Wöchentlich übernehmen Bremen-Fans den Instagram-Kanal @meinbremen und zeigen dort ihre ganz persönliche Sicht auf die Stadt. Sie präsentieren ihre Lieblingsorte, Geheimtipps und besondere Bremer Momente.
Und weil manche Perspektiven auf Bremen einfach zu schön sind, um sie nur auf dem Handy zu betrachten, haben wir eine kleine Auswahl in Form von 23 Ausstellungsstücken im Social-Media-Design verewigt. Ihr findet hier alle Exponate im Überblick – inklusive der Geschichten dahinter.
@tante_keule auf Instagram
"Geboren. Aufgewachsen. Und immer noch hier. In Bremen. Ich heiße Jana und lebe und liebe diese Stadt. Ich habe Bremen nur verlassen, um die Welt zu entdecken - und bin immer wieder nach Hause gekommen. Schon als Kind wollte ich mit meinem Vater fotografieren und Unmengen an Fotos aus Sammelkoffern ansehen. Später mussten meine Freund:innen meine Ideenschmiede ertragen und Modell stehen, noch bevor ich meine Ausbildung als Fotografin abgeschlossen habe. Mittlerweile besitzen mein Mann und ich ein Werbefotostudio in der Überseestadt (www.neoimages.de). Wenn ich mich nicht gerade um Kinder, Kater und Haus kümmere, arbeite ich in der Post Production und springe nur noch selten an der Kamera ein. Das Fotografieren ist heute meine kreative Begleitung des Alltags und die Freund*innen gibt es immer noch. Die, die alles ertragen müssen."
"Ich komme nicht aus Bremen, doch in den letzten 12 Jahren ist diese Stadt mehr als Heimat für mich geworden. Als ich hierher kam, schien Bremen für mich irgendwie märchenhaft zu sein – und dieses Gefühl trage ich immer noch mit mir, obwohl so viel Zeit vergangen ist. Bremen inspiriert mich, fordert mich heraus und gibt mir immer das Gefühl, willkommen zu sein. Mit diesem kleinen Bild, in dem ich eine märchenhafte Führung durch den Schnoor skizziert habe, wollte ich die magischen Gefühle und die Dankbarkeit, die ich für diese Stadt empfinde, wiedergeben."
@_philipp_eigner_ auf Instagram
"Städtischer Raum ist in der Regel funktional gedacht – optimiert für Durchfluss, Dichte und Ordnung. Inmitten dieser Architektur erscheint eine überdimensionierte Froschfigur wie ein verspieltes Augenzwinkern. Und genau deshalb ist sie interessant. Es ist ein skurriles Zusammenspiel: die organische Form vor der strengen Rasterung der Fassade. Das Bild ist Teil meiner fortlaufenden Auseinandersetzung mit Wahrnehmung im urbanen Raum: Welche Elemente ignorieren wir? Welche bleiben hängen – und warum? Es geht nicht nur um diesen Ort in Bremen-Tenever. Es geht um Struktur, Kontrast, Lebensqualität – und um die Frage, was wir als passend empfinden."
@saschaniethammer auf Instagram
"Im Jahr 2020 zog ich nach Bremen, in die Stadt, in der mein Bruder schon viele Jahre lebte. Kurz darauf zog er innerhalb Bremens um, und wie der Zufall es wollte, landeten wir nur wenige hundert Meter voneinander entfernt in Bremen-Walle. Wir trafen uns häufiger abends für kurze Spaziergänge. Im Februar 2021 schlenderten wir durch das Heimatviertel und die Überseestadt. Bevor wir zurück nach Hause gingen, kamen wir am alten Zollamt vorbei. So schön der Schwung der Architektur auch ist – der Ort selbst hat wenig Charme. Das alte Zollamt wirkt verloren, eingeklemmt zwischen der abgerockten alten Zollkantine und dem großen, aber wenig einladenden Fahrradladen. Doch an diesem Abend hatte das Licht etwas Magisches. Pierre setzte sich für eine kurze Pause auf die Treppen und ich drückte den Auslöser. Wir blieben noch eine Weile dort, genossen die Stimmung und unterhielten uns, bevor wir schließlich den Heimweg antraten."
