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Moin & Mahlzeit – Ein Audiowalk hinter Bremens Theken

Eine Person mit Kopfhörern steht vor den Bremer Stadtmusikanten am Rathaus und hört einen Audiowalk.
Lust auf Bremen zum Hören? Mit unserem kostenlosen Audiowalk kannst du die Stadt in deinem eigenen Tempo entdecken – inklusive spannender Genussstationen, leckerer Traditionen und überraschender Einblicke.

"Moin & Mahlzeit – Ein Audiowalk hinter Bremens Theken" führt dich auf einem entspannten Spaziergang durch die Bremer Altstadt. Du hörst Geschichten von Menschen, die hier Genuss, Handwerk und Tradition prägen – vom Ratskeller bis zur Bonbonmanufaktur, von der Schlachte bis zur Kaffeerösterei.

Reine Laufzeit: ca. 40 Minuten

Empfohlene Gesamtdauer: ca. 1 Stunde (individuell verlängerbar)

Distanz: ca. 2,6 km

Anzahl der Stationen: 6

Dauer pro Station: ca. 3–3,5 Minuten

Erlebe “Moin und Mahlzeit” noch einfacher

Den Audiowalk über Genuss in Bremen findest du auch bei "Dein Bremen Guide" inklusive Route und Entfernungsangaben.

Station 1: Ratskeller

Eingang des Bremer Ratskellers am Rathaus mit geöffneten Türen und historischer Backsteinfassade.

Station 1: Ratskeller

Du befindest dich bei den Bremer Stadtmusikanten am Rathaus und stehst damit direkt am Ausgangspunkt dieses Audiowalks.

Audio Länge: 02:58 min

Erzählerin: Moin und Mahlzeit! Du erlebst heute einen Audiowalk durch Bremens Genussorte. Schön, dass du hier bist – direkt am Herzen der Stadt, bei den berühmten Stadtmusikanten. Unsere Route startet an einem Ort, der wie kaum ein anderer für die Bremer Genussgeschichte steht. Geh ein paar Schritte Richtung Marktplatz. Auf deiner linken Seite führt dich ein unscheinbarer Eingang hinab in jahrhundertealte Gewölbe. Hier wartet die erste Station auf dich: der Bremer Ratskeller. Um etwas über die alten Gemäuer zu erfahren, musst du aber gar nicht hinabsteigen. Du triffst den Ratskellermeister gleich hier.


Frederik Janus: Hallo zusammen, schön, dass ihr da seid. Willkommen im Ratskeller! Ich heiße Frederik Janus und bin Bremens Ratskellermeister. Das hier ist einer der schönsten und besondersten Weinorte, die es überhaupt gibt – in Deutschland. 


Erzählerin: Der Ratskeller unter dem Bremer Rathaus ist kein gewöhnlicher Keller. Er gehört zu den ältesten Weindepots Deutschlands und ist mehr als 600 Jahre alt. 


Frederik Janus: Der Bremer Ratskeller ist Bremens größter Stadtweinkeller. Das kann man sich ja vorstellen: Wenn man hier durchläuft, dann muss man einige Schritte machen und kommt an die unterschiedlichsten Orte, die echt ganz tolle Geschichten erzählen. Zum Beispiel bei unserer Schatzkammer: Da liegen über sechseinhalbtausend Flaschen gereifter Spitzenweine. Der älteste ist von 1727 – muss man sich mal vorstellen. 


Erzählerin: Doch der Keller ist mehr als nur Lager. Er ist Bühne für Geschichten, Anekdoten und besondere Gäste. 


Frederik Janus: Bremen war auch als Handelsstandort für reife Weine sehr bekannt. Eine Zeit lang – also wirklich weit zurück. Goethe hat aus dem Fass mal getrunken. Die Queen hat aus dem Fass getrunken. 
In einem sehr alten Teil unseres Kellers liegt der Apostelkeller, und gleich dahinter der Rosekeller. Da lagern deutsche Fassweine – teilweise uralt. 1653 ist der älteste, das ist das Rosefass. Und sogar die Queen hat da schon nebengestanden, diesen Wein probiert und soll tatsächlich gesagt haben, der Wein hat ihr besonders gut geschmeckt. 


