Logo Bremen Erleben!

Symposium zu 200 Jahren Bremer Stadtmusikanten

Illustration der Bremer Stadtmusikanten und den Räubern
Wie die Bremer Stadtmusikanten und Bremen zu einer Einheit wurden - dieser Frage wurde sich bei einem Vortrag im Rahmen des Symposiums zum 200. Jubiläum des Märchens gewidmet.

Quelle: Ubbelohde/Moormann

Die Bremer Stadtmusikanten sind weltweit bekannt und beliebt, doch wie gut kennen wir das Märchen wirklich? Anlässlich des Stadtmusikantensommers wurde ihnen in einem Symposium gefolgt und betrachtet, was diesen Märchentypus ausmacht und wie er sich entwickelt hat. Verschiedene Märchenforscher*innen und Historiker*innen hielten spannende Vorträge zu den vier Abenteurern. 

Wann & Wo


vom 21. Juni bis zum 23. Juni in der Stadtbibliothek Bremen

Key Visual des Stadtmusikantensommers

So war das Symposium: 
 

In dem Symposium „200 Jahre Die Bremer Stadtmusikanten“ tauschten sich Märchenforscher*innen und -interessierte, Historiker*innen und Märchenillustratoren in Vorträgen und Arbeitsgemeinschaften wissenschaftlich über das Märchen aus. Der bisherige Forschungsstand wurde um neueste Erkenntnisse ergänzt und die Besonderheiten des Schwank- und Weisheitsmärchens herausstellt. Im Symposium wurde die Herkunft und Bedeutung des Tiermärchens, in dem sich wesentliche Aspekte des Lebens widerspiegeln, beleuchtet. Ebenso wurde der lange Weg, den die Stadt Bremen brauchte, bis sie das Tiermärchen für sich angenommen hat, und die vielfältige Rezeption, exemplarisch auch am Beispiel eines aktuellen, beliebten Stadtmusikantenbuches, betrachtet.
 

Im Mittelpunkt des Symposiums wurden neueste Erkenntnisse über das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ vorgetragen und in Arbeitsgemeinschaften vertieft. Im Mittelpunkt stand die Frage nach der Übertragbarkeit des Tiermärchens auf reale menschliche Verhältnisse: Wie finden Kultur, Geschichte und soziales Miteinander in den Sinnbildern des Schwankmärchens ihren Ausdruck und inwieweit spiegelt sich das Leben der Menschen darin wider. Daneben gab es einen Kinder-Erzählnachmittag und einen Erzählabend für Erwachsene mit den Erzählerinnen Lore Giesen-Wiche, Heidrun Lück-Krüger und Kelley Kucaba und eine Führung mit Kuratorin Dr. Manuela Husemann durch die Kunsthallen-Ausstellung „Tierischer Aufstand. 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten in Kunst, Kitsch und Gesellschaft“. Im Wall-Saal gab es während des Symposiums die eigens von Katja Bischoff (Veranstaltungskoordinatorin der Stadtbibliothek Bremen) kuratierte Ausstellung „Stadtmusikanten³ - Bilder, Bücher, Bremensien“ zu sehen. Als zusätzliche Programmpunkte sorgten am Eröffnungstag eine Schülerperformance unter der  Leitung von Lehrerin Janin Dietrich (Gymnasium Horn) und zwei „Nachtwächterrundgänge“ mit Christine Renken und Dieter Herrmann, in dem der besondere Bezug der Stadt zu ihrem Märchen vorgestellt wurde, für bereichernde Unterhaltung.
 

Veranstalter:

  • Institut für Germanistik, Universität Duisburg-Essen
  • Universität Bremen, Fachbereich 10 Sprach-/Literaturwissenschaften 
  • Europäische Märchengesellschaft e.V., Rheine

 

Organisiert wurde die Veranstaltung von Dr. Dieter Brand-Kruth. Ausführliche Informationen zum Symposium und den Vorträgen finden Sie im Programmflyer und im Tagungsbericht

Das Symposium wurde gefördert durch die WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH und die Märchen-Stiftung Walter Kahn.

Die Vorträge im Symposium "200 Jahre Die Bremer Stadtmusikanten"
 

Neben Vorträgen zu der Märchensammlung der Brüder Grimm als europäisches Kulturgut von Prof. Hans-Jörg Uther, der Gattung des Tiermärchens von Dr. Angelika B. Hirsch und der Illustrierung des Märchenbilderbuchs "Die Bremer Stadtmusikanten" von Markus Lefrancois und vielen weiteren Programmpunkten, hielten der Organistor des Symposiums und Bremer Buchautor Dieter Brand-Kruth und der Leiter des Bremer Staatsarchivs Prof. Dr. Konrad Elmshäuser spannende Vorträge: 

„Die Stadtmusikanten in Bremen“ Ein Vortrag von Prof. Dr. Konrad Elmshäuser

In seinem Vortrag „Die Stadtmusikanten in Bremen“ machte Prof. Elmshäuser deutlich, dass die vier Tiere, heute die international bekannte Marke Bremens, lange Zeit keine Beachtung gefunden haben. Die Anwesenheit der Märchentiere in Bremen betrage im Verhältnis zum 200 Jahre alten Märchen nur gut 100 Jahre und reiche bis 1900 zurück. Von der Jahrhundertwende bis heute, vor allem aber mit der Aufstellung der Marcks-Skulptur am Rathaus 1953, seien die vier Tiere schrittweise zum Aushängeschild der Stadt geworden.   

"‚Die Bremer Stadtmusikanten‘ als Abbild des Lebens" Ein Vortrag von Dr. Dieter Brand-Kruth

In seinem Vortrag zeigte Dr. Dieter Brand-Kruth auf, wie sich offenkundige Weisheiten in dem Märchen zu einem Abbild des Lebens verbinden und dies in dem wohl meistzitierten Satz aus dem Märchen seinen treffenden Ausdruck findet: „Etwas Besseres als den Tod findest Du überall“. Es geht um das Leben im Sinne von Überleben, Weiterleben und Zusammenleben mit der Reaktion auf die Umwelt und all den sozialen Faktoren, die das Leben bestimmen und die sich in dem Märchen in Handlung und Sinnbildern widerspiegeln. 

Die Vorträge fanden im Rahmen des Symposiums 200 Jahre Bremer Stadtmusikanten in der Stadtbibliothek Bremen statt. 

Das könnte Sie auch interessieren

Hellblauer Banner mit kleinen Illustrationen von Musikinstrumenten und Noten und dem Schriftzug "Geburtstagswoche 3. - 7. Juli"
Die Statue der Bremer Stadtmusikanten an der Westseite des Rathauses.

Märchen der Bremer Stadtmusikanten

Quelle: WFB / Kristina Tarnowski

Der Stadtmusikanten-Express vor der Bremischen Bürgerschaft

Stadtmusikanten-Express

Quelle: WFB/Ingrid Krause