@camilli.z auf Instagram
"Im warmen Licht des Sommerabends nach Hause rollen ist das beste Gefühl. Die schönsten Tage sind die, an denen du im Sonnenuntergang auf Bremens Straßen mit deinen Freunden über den noch warmen Asphalt fährst. Beim Radfahren zeigt sich Bremen einfach von seiner besten Seite. In Bremen und umzu findet man flache, gut ausgebauten Straßen und damit die idealen Bedingungen für lange Strecken und schnelle Runden, aber auch für tolle Eis- und Kuchenstopps. Wenn man ausgepowert und glücklich wieder in die Stadt fährt, warten dann noch tolle Cafés auf einen. Radfahren in Bremen gibt mir einfach das Gefühl frei zu sein. Mittlerweile ist es nicht nur ein Sport für mich, sondern ein Lebensgefühl - ein Teil von mir."
@the_corinnstagram auf Instagram
"Nach meinem Umzug nach Bremen wollte ich meine Begeisterung für diese Stadt und für mich besondere Orte auf Papier bringen – von den Stadtmusikanten bis hin zum Bürgerpark. Daraus wurde eine kleine Serie, mit der ich für mich versucht habe die Atmosphäre und den Charme von Bremen einzufangen – eine Stadt, die 10 Jahre lang meine Heimat war. Besonders fasziniert haben mich diese bunten Häuser, an denen ich täglich vorbeifuhr. Ihre außergewöhnlichen Architektur und die leuchtenden Farben ließen mich nicht los. Und dadurch, dass ich mein Bild mit dem gemalten Motiv in einem Foto vereine, möchte ich den Betrachtern die Möglichkeit geben, Bremen vielleicht noch einmal aus einer neuen Perspektive zu entdecken."
@evachristina.krause auf Instagram
"Die Fotografie hat mich in meinem Leben immer wieder begleitet und mehr oder weniger interessiert. Während meines späten Studiums diente sie dann zunächst als kreativer Ausgleich zum anspruchsvollen Alltag zwischen Job in der Pflege und langen Tagen auf dem Uni-Campus. Mittlerweile ist sie fest mit mir verbunden. Mit meinen Bildern möchte ich dazu einladen, die Welt aus neuen und ungewohnten Blickwinkeln zu erleben. Oft suche ich nach überraschenden oder humorvollen Details, um meinen Bildern damit ein gewisses Augenzwinkern zu verleihen. Ich würde sagen, dass ich stets auf der Suche nach einer kleinen Besonderheit im Alltäglichen bin."
"Dieses Bild zeigt die gelernte Journalistin und derzeitige Content Creatorin, sowie Wahlbremerin Laura Waalkes im Coffee Corner des Bremer Viertels. Welchen kreativen Gedanken hat sie wohl in diesem Moment? Vielleicht denkt sie gerade darüber nach, wie sehr sie Bremen in den letzten Jahren lieben gelernt hat. Die Mischung aus urbanem Leben, kreativen Menschen und kleinen Rückzugsorten wie diesem Café inspiriert sie jeden Tag aufs Neue. Das Viertel hat für sie etwas Heimisches – es ist laut und bunt, aber gleichzeitig vertraut. Vielleicht war das einer dieser Momente, in denen sie gespürt habe: Hier ist sie genau richtig."
"Also, ich war auf jeden Fall zum ersten Mal im Stadion, ohne zu wissen was auf mich zukommt. Ich hatte nur zufällig meine Kamera dabei und wurde dann nach Abpfiff von dem Platzsturm überrascht und hab ein paar Schnappschüsse machen können. Ich find bis heute immer noch das es eine meiner besten Fotoreihen ist. Seit dem immer die Kamera dabei gehabt, weil man ja nie weiß was noch passiert."
@nature_urban_roamer auf Instagram
"Mit dem Park Links der Weser verbindet mich meine Leidenschaft zum Laufen und zum Wandern. Ich wohne knappe 500 Meter von der Bremer Landesgrenze entfernt in Stuhr. Meine Laufrunde führte mich bisher sehr oft in den Park Links der Weser. Und ich schnürte meine Laufschuhe bisher oft und habe viele tolle Momente wie die schönsten Sonnenauf- und -untergänge den Morgennebel oder auch kurze Gespräche mit anderen Menschen erlebt. Irgendwann habe ich auf die Laufrunde meine Kamera in den Rucksack mit eingepackt. Ein kurzer Blick auf den frühen Morgenhimmel und auf die Temperatur reichten aus. So war auch dieses Foto im Frühjahr 2022 entstanden. Aufgenommen hatte ich es tatsächlich mit einer längeren Brennweite, um den Größenunterschied zwischen den Pferden und dem Bremer Dom zu minimieren."
