Wissenschaft persönlich: Dr.-Ing. Florian Sayer

Ein Mann in einem dunkel blauen Sakko hält ein metallenes Exponat in der Hand. Neben ihm steht eine Glasvitrine mit weiteren Exponaten.
Dr.-Ing. Florian Sayer ist Geschäftsfeldleiter im Bereich Energie am Fraunhofer IFAM. In seiner Rolle versucht er einerseits die Aktivitäten am Fraunhofer IFAM auf die Marktbedarfe des Energiebereichs auszurichten und andererseits die Kernkompetenzen des Instituts in Angeboten zu bündeln. Dabei legt er besonderen Wert auf innovative Materialien und Fertigungsprozesse, die entscheidend zur Effizienz und Nachhaltigkeit beitragen.

Bremens Wissenschaft ist exzellent! Und daran haben natürlich die vielen schlauen Köpfe, die sich in den Laboren und den Hörsälen tummeln, erheblichen Anteil. Wer steckt hinter dem Erfolg der Bremer Wissenschaft? In unserer Porträt-Reihe Wissenschaft persönlich stellen sich Wissenschaftler:innen und Wissenschaftskommunikator:innen regelmäßig unseren Fragen  und verraten, was sie an ihrer Arbeit lieben und warum der Standort Bremen für sie genau der richtige ist.

Im April stand uns Dr.-Ing. Florian Sayer Rede und Antwort: Als Geschäftsfeldleitung im Bereich Energie am Fraunhofer IFAM beschäftigt er sich mit Materialien der Energiewende. Er legt besonderen Wert auf innovative Materialien und Fertigungsprozesse, die entscheidend zur Effizienz und Nachhaltigkeit beitragen. Was Florian Sayer besonders an seiner Arbeit begeistert und was er am Wissenschaftsstandort Bremen schätzt, verrät er hier bei „Wissenschaft persönlich":

  • Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Wissenschaftler bzw. Wissenschaftskommunikator geworden wären?

Tatsächlich hatte ich keine besonders ausgeprägten Berufswünsche. Ich war immer neugierig und wollte etwas mit dem Kopf, hin und wieder mit den Händen, und gerne auch mit Menschen machen. Ich denke, dies ist in der Wissenschaft an vielen Stellen möglich.

  • Wann finden Sie Ihren Job klasse? Welche Momente sorgen für Begeisterung?

Mich fasziniert die angewandte Forschung. D.h. naturwissenschaftliche oder technische Lösungen für industrielle oder gesellschaftliche Herausforderungen zu finden bzw. umgekehrt auch Forschungsfragen aus Herausforderungen abzuleiten.

  • Stellen Sie sich vor, Sie hätten auf dem Freimarkt einen Stand und müssten nun den Besucher:innen erklären, an was Sie gerade arbeiten – wie sähe Ihr Stand aus?

Das wäre ein interaktiver Stand zu den Materialien der Energiewende, der die Besucher:innen einlädt, die Vielfalt der Werkstoffe zu entdecken, die unser Energiesystem prägen.

Es gäbe verschiedene Stationen mit anschaulichen Erklärungen. Eine Sektion würde Composites für Rotorblätter behandeln, während eine andere das Thema Wasserelektrolyse aufgreift. Zudem könnten die Besucher:innen interaktive Modelle von Batterietechnologien erleben, die für Energiespeicherung und Mobilität wichtig sind. Auch Ressourcenverfügbarkeit und Kreislaufwirtschaft würden thematisiert.

Insgesamt wäre mein Stand eine lebendige Plattform, auf der die Besucher:innen aktiv mitmachen und mehr über die Rolle von Materialien in der Energiewende erfahren können.

  • Welche gesellschaftliche Bedeutung hat Ihre Arbeit und worin besteht der Nutzen?

Das ist recht einfach: Eine der zentralen Herausforderungen unserer Zeit ist die nachhaltige Transformation unseres Energiesystems und unserer Industriegesellschaft.

  • Wann sprechen Sie bei Ihrer Arbeit von Fortschritt? Oder anders gefragt: Womit retten Sie die Welt?

Die Welt können wir nur zusammen retten. Ich hoffe, dass ich den ein oder anderen zu Beiträgen motiviere und an der ein oder anderen Schraube drehen kann, damit die nächsten Generationen auf einer lebenswerten Welt im schönen Bremen leben.

  • Verraten Sie uns Ihr liebstes Arbeitsinstrument oder Ihre wichtigste Forschungsmethode?

Die wichtigsten Arbeitsinstrumente sind Neugierde und Fragen – also das Verstehen wollen. Zum Glück haben wir heute großartiges Equipment und hervorragende Tools, die uns bei der Beantwortung der Fragen hilft.

  • Wann und warum führte Sie Ihr Weg nach Bremen? Und woher kamen Sie?