Erzählerin: Wer Lust bekommen hat, kann hier auch einkehren oder eine Führung machen. 


Frederik Janus: Das Tolle an diesem Ort ist aber auch, dass es kein reines Museum ist, sondern ein echter Arbeitsort. Der Bremer Ratskeller Weinhandel bekommt von überall aus Deutschland – von den Weingütern – Weine abgefüllt, die nur hier exklusiv mit unserem eigenen Etikett verkauft werden. Und auf diesem Etikett ist das Bremer Staatswappen zu sehen. Wir sind der einzige bremische Betrieb, der dieses originale Bremer Staatswappen tragen darf. Insofern sind unsere Weine natürlich wunderbare Botschafter dieser Stadt.

 
Erzählerin: Lasst euren Blick noch einmal über den Marktplatz schweifen. Euer Weg führt euch nun weiter durch die Böttcherstraße: ein schmaler, kunstvoll gestalteter Durchgang aus Backstein und Bronze. Dort wartet schon eure nächste Station – die Bonbon-Manufaktur.

Station 2: Bremer Bonbon Manufaktur

Außenansicht der Bremer Bonbonmanufaktur im Handwerkerhof mit beleuchteten Schaufenstern und Backsteinarchitektur.

Station 2: Bremer Bonbon Manufaktur

Du befindest dich jetzt in der Böttcherstraße, einer der bekanntesten und geschichtsträchtigsten Straßen Bremens.

Audio Länge: 03:07 min

Erzählerin: Du bist nun mitten in der Böttcherstraße – eine kurze Straße mit erstaunlich viel Geschichte. Hier, im Handwerkerhof, wird es jetzt süß: Du stehst vor der Bremer Bonbon Manufaktur. 


Sabine Marquardt: Hallo, ich bin Sabine Marquardt. Wir sind hier in der Bremer Bonbon-Manufaktur in der Böttcherstraße, und bei uns kann man live miterleben, wie Bonbons noch auf ganz traditionelle Weise hergestellt werden. 


Erzählerin: Die Manufaktur passt genau an diesen Ort. Denn der Handwerkerhof war schon immer dafür gedacht, Handwerk sichtbar zu machen. 


Sabine Marquardt: Letztendlich haben wir dann 2009 unsere Bonbon-Manufaktur gegründet, und seitdem sitzen wir eben auch hier im Handwerkerhof. Bei uns kann man also tatsächlich reinkommen, zugucken, wie die Bonbons gemacht werden – auf alte, traditionelle Weise. Wir haben einen Kupfertopf, wir haben Thermometer. Wir haben als einzige Maschine, oder eher als Hilfsmittel, haben wir eine Bonbonpresse. Und alles wird von Hand gemacht. Das Highlight bei uns ist dann eigentlich, dass man warme Bonbons auch probieren kann, wenn der ganze Prozess so abgeschlossen ist. 


Erzählerin: Genau das macht diesen Ort so besonders. Hier geht es nicht nur um ein Produkt, sondern um das Bewahren von Handwerk mitten in der Stadt. 


Sabine Marquardt: Das war dann so: Das waren so kleine Geschäfte – unter anderem ein Glasbläser und auch eine Töpferei. Da konnten die Menschen dann in so einen kleinen Innenhof rein und einfach zuschauen, wie solche handgefertigten Produkte entstehen. Und die konnten dann vorne, in dem vorderen Laden, dann erworben werden. 


Erzählerin: Und genau hier kommt der Genuss ins Spiel. Nicht nur beim Zuschauen, sondern vor allem beim Probieren. Viele der Bonbons tragen Namen, die man in Bremen sofort erkennt. 


