen dabei die Polargebiete und die Meere. Deswegen erforscht das Alfred-Wegener-Institut in Bremerhaven die Arktis, die  Antarktis, die Meere, Küsten, die Atmosphäre und die Tiefsee. So leisten die Forscher*innen einen sehr wichtigen Beitrag zur Klimaforschung. 

Gerade driftet der Forschungseisbrecher POLARSTERN auf der MOSAiC-Expedition durch das Nordpolarmeer, um neue Erkenntnisse zur Klimaforschung zu gewinnen. Wie spannend und frostig die Eis- und Meeresforschung ist, konnten wir am eigenen Leib erfahren – bei einer Führung durch das Eislabor im Alfred-Wegener-Institut Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. 20 glückliche Gewinnerinnen und Gewinner hatten zum Start des Themenjahres PHÄNOMENAL 2020 die einmalige Chance das Eislabor mal genauer unter die Lupe zu nehmen,

Modelle von Forschungsschiffen, Eisbrecher und der Neumayer-Station III in der Antarktis warten im Eingangsbereich auf uns und geben schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf das, was kommt. Schon vor Beginn der Führung wird deutlich, wie groß sie sind sind und wie viel Know-how in die Unterbringung von Mensch und Technik geflossen ist. Wie wohl das Leben an Bord ist, wenn man mit seiner Crew für mehrere Monate von der Außenwelt abgeschnitten ist? Die grell leuchtende "Survival-Box" lässt zu diesem Zeitpunkt nur erahnen, dass man auf solch einer Expedition gut vorbereitet sein muss.

rote Survival-Box

Quelle: WFB

Ein Modell einer Station im Eis

Quelle: WFB

Durch große Schleusen und lange Gänge ging es dann für uns weiter. Unsere Sorge, wie viele Pullover, Jeans und Jacken man wohl braucht, um bei -20 Grad Celsius nicht als Eiszapfen zu enden, war nicht unbegründet – zumindest gab es für alle Teilnehmenden extradicke Jacken, neben denen sich eine Standard-Winterjacke wie eine luftig leichte Frühlingsjacke auf der Haut anfühlt.

Ein Mann mit dicken gelben Schuhen und Winterbekleidung in einem Labor

Quelle: WFB

Eine Gruppe in Winterkleidung vor einer Eisprobe

Quelle: WFB

Im Eislabor standen wir dann vor verschiedenen Eisbohrkernproben. Um sie zu erhalten, wird in tausende Meter Tiefe im ewigen Eis gebohrt. In diesen Proben sind bis zu 280.000 Jahre Zeitgeschichte gespeichert. Faszinierend! Die Gasbläschen in den Proben sind Zeugen von Schwankungen in der Atmosphäre, von Wintern und Sommern, Vulkanausbrüchen und unterschiedlichen Zusammensetzungen der Treibhausgase einer jeweiligen Zeit.

Zwei Kinder in Winterkleidung betrachten mit einer Personengruppe eine leuchtende Röhre mit Eisproben

Quelle: WFB

Unsere kalten Beine, die Panikknöpfe im Eislabor und im riesigen Röntgenraum für die Untersuchung ganzer Eisbohrkerne zeigten uns und ließen uns hautnah mitlerleben, dass die Arbeit im Labor eine Herausforderung sein kann. So konnten wir einen kleinen Einblick von den Aufgaben und Tätigkeitsfeldern der Forscher*innen am AWI in Bremerhaven gewinnen und auch, wie wichtig die Arbeit für die Klimaforschung ist. 

Ein Mann in rotem Overall steht zwischen zwei Röntgengeräten

Quelle: AWI

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