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CanSat 2018 - ein Satellit in Dosengröße begeistert Schüler und Lehrkräfte

Auf einem Tisch stehen 10 bunte, selbstgebaute Mini-Satelliten nebeneinander aufgereiht.
Im September 2018 traten bei CanSat Germany zehn Teams mit selbst gebauten Satelliten gegeneinander an. Wir begleiteten die beiden Bremer Teams IRIS und plan@earth!

Quelle: DLR

CanSat – ein Satellit, nicht größer als eine Getränkedose und auch in diesem Jahr das Ziel des gleichnamigen Wettbewerbs CanSat Germany, der seine Schatten vorauswirft! Zehn Schüler-Teams entwickeln, bauen und programmieren einen Mini-Satelliten, der nach Monaten eifriger Arbeit mit einer Rakete mehrere hundert Meter in die Luft geflogen wird, um dann mit einem Fallschirm wieder zurück gen Boden zu sinken. Während seines Falls führt der Satellit verschiedene Messungen und andere Aufgaben durch. Dabei lehnt sich das gesamte Projekt von Anfang bis Ende an eine echte Weltraummission an – eine ideale Möglichkeit für Schülerinnen und Schüler also, erste und realitätsnahe Erfahrungen mit Raumfahrtprojekten zu sammeln. Das Sieger-Team des deutschlandweiten Wettbewerbs, der Teil des internationalen Wettbewerbs der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) ist, qualifiziert sich automatisch für den europäischen Wettbewerb. Hat dieser im 2017 noch in Bremen stattgefunden, sind die Azoren (Portugal) 2018 Gastgeber der finalen Runde.

Auf einem Sternenhimmel steht in weißer Schrift" 5. Deutscher CANSAT Wettbewerb 2018 und die Namen Apoapsis (Bayern), Bergdose (Hessen), CASA (Bayern), IRIS (Bremen), LabSat (Baden-Württemberg), PerpetuumMobile (Sachsen-Anhalt), plan@earth (Bremen), RescuePod (Nordrhein-Westfalen), SpaceTin#21107 (Hamburg), Veni Vedi Vici (Niedersachsen). Oben links fällt eine Getränkedose mit einem Fallschirm runter, der Fallschirm trägt die Farben schwarz, rot, gold.

Quelle: Deutscher CanSat-Wettbewerb

Um den Schülerinnen und Schülern die bestmögliche Vorbereitung für den Wettbewerb zu ermöglichen, fand im DLR_School_Lab Bremen auf dem Gelände der Universität Bremen ein zweitägiger Workshop für Betreuerinnen und Betreuer sowie Lehrkräfte statt. Es war die erste Zwischenstation eines noch längeren Weges, der Ende September spektakulär mit dem Start der Rakete und den gebauten Mini-Satelliten endete.

Eine Bereicherung für SchülerInnen und Lehrkräfte gleichermaßen

Dirk Stiefs, den Sie bereits aus unserem Rückblick zu den Coachings der KiTa-ErzieherInnen kennen, ist der Leiter des DLR_School_Lab Bremen. Er ist sichtlich mit Motivation und Begeisterung bei der Sache und erklärt uns, welchen Beitrag das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im CanSat-Wettbewerb leistet. 

 

In welchem Rahmen engagiert sich das DLR bzw. das DLR_School_Lab Bremen bei CanSat, was sind Ihre Aufgaben?

 

Der CanSat-Wettbewerb hier in Bremen ist auf ganz viele Schultern verteilt. Die Hochschule Bremen ist dabei, die Universität Bremen, die Industrie und viele weitere Akteure. Das DLR ist eine der Institutionen, die den Wettbewerb unterstützen - auf ganz vielfältige Art und Weise. Zum einen sind wir vom DLR_School_Lab für die Lehrerfortbildung verantwortlich, bei der den Betreuern der Teams gezeigt wird, wie man so einen Mini-Satelliten baut. Es gibt eine Primär-Mission, bei der der Luftdruck und die Temperatur gemessen werden sollen. Nach diesem Workshop wissen die Lehrkräfte, wie das im Prinzip funktioniert und können dann auch ihren Teams die Technik vermitteln, sofern die Schüler selber noch keine Erfahrung damit haben. 