Sabine Marquardt: Die Ideen zu den verschiedenen Bonbonsorten kommen eigentlich immer so nach und nach. Die fliegen uns – oder mir – eigentlich so ein bisschen zu. Also es gibt zum Beispiel einen, der heißt Quarkbüddel. Das ist allerdings… jetzt haben wir eine Zitronen-Quarkspeise daraus gemacht. Das ist eigentlich jemand, der so ein bisschen säuerlich ist und ein bisschen was zu meckern hat – aber trotzdem ganz liebenswert ist. Ja, und das hat uns dann dazu inspiriert, diese Mischung anzubieten: Also vier verschiedene Bonbons gemischt. Und das heißt dann einfach Bremen Ahoi! – so was ganz Bremerisches eigentlich. 


Erzählerin: Wenn du magst, schau noch einen Moment zu, wie aus heißem Zucker Bonbons werden. Danach geht es für dich weiter Richtung Weser. Der nächste Abschnitt dieses Audiowalks führt dich an die Schlachte: dorthin, wo Bremens Handel, Genuss und Geschichte direkt am Wasser zusammenkommen.

Station 3: Schlachte

Ein Schiff liegt an der Schlachte, die Sonne geht langsam unter.

Station 3: Schlachte

Du stehst an der Schlachte direkt an der Weser und läufst entlang der historischen Uferkante der Stadt.

Audio Länge: 02:57 min

Erzählerin: Willkommen an der Schlachte. Du kannst jetzt einfach an der Weser weiterlaufen. Währenddessen erzähle ich dir, warum dieser Ort bis heute so wichtig für Bremen ist. Heute ist die Schlachte ein Ort zum Schlendern, Sitzen, Essen und Genießen. Aber wenn du dir vorstellst, wie es hier vor ein paar Jahrhunderten aussah, dann wirkt die Schlachte plötzlich ganz anders. Der Name kommt nicht von ungefähr: „Schlachte“ leitet sich vom mittelniederdeutschen Wort "slait" ab. Das bedeutet so viel wie Ufer, Befestigung oder Pfahlwerk. Hier verlief früher der wichtigste Umschlagplatz Bremens. Schiffe legten direkt an der Weser an, Waren wurden entladen, gelagert und weiterverkauft. Die Schlachte war das Tor zur Stadt, der Marktplatz ihr Zentrum. Zwischen beiden Orten verlief ein ständiger Warenstrom: Kaffee. Wein. Gewürze. Getreide. Holz. Vieles kam über die Weser nach Bremen, wurde hier abgeladen und von Kaufleuten weiter in die Stadt gebracht. Die Nähe zum Fluss war entscheidend. Ohne die Schlachte hätte sich Bremen nie so entwickeln können, wie wir es heute kennen. 
Wenn du dich umschaust, kannst du davon noch Spuren entdecken: zum Beispiel die Kaimauer oder die Schiffe, die heute überwiegend Restaurantschiffe sind. Die Schlachte war laut, geschäftig, manchmal chaotisch. Es roch nach Waren aus aller Welt: nach Holz, nach Salz, nach Gewürzen. Und genau hier schlägt die Brücke zum Genuss. Denn Handel bedeutete schon immer auch: probieren, teilen, weitergeben. Heute findest du an der Schlachte Biergärten, Restaurants, kleine Buden und Plätze zum Verweilen. Menschen sitzen zusammen, trinken, essen, schauen aufs Wasser. Der Ort hat seine Funktion verändert – aber nicht seine Bedeutung. Die Schlachte ist immer noch ein Ort des Austauschs. Nur geht es heute weniger um Waren, sondern um Zeit, Begegnung und Genuss. Bleib gern noch einen Moment hier stehen. Hör auf das Wasser, die Stimmen, das Klirren von Gläsern – und mach dich langsam wieder auf den Weg. Du folgst der Weser weiter Richtung Stephaniviertel. Die nächste Station führt dich zu einem Ort, an dem Genuss bis heute geröstet, bewahrt und weitergegeben wird: zur Kaffeerösterei Münchhausen. 

Station 4: Münchhausen Kaffee

Fassadenansicht eines Gebäudes mit dem Schriftzug „Münchhausen Kaffee Bremen“ in der Bremer Innenstadt.

Station 4: Münchhausen Kaffee

Du befindest dich im Stephaniviertel vor der Traditionsrösterei Münchhausen Kaffee, unweit der Weser.

