© WFB/Jan Rathke
Bremens Wissenschaft ist exzellent! Und daran haben natürlich die vielen schlauen Köpfe, die sich in den Laboren und den Hörsälen tummeln, erheblichen Anteil. Wer steckt hinter dem Erfolg der Bremer Wissenschaft? In unserer Porträt-Reihe Wissenschaft persönlich stellen sich Wissenschaftler:innen und Wissenschaftskommunikator:innen regelmäßig unseren Fragen – und verraten, was sie an ihrer Arbeit lieben und warum der Standort Bremen für sie genau der richtige ist.
Im Dezember stand uns Rasmus Cloes Rede und Antwort: Er leitet den Bereich Transfer und Kommunikation am BIPS, dem Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie, und baut Brücken zwischen Wissenschaft und Gesellschaft – etwa im Rahmen spannender Citizen-Science-Projekte. Wie sein perfekter Freimarktstand aussehen würde und was ihn an seiner Arbeit besonders begeistert, verrät er hier bei „Wissenschaft persönlich“.
Heidschnucken-Schäfer. Das war mein Kindheitstraum.
Wenn wir mit unserer Arbeit dazu beitragen können, die Welt ein kleines Stück zu verbessern. Neulich erst: Bremen führt ein Nachtfahrverbot für Mähroboter ein – eine Forderung aus Guardians of the Hedgehogs, um Igel zu schützen..
Wie eine Mischung aus Redaktion und Fernsehstudio. Mit gemütlichen Sofas, großen Bildschirmen, riesigen Lautsprechern und leistungsstarken Drucken. Dort könnte ich mit den Menschen jene Themen besprechen, die ihnen wichtig sind, und wir schauen, wie wir sie am besten unter die Menschen bringen– ob als kurzer Post, langer Text oder Video. Wenn es gelingt, gibt es einen Preis.
Am BIPS erforschen wir, wie Menschen länger gesund leben können. Meine Rolle ist es, diese Erkenntnisse bestmöglich wieder zurück in die Gesellschaft zu bringen. Ich kann die Menschen also vor Krankheiten schützen und ihnen zu selbstbestimmen Entscheidungen für ihre Gesundheit verhelfen. Das finde ich schön!
Es gibt diesen Spruch: Gesundheit ist nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts. Anders als erfolgreiche Klima-Wissenschaftler:innen retten wir vielleicht nicht die gesamte Welt, aber indem wir den Menschen helfen, ihre eigene Gesundheit zu erhalten und sie vor Krankheiten zu schützen, retten wir für den:die einzelne:n ihre kleine Welt.
Mein Kopf und danach dann ganz langweilig der Laptop. Es kommen aber mittlerweile aber auch Kamera und Mikrophon hinzu.
Ich bin in der Tat in Bremen geboren und hier zur Schule gegangen. Dann war ich lange weg – in Berlin, Leipzig und Hamburg. Habe dort als Medizinjournalist gearbeitet. Als ich gehört habe, dass am BIPS eine Stelle in der Wissenschaftskommunikation frei wird, hat mich das wieder nach Bremen gelockt.
Bremen hat kurze Wege und trotzdem alle wichtigen Teilbereiche eines Landes: eine eigene Regierung, starke Forschungsinstitute und eine aktive Presselandschaft. Eine perfekte Grundlage, um neue Ideen zu diskutieren und zur erproben.
Ich vermisse manchmal die kulinarische Vielfalt von Berlin und Hamburg, aber alles hat seinen Preis.
Mit dem Rad. Ich kann aus dem Viertel fast komplett auf einer Fahrradstraße ans BIPS fahren. Das ist Luxus. Hamburg war da lange nicht so weit.
Ein Igel. Oft übersehen. Ein Tier mit erstaunlichen Fähigkeiten, das, wenn es nötig ist, seine Stacheln aufstellen kann. Und eigentlich doch von allen heiß geliebt wird, so wie die Bremer Wissenschaftslandschaft.
Ich habe mich eigentlich immer eher über gute Texte definiert. Dann hatten wir die Idee für einen Podcast und ich musste plötzlich vor die Kamera. Das war für mich eine große Überwindung. Jetzt läuft bereits seit zwei Jahren sehr erfolgreich unser Digital Public Health Podcast mit über 40 Folgen. Das war eine große Herausforderung, an der ich aber wohl am Ende gewachsen bin. Mir macht die Arbeit vor der Kamera mittlerweile unglaublich Spaß!
Ich sorge mich um die Flut an generischen Inhalten, die durch generative KI entstehen. Es ist leicht damit Meinungen zu beeinflussen, komplizierte Erkenntnisse zu übertönen. Ich glaube, das wird für die Wissenschaftskommunikation – und auch für die Gesellschaft – herausfordernd.
Ich versuche Menschen zu helfen, wo es geht. Oft sind es für einen selber kleine Dinge, die für andere in dem Moment viel bedeuten. In der Regel kommt das Gute dann irgendwann zu einem zurück.
Sich im Job Hilfe suchen, wenn man nicht weiterkommt. Als junger Journalist wollte ich alles selbst schaffen, dabei lohnt sich der Blick von anderen eigentlich immer.
Sport. Jeder Sport. Laufen, Fußball mit den Kindern, oder neuerdings: Schwertkampf. Man vergisst alles andere, wenn ein Anderthalbhänder auf einen zu rauscht.
Ostertor. Kleine Bars, kleine Küchen, große Gemütlichkeit. Und Dönerbuden, die wissen, was sie tun. Als konkrete Empfehlung: das Eisen. Dort gibt es seit einigen Jahren sehr gute Konzerte und sie sponsern neuerdings sogar eine sehr erfolgreiche Fußballmannschaft.
Mit der Stadt selbst: ein Lauf über den Stadtwerder, ein Sprung in den Werdersee, danach ein Getränk im Biergarten. Bremen erklärt sich am besten in Bewegung. In wenigen Städten liegt eine solch wunderbare Natur direkt neben einem Szenekiez. Das ist einmalig!
Mit einem Stürmer von Werder Bremen. Welcher ist mir egal. Einmal ins Weserstadion einlaufen, einmal den Ball ins Netz jagen und 40.000 Menschen jubeln hören. Das reicht für ein ganzes Leben Glückshormone.
© WFB/Jan Rathke
Fachbereich / Forschungsfeld
Epidemiologie /Public Health
Aktuelle Position / Funktion
Leitung Transfer und Kommunikation
Aktuelle Tätigkeiten / aktuelle Forschungsprojekte
Organisation des Austausches zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Etwa im Citizen Science Projekt.
Geburtsjahr
1986
Familienstand
Ledig, in fester Partnerschaft mit drei Kindern
Bremer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen sich unseren Fragen - und verraten dabei, was sie am Wissenschaftsstandort Bremen besonders schätzen.
© WFB/Jonas Ginter
© WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH/T. Vankann