Von Johannes Steffens
"Innehalten, den Moment genießen. Die kalte, morgendliche Winterluft inhalieren. Meine Wahlheimat zeigt mir immer wieder auf ganz unterschiedliche Art und Weise, wie richtig es war, vor zehn Jahren die heimischen, friesischen Gefilde verlassen zu haben. Bremen hat mir so viel gegeben, mich in einer schweren Zeit wieder in ruhiges Fahrwasser gebracht. Der hier eingeschlagene, neue Weg hat meine persönliche Lebensqualität enorm angehoben. Ich fühle mich angekommen an einem Ort, der mein Zuhause geworden ist. Hier möchte ich alt werden und mit meiner Tätigkeit als Erzieher einen Teil dazu beitragen, dass die Menschen dieser schönen Stadt in eine von Hoffnung, Güte und Erfolg geprägte Zukunft blicken können."
"Beim Durchsehen meiner Bilder für meine Woche mit dem „meinbremen“-Account ist mir schnell aufgefallen, wie sehr die Weser im Mittelpunkt meiner Fotografie steht. Sie ist nicht nur Lebensader der Stadt, sondern wohl auch der Pulsgeber für meine Kreativität. Hoch- und Niedrigwasser, das wechselnde Licht durch die Jahreszeiten sowie die Menschen selbst, die sich Ufer und Fluss aneignen, ergeben immer wieder neue Motive. Am schönsten sind dabei die Spätsommerabende. Die Sonner ist warm, das Getränk kalt und auf der Weser treiben die Boote durch die Stadt. Die Leichtigkeit dieser Momente wollte ich ins Bild holen."
"Weihnachtsglanz auf nassem Pflaster
Es war der 30. November 2020 – ein früher Abend mitten in der Pandemie. Der Bremer Senat hatte an diesem Tag entschieden, dass Glühwein trotz allem ausgeschenkt werden darf – nur eben to go. Ich war mit Freunden unterwegs, wir machten einen coronakonformen Spaziergang durch die Stadt. Und als wir am Marktplatz vorbeikamen, blieb ich kurz stehen. Der Platz war fast leer, der Boden noch nass vom Regen. Und mittendrin dieser riesige, funkelnde Baum, der jedes Jahr zur Weihnachtszeit aufgestellt wird – eine Tradition, die vielen in Bremen ans Herz gewachsen ist. Lichterketten, rote Schleifen und goldene Sterne leuchteten gegen den dunklen Himmel, und im nassen Pflaster spiegelte sich all der Glanz. Und wie so oft, wenn ich mit journalistischem Blick durch die Stadt gehe, war ich auf der Suche nach einem besonderen Moment. Dieses Bild war einer davon."
"Als der Roland 1404 auf dem Bremer Marktplatz aufgestellt wurde, fand dort noch ein buntes Marktleben statt. Nicht nur Gemüse und Fleisch, wie heute auf dem Domshof, sondern auch Kleidung und Stoffe wurden dort gehandelt. Leider gab es damals noch keine einheitlichen und genormten Maße auf den Märkten des Landes, wie heute Zentimeter und Meter. Dafür gab es die das älteste Längenmaß, die Elle, die aber auch auf jedem Marktlatz wieder anders definiert wurde – so zwischen 57,9 und 69,5 Zentimeter. Nicht so auf dem Bremer Marktplatz! ! Dort wurden der Legende nach die Abstände zwischen den beiden Kniespitzen vom Roland „Bremer Elle“ genannt. Diese beträgt ca. 55 cm und konnten so einfach von den Tuchhändlern als Norm verwendet werden. Sie brauchten nur das Tuch an die spitzen Knie zu halten!
Ob diese Legende nun stimmt oder nicht – sie klingt einfach schön!“
"Meine Hündin Emma, als Strassenhündin ursprünglich aus Rumänien stammend, mit einem Werder Bremen Schal in der schönen Bremer Altstadt. Sie verkörpert hier die Liebe zur Stadt und zum Verein. Dieses Foto entstand abends spontan, als ich zum Fotografieren mit meinem Mann und meiner Hündin Emma in der Bremer Altstadt unterwegs war. Emma ist unsere Mischlingshündin aus Rumänien, die wir als Hundekind vor 5 Jahren adoptiert haben. Ich liebe das Fotografieren und Emma ist auch gerne vor meiner Linse. Den Werder Bremen Schal hatten wir uns von Freunden geliehen und hatten ihn spontan dabei. Da kam mir die Idee, Emma diesen umzubinden. Mit dieser kleinen Fotosession zogen wir einige neugierige Blicke auf uns. Sie mag es fotografiert zu werden und bekommt natürlich Leckerlies dafür. Inzwischen ist sie eine waschechte echte Bremerhündin geworden."