Audio Länge: 03:31 min

Erzählerin: Nach deinem Spaziergang entlang der Schlachte erreichst du nun das Stephaniviertel. Hier, Im Geeren 24, befindet sich eine alte Bremer Institution: Münchhausen Kaffee. Seit fast 90 Jahren wird hier im Langzeitröstverfahren gearbeitet – und das in dritter Generation. 


Natalie Münchhausen-Prott: Ja, herzlich willkommen bei uns in der Kaffeerösterei Münchhausen. Ich bin Natalie Münchhausen-Prott. Ich bin die Enkelin des Gründers August Münchhausen, und unsere Rösterei veredelt seit 90 Jahren Spitzenkaffees zu wunderbarem Röstkaffee für Zuhause. 


Erzählerin: Doch diese Geschichte beginnt turbulent: mit Mut, Prinzipien und einer großen Portion Leidenschaft. 


Natalie Münchhausen-Prott: Mein Großvater kam als junger Mann nach Bremen, war ausgebildeter Groß- und Außenhandelskaufmann und hat hier in Bremen mit Kaffee gearbeitet. 1935 wurde er vor eine Gewissensfrage gestellt: In der Firma, in der er arbeitete, wurden alle Mitarbeiter instruiert, in die NSDAP einzutreten. Und er hat gesagt, er möchte das nicht. 
Er hat sich entschieden zu gehen. Er wollte das nicht mittragen – und hat sich deswegen ausgerechnet im Jahr 1935 selbstständig gemacht. Mit dem Kriegsausbruch wurden alle Warenbestände konfisziert, und rösten durfte auch nur, wer so braun war wie seine Bohnen. Und da gehörte er nun mal nicht zu. Deswegen wurde hier auf Kaffeeersatz umgestellt: Hauptsache dunkle Farbe und heißes Wasser, damit man die Idee hatte, einen Kaffee in der Hand zu halten. 


Erzählerin: Nach dem Krieg kehrte der Duft echten Kaffees langsam zurück – und mit ihm das Bremer Wirtschaftswunder der 50er-Jahre.

 
Natalie Münchhausen-Prott: In diese Zeit fällt auch unsere Klein-Kantine „Piccolo“ – ein Kaffeeautomat, in dem man für zehn Pfennig, also für einen Groschen, eine kleine Portion Bohnen kaufen konnte. Die gab man direkt in ein Mahlwerk. Und damit ebnete er dem Kaffee auch so ein bisschen den Weg zum Alltagsgetränk. 


Erzählerin: Heute führt Natalie Münchhausen-Prott gemeinsam mit ihrer Mutter die Rösterei weiter – mit dem gleichen Anspruch auf Qualität, Handwerk und Bremer Herz. 


Natalie Münchhausen-Prott: Die Verbindung von Bremen und Kaffee ist vielfältig. Es ist Handel. Es ist Verarbeitung. Es ist eine Entkoffeinierung. Wir haben sehr viele verschiedene Kaffeesorten, für jeden Geschmack ist was dabei. Und man sollte so einen guten Kaffee auch in Ruhe zu Hause genießen – und nicht in der Hektik des Alltags untergehen lassen. 


Erzählerin: Die Festtagsmischung: ein Stück Bremer Geschichte, das du mit nach Hause nehmen kannst. Und wenn du Glück hast, kannst du bei einer Führung sogar selbst erleben, wie die Bohnen hier veredelt werden. 


Natalie Münchhausen-Prott: Hier ist nämlich unsere Produktion – quasi: Hier wird der Kaffee abgefüllt. 


Erzählerin: Kaffee mit Geschichte und Geschmack. Wenn du magst, stöbere noch ein wenig im Laden herum und nimm dir den Duft Bremens mit. Dein Weg führt dich nun zurück in die Altstadt – zu einem Ort, an dem süße Tradition seit Generationen gepflegt wird: die Konditorei Stecker in der Knochenhauerstraße. 

Station 5: Konditorei Café Stecker

Außenansicht der Stecker Konditorei in Bremen mit historischer Fassade und beleuchteten Fenstern.

