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KLUB BÜHNE 46 - schweben

Auf einen Blick

Termin

27.09.2018
19:00 - 22:00


Ort

Modernes
Neustadtswall 28
28199 Bremen

0421-505553

Am 27. September lädt KLUB DIALOG zur KLUB BÜHNE #46 ›schweben‹ ab 19 Uhr ins Modernes. Passend zu den STERNSTUNDEN 2018 werden die kreativen Köpfe hinter den Planeten hervorgeholt. Schweben Sie in andere Welten, knabbern Weltraum-Nüsse und schauen sich das Ganze mal aus dem All an. Fünf Bühnengäste berichten in knackigen sieben Minuten, wie sie es schaffen zu schweben – und wo die Schwierigkeit darin liegt.

 

An einem Sonntag hat sich die 685 Kilogramm schwere Raumsonde Parker Solar Probe auf den Weg zur Sonne gemacht. Nun schwebt sie dahin. Denken wir. Im unendlichen Universum sehen selbst die größten Flugobjekte ja schwerelos aus. Geschwindigkeit und Zeit tun da nichts zur Sache.

 

Schweben ist dem Fliegen schließlich nicht unähnlich, fast das Gleiche, könnte man sagen, nur ohne Beschleunigung, vielleicht auch ohne Zeit, aufgelöst in einem größeren Irgendwas. Und das ist das Entscheidende. Wir Menschen bekommen so ein tatsächliches Schweben aus physikalischen Gründen ohne Hilfsmittel freilich nicht hin – aber im Inneren, im Geiste, da lässt es sich herrlich schweben. Faszinierend ist das und verlockend. Eine Sehnsucht, ein wunderbarer Seinszustand. Genussvoll. Trotz der Gefahr, durch unbedachte Bewegungen eventuell aus der Balance zu geraten, abzustürzen und hart aufzuschlagen.

 

Gerade deshalb braucht das Schweben Wagemut. Mut zu einer gewissen Form der Energieauflösung. Oder vielmehr Umwandlung. Das vollkommene Aufgehen in etwas anderem, von dem man nicht weiß, wie es ist, welche Kräfte wirken. Loslassen und vertrauen, statt kontrollieren. Es bedarf Selbstvergessenheit. Das Vergessen der eigenen Begrenzungen, von Verpflichtungen, Zwängen und Notwendigkeiten. Das Vergessen der Schwerkraft und all ihrer physikalischen Ärgernisse. Es ist ein Herauslösen aus dem Alltäglichen, ein Bewegen in Möglichkeiten. Losgelöst vom Müssen, mitten im Wollenkönnen. Schweben hat etwas Visionäres. Denn schwebend lässt sich Leben und Sein trefflich überblicken, die inneren Welten wie das Außen. Meist passiert es von ganz allein.

 

Und doch, so einfach ist es nicht. Das Überwinden von Naturgesetzen, das braucht Willen, und eben Energie, wenn auch andere als das Abheben, Fliegen oder Bleiben. Manchmal ist Schweben ziemlich mühevoll. Der Wunsch es zu tun quälend und im Endeffekt kontraproduktiv. Manchmal ist auch die Richtungslosigkeit beim Schweben extrem energieraubend. Es geht nicht voran, es geht nirgendwohin. Man schwebt zwischen Stühlen, Projekten, Optionen, alles fast greifbar, vieles unerreicht, nichts real. Und dann geht es manchmal schneller zurück als man denkt, direkt auf den harten Boden der Realität. So wie die Parker-Sonde, die in Wirklichkeit gar nicht schwebt, sondern mit 692.000 Kilometern pro Stunde durchs All rast. Sollte sie je wieder die Erde erreichen, wird sie wahrscheinlich mit einem ordentlichen Knall aufschlagen. Oder sternschnuppengleich verglühen. Wer kann das wissen. Entdecken wir ihren leuchtenden Schweif am Himmel, dürfen wir uns in jedem Fall was wünschen. Schwerelosigkeit vielleicht.

 

Die Bühnengäste:

Gründung_Innovation_Führung (GIF) – Michael Vogel

Auf nach morgen! Aber bitte schön der Reihe nach. Erst Abschluss, dann Aufbruch. Blöd?

Weil die Idee schon da ist und die Leidenschaft treibt? Damit die Energie nicht vom

Leistungsdruck schnöder Lehrpläne zerrieben wird, verbindet die Hochschule

Bremerhaven Know-how und Vision: Lernen, probieren und die eigene Zukunft gestalten.

Geht eben doch alles auf einmal.

www.unternimm-doch-was.de

 

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Aggregat® Manufaktur – Malte von Hörsten, Jonas Wagner

Überwinden der Schwerkraft. Das braucht Konzentration. Hingabe. Und Geduld. Denn

wenn gutes Design Monate, ein Baum Jahrhunderte und Perfektion fast ein Leben lang

braucht, wieso sollten Möbel da keine Zeit bekommen? Eben. Weil erst dann aus

gewichtigen Materialien schwebend leichte Werkstücke entstehen.

www.aggregat-bremen.de

 

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DLR – Michael Wrasmann

Ursprung allen Lebens. Das war wo und wie genau? Auf Ryugu, einem erdnahen

Asteroiden, begibt sich MASCOT hüpfend auf die Suche nach Antworten. Mit seiner

Datensammlung soll der Lander Einblicke in die kosmische Vergangenheit ermöglichen.

Nicht nur, damit wir wissen wie alles anfing. Sondern auch, damit uns der Himmel nicht

auf den Kopf fällt. Freudensprünge sind da angemessen.

www.dlr.de

 

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Team Starbugs

Klein, aber fein. Das Team Starbugs sammelt Daten in Dosen. Naja, so ganz stimmt das

freilich nicht. Eher mit Dosen. Jedenfalls, während ihr getränkedosengroßer Satellit aus

1.000 Meter Höhe zurück zur Erde schwebt, ist die Bodenstation ganz Ohr. Ihre

Missionsziele: Lückenlose Kommunikation, Modularität und ein fehlertolerantes System.

Nutzen für Wissenschaft und Gesellschaft ist inklusive.

www.teamstarbugs.de

 

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Friedrich der Zaubererrr – Holger Meierdierks

Verlockendes Unverständnis. Bitte? Ehrlich jetzt, wer gibt sich denn mit

Nichtverstehenkönnen zufrieden? Alles folgt schließlich Naturgesetzen, ist erklärbar. Klar,

manchmal dauert’s ein bisschen mit dem Durchblick, aber … Außer es geht um rote

Elefanten. Oder aus dem Hut schwebende Kaninchen. Da hilft Physik kein Stück. Da

steckt irgendwas anderes dahinter. Nur was?

www.friedrich-der-zauberer.de

Weitere Informationen

Eintritt
kostenlos

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