@senalobo.foto auf Instagram
"Warum das Aalto-Hochaus mein Lieblingsort ist: Ich bin in der Brecht-Allee gross geworden, jeden Samstag Vormittag durfte ich zu Oma und Opa in die Bruhns-Strasse und mit zur Berliner Freiheit zum Markt. Kaum über die Brücke ging es am Aalto-Hochhaus vor zur leckeren Wurst von Spiekermann und Co. Unten den früheren Arkaden habe ich mein erstes Fahrrad und mein erste Hautier, Bubi, einen Wellensittich aussuchen dürfen. Meine Kindheit war immer verbunden mit diesem Leuchtturm an der Berliner Freiheit. Erst später habe ich erfahren, wie genial das Konzept von Aalto war: Jede Wohnung war einzigartig, die Bewohner sollten sich in der Abendsonne von der Arbeit erholen. Die Gänge waren so gestaltet, dass man mal auf einen Schnack stehen bleiben kann und unten sind Gemeinschaftsräume für Veranstaltungen. Kommunikation, soziales Miteinander, ein Portier unten, ein geniales Konzept! Ein Hochhaus muss nicht gleichgesetzt werden mit sozialem Abstieg und Anonymität, das Aalto-Hochaus beweist das Gegenteil!"
@baerbelplinke auf Instagram
"Den größten der Bremer Friedhöfe (Osterholzer Friedhof) nutze ich gerne für lange Spaziergänge. Für mich ist er eine "Oase der Stille" und eher eine große Parkanlage, in der ich mich immer treiben lasse und deswegen schon öfter verlaufen habe. Zu jeder Jahreszeit schön , aber besonders im Herbst ein absolutes Highlight. Der Bereich rund um die Hauptkapelle hat es mir dann besonders angetan. Weinlaub am Gebäude, seltene Baumarten drumherum und die Spiegelung im Wasser sind immer wieder einen Besuch und viele Fotos wert."
@kzudemris auf Instagram
"Die alte Polizeistation an der Schulstraße. Leicht zu erkennen an der rot orangen Backsteinfassade steht sie in der Bremer Neustadt. Nachdem der alte Parkplatz der Polizei aufgelöst und umgestaltet wurde, fingen wir an dort regelmäßig Skateboard zufahren. Über die Jahre entwickelte sich der Platz, Leibi wie wir ihn tauften, zu einer festen Anlaufstelle in der Skateszene."
@marcel_wandsbek auf Instagram
"Eisige Wogen
Verschwommene Lichter
-Seh ich dein Gesicht?-
Mein Inneres Toben
Ein geistiger Dichter
-Da brennt noch Licht!-
Beherrschender Rumpf
Majestätischer Schatten
Platzende Illusion...
Aufklärender Trumpf
Verschwindende Ratten
ENT-täuschende Perfektion
Glockgeläut in der Ferne
Ohren hörens gerne
Raue Winde im Gesicht
Unausgesprochenes Gericht
Ein ewiger Fluss
Ein Abschiedskuss"
@manja_herrmann_fotografie auf Instagram
"In Bremen Umzu, wie man so schön sagt, gibt es einige schöne Orte wo ich gerne Ausflüge hin mache bei Sonnenschein, mal zu Fuß und mal mit dem Fahrrad. Eines der Orte ist übers Weserwehr, an den Fischtreppen vorbei zum Deich entlang der Weser Richtung Dreye/ alte Weser, wo auch dieses Foto entstanden ist. Der Deich, die Fahrradfahrer und ein Flugzeug ist für mich ein typisches Bild für diesen Ort. Bremen ist für mich Heimat, obwohl ich in der Oberlausitz geboren bin und erst zum Studieren her kam, fühle ich mich sehr bremisch."
@philporterofficial auf Instagram
"NEUE ZEITEN ERFORDERN NEUE BLICKWINKEL.
Als Fotograf in Bremen lebt jeder von uns das Versprechen, Ferne aus der Nähe betrachten zu dürfen. Wir erzählen keine Geschichten, wenn es nicht Dein sind. Für uns ist Intimität keine Frage des Augenblicks, sondern des Ausdrucks. Die Weite ist unsere Inspiration, die Tiefe ist unser Versprechen."