Station 5: Konditorei Café Stecker

Du stehst in der Knochenhauerstraße vor der Konditorei Stecker, mitten in der Bremer Innenstadt.

Audio Länge: 03:35 min

Erzählerin: Hier, zwischen kleinen Gassen, altem Kopfsteinpflaster und dem Duft nach frischem Gebäck, liegt ein Ort, der für viele Bremerinnen und Bremer ein Stück Zuhause ist: die Konditorei Stecker. Seit 1908 wird hier gebacken, gerührt, geknetet – und vor allem erinnert. Denn kaum ein Café in Bremen hat so viele Geschichten gesammelt wie dieses. 


Bernard Timphus: Moin, herzlich willkommen im Café Stecker in der Knochenhauerstraße in Bremen. Mein Name ist Timphus... Bernard Timphus. Ich bin Konditormeister. 


Erzählerin: Die Konditorei Stecker ist kein Laden, in dem einfach nur Kuchen über die Theke geht. Dieser Ort hat fast eine eigene Persönlichkeit. 


Bernard Timphus: Und von daher ist es bei mir immer so, dass Stecker so eine eigene Person ist. Eine eigene Persönlichkeit. Die sitzt mit am Tisch, auch am Büroschreibtisch, wenn Entscheidungen zu treffen sind. Und von daher kann ich nur sagen, dass ich das eher so sehe, dass ich das begleite. 
Weil vor mir waren ja auch schon ganz viele da, die diese Firma geführt haben – und ja auch gut geführt haben – und diesen Ruf ja auch begründet haben. 


Erzählerin: Und dieser Ruf hängt vor allem mit einer Sache zusammen: dem Kaffeesieren. Ein Wort, das man fast nur in Bremen kennt. Und das beschreibt, wie tief Kaffeekultur hier verwurzelt ist. 


Bernard Timphus: Und das ist so etwas, was Bremen sich bewahrt hat: dass ist dieser wunderbare Ausdruck des Kaffeesieren. Das ist urbremisch, dass man kaffeesieren geht. Und alleine schon, dass man dafür ein Verb hat, finde ich total klasse. Und das gibt ja auch ganz viel Information über die Tradition dieser Stadt. 


Erzählerin: Stecker ist aber nicht nur Tradition. Es ist ein Ort, an dem Menschen sich begegnen. Hier haben sich Paare kennengelernt, Generationen miteinander Kaffee getrunken, Geschichten geteilt. Ein Café wie eine Zeitkapsel. 


Bernard Timphus: Wie viele Erinnerungen sind da dran? Wie viele Kunden, wie viele Leute haben hier Kaffee getrunken, haben sich hier kennengelernt? Neutraler Boden – früher ja gar kein Thema! Man ging zur Nachmittagszeit, das war weniger verfänglich. Man ging kaffeesieren und nicht in eine Bar. Also war ja optimal. 


Erzählerin: Und natürlich geht es um das Handwerk. Um Rezepte, die sich verändern dürfen – aber nie ihren Kern verlieren. 


Bernard Timphus: Rezepte, die schon seit Jahrzehnten da sind, oder länger: Das ist natürlich was ganz Besonderes. Das hütet man, das pflegt man. Andererseits ist natürlich auch ganz klar: Man muss es ab und zu auch ein bisschen dem Zeitgeist anpassen – dem Geschmack. Geschmack verändert sich. Und das macht natürlich auch den Reiz so ein bisschen aus, so was halt in die moderne Zeit zu übertragen. 


Erzählerin: Und welches Produkt schmeckt nach Bremen? Da gibt es viele Möglichkeiten – von heiß geliebten Heizwecken bis zur berühmten Schneemusstorte. Aber eine Sache beschreibt es wohl am besten: 


Bernard Timphus: Also hier schmeckt Bremen noch handgemacht. 


Erzählerin: Wenn du möchtest, gönn dir hier eine Pause. Nimm dir ein Stück Tradition mit – im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn du so weit bist, führt dich dein Weg weiter zum Domshof, zur letzten Station unseres Rundgangs: Made in Bremen. Ein Ort, an dem die Geschichten, die du heute gehört hast, im Regal stehen – zum Mitnehmen.

