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Spielplanvorstellung 2019/20 im Theater Bremen

Spielplanvorstellung 2019/20 im Theater Bremen
Das Theater Bremen stellt ihr Programm für 2019/20 vor.

Quelle: Bremen.online / JUA

Auf einen Blick

Termin

20.09.2019
00:00

Ort

Theater am Goetheplatz

Goetheplatz 1

28203 Bremen

Spielplanvorstellung 2019/20

Am Vormittag stellte das Theater Bremen in der Spielplan-Pressekonferenz das Programm für die Spielzeit 2019/20 vor. Kulturstaatsrätin Carmen Emigholz betonte, dass „der Facettenreichtum, den das Theater Bremen dem Publikum bietet, durch das besondere Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermöglicht wird und eine große Würdigung verdient.“ Auch Intendant Michael Börgerding freute sich über viele verbindliche und langjährige Zusammenarbeiten am Haus: „Armin Petras wird auch in der kommenden Spielzeit als Hausregisseur und Hausautor hier sein, Tatjana Gürbaca, derzeit eine der bedeutendsten Regisseurinnen im Musiktheater, kommt für eine Inszenierung ans Theater Bremen zurück und Dušan David Pařízek konnten wir nochmal für eine Schauspiel-Regie gewinnen, das ist schon etwas Besonderes“, sagte Börgerding bei der Eröffnung der Pressekonferenz.

Eröffnet wird die Saison im Musiktheater mit Richard Strauss‘ „Der Rosenkavalier“ unter der Musikalischen Leitung von Yoel Gamzou, Generalmusikdirektor des Theater Bremen, inszeniert von Frank Hilbrich, Premiere ist am 20. September. Gerade mehr oder weniger glücklich vom brüchigen Eis des Begehrens heruntergeschlittert, gerät das Publikum in den nächsten, abgründigen Rausch: Im Oktober kommt Mozarts „Don Giovanni“ auf die Bühne, Musikalische Leitung Hartmut Keil, für die Inszenierung zeichnet Tatjana Gürbaca verantwortlich.

Im November widmet sich dann das Erfolgsteam von „Ein Maskenball – Un ballo in maschera“, Dirigent Marco Comin und Regisseur Michael Talke, einer tragischen Titelheldin: Georg Friedrich Händels „Alcina“ kommt ins Theater am Goetheplatz. Nach einer opulenten Gala zum Jahreswechsel („Pariser Leben“, Musikalische Leitung Killian Farrell, Regie Lennart Hantke), die ins Repertoire übergehen wird, nähern sich in ihrer dritten gemeinsamen Arbeit Marco Štorman und Sänger Claudio Otelli den zarten und zerstörerischen Klangwelten Wolfgang Rihms: die Kammeroper „Jacob Lenz“ wird unter der Musikalischen Leitung von Hartmut Keil im Februar Premiere feiern.

Zum ersten Mal im Theater Bremen zu erleben ist der Generalmusikdirektor der Bremer Philharmoniker Marko Letonjaim März 2020: Er übernimmt die Musikalische Leitung bei Giuseppe Verdis „Falstaff“, inszeniert von Paul-Georg Dittrich. Im Mai arbeiten dann Hausregisseur Armin Petras und Generalmusikdirektor Yoel Gamzou nach „Lady Macbeth von Msenzk“ und „Die tote Stadt“ zum dritten Mal zusammen. Sie bringen Leoš Janáčeks Oper aus dem mährischen Bauernleben „Jenůfa“ auf die Bühne im Theater am Goetheplatz.

Eine Uraufführung im Musiktheater steht am Ende der Spielzeit: Mit der interaktiven Gabelstapler-Oper über Ordnung und Unordnung von Marc Sinan, Tobias Rausch und Konrad Kästner wird „Chaosmos“ im Juni 2020 im Kleinen Haus Premiere feiern: „NOperas!“ ist eine Initiative des Fonds Experimentelles Musiktheater (feXm), in gemeinsamer Trägerschaft von NRW KULTURsekretariat und Kunststiftung NRW, in Kooperation mit der Oper Halle und der Oper Wuppertal.

Fünf Uraufführungen hat das Schauspiel für die Spielzeit 2019/20 im Programm und gleich die Eröffnungspremiere am 13. September gehört dazu: die junge Regisseurin Pınar Karabulut inszeniert Mehdi Moradpours „Attentat oder frische Blumen für Carl Ludwig“ im Kleinen Haus. Felix Rothenhäusler bringt die nächsten beiden Uraufführungen auf die Bühne, im September Jan Eichbergs „The End. Eine Replikantenoper“ und im November das neue Stück von Hausautor Akın Emanuel Șipal, der mit „Mutter Vater Land“ hundert Jahren Familiengeschichte nachspürt. Selen Kara kümmert sich mit der Uraufführung  von John von Düffels Fassung von Kurt Helds „Die rote Zora und ihre Bande“ um alle Menschen ab sechs Jahren: Im November geht’s los mit dem Familienstück im Theater am Goetheplatz. Das letzte neue Stück, das die Welt auf den Brettern im Kleinen Haus erblickt, ist „Die Marquise von O. … – Faster, Pussycat! Kill! Kill!“ von Enis Maci nach Heinrich von Kleist und Russ Meyer, das in der Regie von Elsa-Sophie Jach im April kommt.