@jjjonny_street auf Instagram
"Am Tag der Demo gegen Rechts war es mir wichtig, vor Ort ein Zeichen zu setzen - für Vielfalt, für Solidarität, gegen Hass. Das Bild ist eher zufällig entstanden, aber es fängt für mich genau den Moment ein, in dem ich Teil dieser Bewegung war. Der Blick nach oben zeigt nicht nur den Dom, sondern auch die Menge – gespiegelt in Glas, fast wie ein Symbol für Zusammenhalt und Sichtbarkeit. Ich kannte diesen Ort vorher kaum, aber durch dieses Foto wird er für mich zu einem ganz besonderen Erinnerungsort. Es erinnert mich daran, dass auch spontane Perspektiven kraftvoll sein können."
@bremen_town_musicians auf Instagram
"Moin!
Ich heiße Rita Rassenhövel, bin 53 Jahre alt, bin in NRW aufgewachsen und lebe schon mein halbes Leben im Norden. Ähnlich wie die Stadtmusikanten habe ich es zunächst nicht bis nach Bremen geschafft und habe viele Jahre "umzu" gelebt, bis ich 2009 nach Bremen-Findorff zog.
Die Sprache habe ich schnell gelernt und kann Begriffe wie "kaffeesieren" und "verklumfiedeln" verstehen und fehlerfrei aussprechen, auch wenn mir davon zunächst ganz brägenklöterig wurde. Spätestens nach der ersten Kohlfahrt war ich dann vollständig sozialisiert!
Vom Bleisatz zur Künstlichen Intelligenz
In meiner Ausbildung zur Druckvorlagenherstellerin bin ich noch knapp am Bleisatz-Zeitalter vorbeigeschrammt. Aber was soll ich sagen: Zeiten ändern sich, Technologien auch. Und "zack" – kaum 30 Jahre später erstelle ich Bilder mit künstlicher Intelligenz!
Im April 2023 wollte ich mir diese KI-Sachen mal ansehen um herauszufinden, ob KI mich demnächst ersetzen wird (wird sie nicht). Aus "nur mal gucken" wurde schnell Leidenschaft, und seitdem erstelle ich Bilder mit Midjourney. Das ist eine Software, die Texteingaben in Bilder verwandelt. Man beschreibt ein Bild mit Worten und ergänzt die Beschreibung mit diversen Parametern. Diese Texteingabe nennt man "Prompt".
Das klingt nüchtern, ist aber unheimlich inspirierend, regt die Phantasie an und eröffnet mir völlig neue Möglichkeiten, mich künstlerisch auszudrücken und kreative Ideen umzusetzen.
Mein Übungsmotiv sind die Bremer Stadtmusikanten. Warum ausgerechnet die Stadtmusikanten? Es war einfach das erste Motiv, das mir in den Sinn kam, aber es hat überhaupt nicht funktioniert. Ich war frustriert und dachte, ich mache etwas falsch, habe mich durch Tutorials gewühlt, mich mit anderen Usern ausgetauscht und festgestellt: Midjourney kann es einfach (noch) nicht und bildet nie die richtigen vier Tiere ab. Meistens sind es drei oder fünf, gerne sind Ziegen und diverse Vögel dabei, manchmal verschmelzen sie auch zu seltsamen Fabelwesen.
Deshalb erzeuge ich jedes Tier in vielen kleinen Arbeitsschritten als Einzelbilder und füge sie dann mit Photoshop zusammen und überarbeite diese digitale Collage oft noch mit weiteren Arbeitsschritten.
Vor Kurzem habe ich damit begonnen, meine Bilder mit generativer KI zu animieren. Auch das ist ein mühsamer Lernprozess. Und dann sitzen Esel, Hund, Katze und Hahn schließlich in gelben Regenjacken auf tosender stürmischer See an der Rehling eines Schiffes, die Gischt spritzt ihnen ins Gesicht und man kann ihnen ansehen, wie blümerant es ihnen zumute ist. Als ich dieses Motiv vor einem Jahr erstellte, habe ich mir nicht vorstellen können, dass ich es mal zum Leben erwecken könnte!
Inzwischen sind über 100 Stadtmusikanten in unterschiedlichsten Stilen entstanden. Gestrickt, gebacken, als Astronauten, Urzeittiere, Fußballer, Roboter, im Aquarium, als Musikinstrumente oder auf dem Trampolin. Und ich bin noch lange nicht fertig; meine Ideenliste ist noch seeeeehr lang!
Meine Motive zeige ich auf meiner Website (ki-versum.de) und auf meinem Instagram-Account (@bremen_town_musicians). Auf meiner Website stehen alle Motive zum Download bereit und dürfen für den privaten Gebrauch zum Beispiel auf Leinwand etc. gedruckt werden. Im Gegenzug freue ich mich über eine kleine Spende an die Bremer Tafel, die ich auf diesem Wege unterstützen möchte."