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Annika Jenssen findet ihre Inspiration in den stillen, oft verborgenen Ecken Bremens. Ob der Bibelgarten am Dom, verwunschene Wege im Bürgerpark, der Steingarten im Rhododendronpark oder der Paula Modersohn-Becker Steg – ihre Lieblingsorte sind grüne Rückzugsräume fernab des Trubels. Ihr absoluter Favorit ist der Riensberger Friedhof, wo Natur und Geschichte aufeinandertreffen. Dies ist die perfekte Kombination für Annika Jenssen, die eine besondere Faszination auf sie ausübt.
Mein Name ist Annika. Ich bin 31 Jahre alt. Aber wer bin ich? Das ist immer schwierig in aller Kürze zu beschreiben. Ich würde mich als introvertierte Person bezeichnen, die Art, die gerne mit einem Heißgetränk an einem verregneten Fenster sitzt. Ich fuchse mich oft in sehr nischenhafte Themengebiete rein, seien es exotische Zimmerpflanzen, historische britische Mode oder ein queerer Schauspieler der 100 Jahre vor mir geboren wurde. Und meine Freundinnen und Freunde müssen sich das dann anhören.
Solang ich Kreatives machen kann, bin ich glücklich. Hauptberuflich bin ich als Mediengestalterin und Illustratorin vor allem für Kinderbücher tätig, so habe ich auch schon ein kleines Pixiheft für den Freimarkt illustriert. Aber auch in meiner Tätigkeit als Gästeführerin habe ich gemerkt, dass die Gestaltung und das Anpassen meiner Touren einiges an Kreativität erfordern. Kreativität steht über allem, was ich tue, so habe ich auch eine Bremer Straßenbahn mitgestaltet und an einem Dokumentarfilm mitgewirkt. Und wenn ich mir mal frei nehme, mache ich mit Basteln oder Handarbeitshobbys weiter.
Mütterlicherseits hat meine Familie Wurzeln in Bremerhaven. Wenn wir dort früher meine Oma besuchen gefahren sind, haben wir ab und zu einen Ausflug nach Bremen zum Universum gemacht, was immer superspannend für uns Kinder war. Ich war als kleines Mädchen der festen Überzeugung, der Fallturm an der Uni, den ich auf der Fahrt beobachtete, sei ein Prinzessinnenturm, wie der im Rapunzel Märchen. Als ich mich dann später nach einem Studienplatz umguckte und mich unter anderem die Hochschule für Künste in Bremen annahm, habe ich mich für diese Stadt entschieden, da ich schon diese positiven Assoziationen mit Bremen hatte. Und ich dachte mir: wer weiß, vielleicht könnte ich ja endlich die Prinzessin aus dem Turm retten.
Besonders mag ich an Bremen, dass es die Vorzüge einer großen Stadt mit einem Kleinstadtfeeling verbindet. Ich habe vorher nur in Dörfern und Kleinstädten gelebt und habe mich in großen Städten nie richtig wohl gefühlt. Aber dieses unheimliche Gefühl hatte ich nie wirklich in Bremen. Die Stadt ist wunderbar grün, nicht zu verbaut und lässt sich toll mit dem Rad befahren. Sogar zu Fuß kommt man meist gut aus. Und trotzdem hat man hier Veranstaltungen, Museen, Konzerte, eine tolle Auswahl an Läden und nicht nur den einen Pizzalieferanten, den ich aus meiner Kleinstadt gewohnt war. Die wunderschönen Parks und grünen Wege sind für mich vor allem eine Bereicherung. Das Schnoor-Viertel erinnert mich an meine kleine Heimatstadt.
Bedeutet für mich: historisch, offen, regnerisch
Die meisten meiner Lieblingsorte passen zu meiner Introvertiertheit - sie sind für mich Rückzugsorte. Orte, wo man im Grünen sein kann und der Menschenmasse etwas entflieht. Diese Orte laden meine soziale Batterie auf und regen meine Kreativität an:
Aber als Geschichtsnerd würde ich auch fast alle Orte auf meinem Stadtrundgang mit dazuzählen, weil ich die Bremer Stadtgeschichte einfach faszinierend finde und es nie sein lassen kann, jedem der zuhören will alles darüber zu erzählen. Vor allem aber möchte ich hier den Dom und seine Krypten hervorheben. Ich finde es einfach unglaublich, dass man dort in fast tausend Jahren Geschichte stehen kann. Ich muss dort immer an all die Menschen denken, die über diese vielen Jahre hinweg durch diese Hallen gelaufen sind.
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