 

Das DLR ist auch in der Jury vertreten, die aus sechs Institutionen besteht, die zum einen im ersten Anlauf nach Bewerbungsschluss die Teams der finalen Wettbewerbsrunde für den deutschlandweiten Contest auswählt, zum anderen dann später auch den ersten Platz vergibt und damit auch entscheidet, welches Team Deutschland im europäischen Wettbewerb vertritt. Das DLR übernimmt auch einen Teil der Kosten. Das ist kein Sponsoring, das dürfen wir nicht. Aber es gibt immer anfallende Kosten, die dann ans DLR weitergegeben werden, weshalb wir in dem Rahmen auch Förderer des Wettbewerbs sind.
 

In welchen Punkten unterscheidet sich die Zusammenarbeit mit Lehrkräften und den Jugendlichen?

 

Die Schüler unterstützen wir nicht direkt. Da halten wir uns bewusst raus, weil ja alle Teams unter den gleichen Bedingungen arbeiten sollen. Alle Teams werden allerdings materiell unterstützt, indem sie sich notwendige Elektronik aussuchen können. Sie kriegen dafür einen Gutschein. Die Jury unterstützt die Teams auch während des Wettbewerbs. Denn die müssen zwischendurch auch einen Bericht abgeben, zu dem es ein Feedback gibt. Anhand dessen wird dann zum Schluss ein Abschlussbericht verfasst. Die Schüler lernen während des gesamten Projektes, ganz nah am Berufsleben, wie so etwas abläuft. 


Wir haben uns bei den Phasen im CanSat-Wettbewerb an den Phasen in der Raumfahrt orientiert. Viele fokussieren sich immer auf die Technik, aber zu berückschtigen gilt auch die Öffentlichkeitsarbeit, das Einwerben von Sponsorengeldern, die Teamkoordination und der gesamte Lernprozess. Die Jury guckt nicht nur danach, welche Technik zum Einsatz kam und ob sie funktioniert hat. Auch die wissenschaftliche Fragestellung dahinter soll stimmig sein, ebenso die Öffentlichkeitsarbeit, die ganze Teamarbeit und die Entwicklung während des Wettbewerbs. All diese Faktoren fließen am Ende mit in die Entscheidung ein. Die Schüler lernen dabei, wie vielfältig so ein Arbeitsleben ist und wie gut man sich koordinieren muss. Am Ende sagen alle "Hätten wir mal früher angefangen" und "Hätten wir mal gleich mehr gemacht" und "Wir haben dann gemerkt, man muss ja so viel…".


Der Wettbewerb schweißt die Teams zusammen. Wir haben am Ende immer Teams, die als Konkurrenten auftreten, aber eigentlich sind sie alle Gewinner, denn sie stehen in der Endrunde. Und so sehen das die Teams später auch. Das geht dann so weit, dass sie sich gegenseitig bei Schwierigkeiten helfen. Die finale Woche am Ende des Wettbewerbs, in der die Raketen starten und die Satelliten ihre Leistung bringen müssen, schweißt die Schüler dann noch mal richtig zusammen.

 

Was denken Sie, welche Rolle kann ein deutschlandweiter und im späteren Verlauf vielleicht sogar europaweiter Wettbewerb wie CanSat bei den Jugendlichen und Lehrkräften einnehmen? Was nehmen die Teilnehmenden inhaltlich mit, was persönlich?