Keine Uraufführung aber ziemlich frisch: Auch Anke Stellings „Schäfchen im Trockenen“ wird im April im Brauhauskeller zu sehen sein, inszenieren wird das Stück, für dessen Romanvorlage Stelling mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet wurde, Nina Mattenklotz. Hausregisseurin Alize Zandwijk startet mit Wajdi Mouawad in die Spielzeit, sein Stück „Vögel“ wirft die große Frage nach der Identität auf, danach, wie wir wurden, was wir sind: Zandwijk stellt sich ihr ab dem 28. September im Theater am Goetheplatz. Zwei Mal Brecht steht ebenfalls auf dem Programm, einmal „Die Dreigroschenoper“ inszeniert von Klaus Schumacher, musikalisch eingerichtet von Tobias Vethake (Premiere im Februar 2020) und Alize Zandwijk bringt „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ auf die Bühne im Theater am Goetheplatz.

Mit einem Musical nach Virginie Despentes kommt LA FLEUR ans Theater Bremen: „Nana bekommt keine Pocken im Pro Sex Feminismus“ feiert im Februar im Kleinen Haus Premiere und ist eine Koproduktion von LA FLEUR, Theater Bremen, MC93 – Maison de la Culture de Seine Saint-Denis und La Commune, centre dramatique national, Aubervilliers. Die Kooperation mit LA FLEUR wird gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen von „Nana und der Pro Sex Feminismus“.

„Schloss Rosmersholm“ von Henrik Ibsen in der Regie von Armin Petras kommt im November ins Kleine Haus, am Nikolaustag feiern dann Annemaaike Bakker und Maartje Teussink lieber Madonnas 61. Geburtstag mit „In Bed with Madonna“ und zum Ende der Spielzeit gibt es mit Anton Tschechows „Drei Schwestern“ ein Wiedersehen mit dem preisgekrönten Regisseur Dušan David Pařízek, dem Bremer Publikum sicher noch gut bekannt durch „Die zehn Gebote“.

Im Tanz tun sich Samir Akika und Unusual Symptoms mit den Jungen Akteur*innen bei „Young dogs do cry sometimes“ zusammen, Premiere feiern sie im Februar 2020 im Kleinen Haus. Im Oktober bringt der ungarische Choreograf Máté Mészáros „Spektrum“ auf die Bühne im Kleinen Haus, das Bremer Videokunst-Kollektiv Urbanscreen kreiert dafür einen Raum, der durch das Spiel mit Video und Licht verblüffende Perspektivenwechsel erzeugt. Die dritte Tanzproduktion mit Unusual Symptoms kommt in der Choreografie von Núria Guiu Sagarra im Mai im Rahmen des Festivals TANZ Bremen zur Premiere: Mit „Followers Grow Magic“ wirft die katalanische Choreografin ihren Blick auf den Körper im digitalen Zeitalter.

Die erfolgreiche Reihe „PBTanz“, bei der Mitglieder des Tanzensembles einen Einblick in ihr Können, ihre Geschichte und ihre Leidenschaften geben, wird auch in der Spielzeit 2019/20 fortgesetzt und Samir Akika entwirft mit „Bravehearts“, einer Begegnung zwischen der Tänzerin Kiri Haardt und ihrer Tochter, einen Gegenpol zu dem in den beiden Bremer Gastspielen viel gelobten „Pink Unicorns“.

Darüber hinaus zeigt das Theater Bremen die erste Produktion von TanzRAUM Nord – Global Moves, einem von den Choreografen Helge Letonja und Felix Landerer initiierten Produktionsverbund, der sich mit einem hierfür gegründeten zehnköpfigen Ensemble für die Stärkung der freien Tanzszene im Nordwesten einsetzt. Dazu kooperieren Bremen, Niedersachsen, die Städte Bremen und Hannover, deren Stadt- und Staatstheater sowie weitere Bühnen und freie Spielstätten der Region, das Projekt wird gefördert von TANZPAKT Stadt-Land-Bund aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Das Moks startet mit „Die Zertrennlichen“ von Fabrice Melquiot in der Regie von Theo Franzs in die Spielzeit (Premiere, 21. September), einer Geschichte über Freundschaft, das Zusammenleben verschiedener Kulturen auf engem Raum und über die zerstörerische Kraft von Alltagsrassismus für alle ab 9 Jahren. Mit der „Tanz der Sterne“ kommt gleich eine Woche später (29. September) eine Uraufführung für Zuschauer*innen ab 6 Jahren in den Brauhauskeller. Die Choreografin Salome Schneebeli wird gemeinsam mit der Videokünstlerin Heta Multanen und mit dem Ensemble ein Stück zur Faszination des Alls und ferner Galaxien entwickeln. In „Der rote Baum“ nach Motiven von Shaun Tan geht die vielfach ausgezeichnete Regisseurin Hannah Biedermann  der Frage nach, wie man die grauen Zeiten, die zum Leben dazu gehören, überstehen kann. In Kooperation mit dem Schauspiel bringt Alexander Riemenschneider im Dezember „Jugend ohne Gott“ nach dem Roman von Ödön von Horváth ins Brauhaus.

Im Januar kooperieren dann die Jungen Akteur*innen mit der Schauspiel-Sparte: bei „Frühlings Erwachen“, einem Projekt nach Frank Wedekind in der Regie von Alize Zandwijk. Nach dem Projekt „Mütter“ mit Bremer Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern horcht sie mit einer Gruppe junger Männer unterschiedlicher Kulturen auf Grundlage von Wedekinds Drama in die Welt hinein. Auch die restlichen Jungen Akteur*innen verstecken sich nicht vor schwierigen Themen: Mit dem Schmusical „Like a Virgin“ für alle ab 12 Jahren gehen sie den Fragen des Teenagerdaseins auf den Grund (Premiere im April 2020), beim Spektakel zum Spielzeitende „Mani:fest der Jugend“ verschaffen sie sich am 11. Juli mit Bands, Flashmobs und Interventionen auf dem Goetheplatz Gehör.

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