Ich bin schon in Bremen zur Schule gegangen und habe in Bremen studiert und bin gewissermaßen ein Bremer Eigengewächs…

  • Was schätzen Sie am Land Bremen als Wissenschaftsstandort? Was hält Sie hier?

Ich schätze die enge Vernetzung zwischen Wissenschaft, Industrie und der Politik sowie die vielfältigen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Forschungseinrichtungen und Unternehmen.

  • Fehlt Ihnen etwas?

Bremen ist ein toller Wissenschaftsstandort. Da aber bekanntlich „das Bessere der Feind des Guten ist“, kann der Standort natürlich noch attraktiver werden – also eine noch intensivere Vernetzung, noch schnellere Prozesse und ein weiterer Ausbau der Forschungsinfrastruktur.

  • Die Wege in Bremen und Bremerhaven sind bekanntlich kurz. Wie bewegen Sie sich durch die Stadt?

Ganz typisch für Bremen – mit dem Fahrrad.

  • Wenn Sie die Wissenschaftsszene im Land Bremen mit einem Tier vergleichen sollten, welches würden Sie wählen und warum?

Ich würde die Wissenschaftsszene mit einem Bienenstock vergleichen, da viele Akteure im „Bremen-Valley“ zusammenarbeiten, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen und dabei eine große Vielfalt an Fachwissen einbringen.

  • Was war die größte Herausforderung Ihrer wissenschaftlichen/beruflichen Laufbahn, die Sie zu meistern hatten?

In der Wissenschaft bzw. im Berufsleben steht man oft vor Herausforderungen. Die vielleicht größte Herausforderung war die Akquisition und das Management eines großen internationalen Forschungsvorhabens zum Thema Rotorblattzuverlässigkeit. Einerseits hat die internationale Zusammenarbeit riesigen Spaß gemacht und andererseits war es eine Herausforderung den Interessen der unterschiedlichen Stakeholder gerecht zu werden und das Projekt auf der Spur zu behalten. 

  • Welche stehen Ihnen noch bevor?

Das werde ich noch sehen.

  • Haben Sie eine persönliche Erfolgsformel?

Nein, die habe ich nicht. Ich denke aber, dass eine gewisse Beharrlichkeit an vielen Stellen nützlich war.

  • Aus welchem Scheitern haben Sie am meisten gelernt?

Ich habe bei der Planung eines mechanischen Prüfaufbaus einmal Zentimeter und Zoll verwechselt. Da habe ich deutlich vor Augen geführt bekommen, wie wichtig es ist genau hinzusehen.

  • Wobei oder wodurch wird Ihr Kopf wieder frei?

Bei Aktivitäten mit der Familie, einem guten Essen, einem Lauf durch den Bürgerpark oder dem Kraulen unserer Katze.

  • Die nächsten Nachwuchswissenschaftler:innen ziehen nach Bremen. Was würden Sie ihnen raten, wo man wohnen und abends weggehen soll?

Bremen ist ja zum Glück sehr vielfältig. Insofern ginge es mir vor allem darum, die Nachwuchswissenschaftler:innen kennen zu lernen und ich bin sicher, dass Bremen dann ein passendes Angebot hat.

  • Mit wem würden Sie diese Wissenschaftler:innen hier in Bremen oder Bremerhaven bekannt machen wollen?

Ich bin überzeugt, dass in Bremen für die Nachwuchswissenschaftler: innen wissenschaftlich oder gesellschaftlich spannende Persönlichkeiten leben, fände es aber unfair, hier einzelne Personen herauszugreifen.

  • Wenn Sie einen Tag lang Ihr Leben mit einer Bremer oder Bremerhavener Persönlichkeit tauschen könnten, wessen Leben würden Sie wählen?

Hm… Ich bin zufrieden mit meinem Leben und insofern kommt ein Tausch nicht in Frage. Aber natürlich wäre es schon spannend an der ein oder anderen Stelle mal Mäuschen zu spielen oder den Lebensweg verschiedener Bremer oder Bremerhavener Persönlichkeiten näher zu verfolgen…

EIn Mann steht lachend vor einem blauen Hintergrund

Fachbereich / Forschungsfeld
Materialien der Energiewende

Aktuelle Position / Funktion
Geschäftsfeldleitung Energie am Fraunhofer IFAM

Aktuelle Tätigkeit / aktuelles Forschungsprojekt
In meiner aktuellen Rolle versuche ich einerseits die Aktivitäten am Fraunhofer IFAM auf die Marktbedarfe des Energiebereichs auszurichten und andererseits die Kernkompetenzen des Instituts in Angeboten zu bündeln. Dabei lege ich besonderen Wert auf innovative Materialien und Fertigungsprozesse, die entscheidend zur Effizienz und Nachhaltigkeit beitragen.

Geburtsjahr
1979

Familienstand
Verheiratet, 3 Kinder

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