 

Besonders die letzte Woche führt dazu, dass sie diesen Wettbewerb sehr intensiv erleben und sich auch im Nachhinein noch damit auseinandersetzen. Das geht bis zum Berufswunsch. Wir haben ein Ehemaligen-Netzwerk und auch unser Freiwilligendienstleistender, der gerade hier im Schülerlabor ist, hat am CanSat-Wettbewerb teilgenommen und möchte jetzt in der Raumfahrt studieren. Eine unserer Mitarbeiterinnen war damals im Berliner CanSat-Team - und hat gewonnen. Jetzt studiert sie hier in Bremen und arbeitet bei uns im Schülerlabor.

 

Das sind natürlich nur Einzelbeispiele, aber ich habe schon den Eindruck, dass die Teilnahme bei CanSat die Laufbahn prägt, indem die Schüler schon früh – nämlich bereits vor dem Studium – eine tolle Bestätigung bekommen und ein Erfolgserlebnis haben. Außerdem bekommen die teilnehmenden Jugendlichen einen Einblick, worauf man sich einlässt. Technik kommt ja in vielen Schulen kaum vor und wer diesen Wettbewerb durchläuft, der sammelt wertvolle Erfahrungen mit der Arbeitsweise in der Wirtschaft. Natürlich im spielerischen Rahmen, aber das ist schon sehr nah an der Realität. Die Schüler lernen technisch eine ganze Menge und nehmen viel mit. 


Auch von Lehrerseite aus ist CanSat ein schönes Projekt, weil es ganz unabhängig vom Curriculum stattfindet. Die Teilnahme am Wettbewerb ist natürlich ein Zusatzaufwand. An einigen Schulen gibt es dafür AGs, Profil- oder Projektangebote für die Oberstufe. Manche Schulen sehen solche Wettbewerbe vor, andere machen das nebenbei, quasi "on top" zu dem, was sie sonst leisten müssen. Hier haben wir in der Regel sehr engagierte Lehrerinnen und Lehrer. Und auch die sind am Ende begeistert von dem Wettbewerb. Deswegen haben wir häufig auch viele Wiederholungstäter dabei.

 

Der Vorbereitungsworkshop für die Lehrkräfte geht über zwei Tage, was wird an diesen beiden Tagen konkret gelehrt?

 

Die Grundlagen: Wie funktioniert die Mikroelektronik, wie kann man selber kreativ tätig werden, wie wird das ganze programmiert? Vom Zusammenstecken und Programmieren dieser einzelnen Sachen über Lötübungen, wird alles an Grundlagen bei uns ausprobiert und begleitet.

Bei CanSat drücken die Lehrkräfte freiwillig die Schulbank

Wir haben uns den ersten Vorbereitungsworkshop nicht entgehen lassen und die Gelegenheit genutzt, zwischen Theorie und Lotübungen mit den tüftelnden Betreuern und Lehrkräften zu sprechen.

 

Wir nehmen Sie mit in den Übungsraum des DLR_School_Lab Bremen!

Eine Frau und ein Man sitzen an einem Tisch und löten, beide lachen. Links daneben beugt sich ein Mann über den Tisch und schaut zu.

Quelle: WFB

CanSat 2018: Die Bremer Teams

IRIS

Weitere Infos zum Bremer Team IRIS bekommen Sie auf der Website. Folgen Sie dem Team auch gerne bei

Schülerinnen bei der Arbeit

CanSat Germany 2018

Das Bremer Team IRIS

Quelle: WFB/Ginter

plan@earth

Weitere Infos zum Bremer Team plan@earth bekommen Sie auf der Website. Folgen Sie dem Team auch gerne bei

Zwei Mitglieder vom Team arbeiten gemeinsam

CanSat Germany 2018

Das Bremer Team plan@earth

Quelle: WFB Bremen / Jonas Ginter

Auf einem weißen Hintergrund das Logo von CanSat Germany. Eine mit schwarz, rot, goldenem Fallschirm fallende, silberne Getränkedose. Rechts daneben steht in schwarzer Schrift CANSAT GERMANY

Zur Website von CanSat Germany

Infos in den sozialen Medien unter dem Hashtag #CanSatDE18

Quelle: Deutscher CanSat-Wettbewerb

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