Station 6: Made in Bremen

Außenansicht des Geschäfts „Made in Bremen“ mit Schaufenstern und Eingang in der Bremer Innenstadt.

Station 6: Made in Bremen

Du befindest dich jetzt am Domshof vor dem Kaufhaus Made in Bremen, dem letzten Halt dieses Audiowalks.

Audio Länge: 03:29 min

Erzählerin: Du hast es fast geschafft. Nach all den Geschichten hinter Bremens Theken stehst du nun vor deiner letzten Station: Made in Bremen, direkt am Domshof. Ein Laden, der mehr ist als ein Laden. Ein kleines Universum voller Produkte, Erinnerungen und Ideen, die alle eines gemeinsam haben: Sie erzählen ein Stück Bremen. 


Stevie: Moin Leute! Willkommen bei Made in Bremen, dem Regionalwarenkaufhaus direkt am Domshof. Ich bin Stevie und ich führ euch heute durch unseren Laden. 


Erzählerin: Made in Bremen wirkt heute so selbstverständlich. Doch der Weg hierher war alles andere als geradlinig. 


Stevie: Also, uns gibt es seit 2020. Damals wollten wir eigentlich eine Messe machen und dort alle Bremer Produkte vorstellen. Und die Messe war auch schon fertig geplant, fertig eingerichtet – der Ticketverkauf ging los. Und dann kam Corona, und alles war vorbei. Und da hatten wir die Situation: Was machen wir jetzt? Wir können insolvent gehen, oder wir entwickeln eine neue Idee. Und dann haben wir erst angefangen mit einem kleinen Markt und daraus hat sich dann ein Ladenkonzept entwickelt – und aus diesem kleinen Laden ist mittlerweile ein sehr großer Laden geworden. 


Erzählerin: Entstanden ist dieser Ort aus einer Ausnahmesituation heraus. Geblieben sind Kreativität, Mut und der Wunsch, Bremen in all seinen Facetten sichtbar zu machen. 


Stevie: Was unseren Laden von vielen anderen Läden unterscheidet, ist, dass wir hier traditionelle Bremer Produkte haben, die jeder vielleicht noch aus seiner Kindheit kennt. Aber auch Start-Up-Firmen – also Produkte, die irgendwie ganz neu auf dem Markt sind, die sich hier auch mal ausprobieren. 
Und ich glaube, dieser Mischmasch, der präsentiert sozusagen die ganze Bremen-Liebe: Ob das junge Leute sind oder alte Leute – hier findet jeder sein Stück Bremen und kann sich damit identifizieren. 


Erzählerin: Und was ist hier typisch Bremen? Die Antwort: alles – nur auf unterschiedliche Art! 


Stevie: Da wir so viele unterschiedliche Produkte haben, kann hier jeder durch den Laden lustwandeln und entdeckt für sich immer wieder neue Sachen. Der eine braucht unbedingt neues Knipp, und der andere will lieber ein Likörchen mit Omi trinken. Jeder findet hier was. Und wer es dann nicht schafft, hier bei uns im Laden regelmäßig vorbeizukommen, der kann sozusagen seine Bremen-Liebe damit befriedigen, dass er sich ein Stück Bremen nach Hause bestellen kann. Wir haben nämlich einen großen Onlineshop und versenden europaweit. 


Erzählerin: Made in Bremen ist die perfekte letzte Station. Ein Ort, an dem du spüren kannst, wie vielfältig, kreativ und manchmal auch herrlich schräg Bremen ist. Vielleicht findest du hier etwas, das dich an diesen Spaziergang erinnert – oder etwas, das du jemandem mitbringst, der Bremen genauso lieben würde wie du.
Danke, dass du beim Audiowalk „Moin und Mahlzeit – Bremens Geschichten hinter der Theke" dabei warst. Wenn du Lust hast, begleite uns bald wieder. Bremen hat noch unendlich viele Geschichten zu erzählen.

Gezeichnete Skyline von Bremens prominentenen Gebäuden