In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entdeckten die Bremer*innen Oberneuland als beliebtes Ausflugsziel, so dass immer mehr gutsituierte Bürger*innen hier prachtvolle Sommersitze und sehenswerte Herrenhäuser errichteten. Noch heute ist der Stadtteil im Osten Bremens durchzogen von diesen Prachtbauten, die im Laufe der Zeit durch viele repräsentative Einfamilienhäuser ergänzt wurden. Gleichzeitig verraten aber auch zahlreiche alte Bauernhäuser und aktive Höfe, dass Oberneuland ein durch Landwirtschaft geprägter Stadtteil ist.
Oberneuland ist nicht in einzelne Ortsteile unterteilt.
13.579 (Stand 12/2019)
18,442 km²
Das eher ruhige und beschauliche Oberneuland ist zweifelsohne einer der grünsten Stadtteile Bremens. Zahlreiche Parks, die einst großzügige Herrenhäuser umrahmten, stehen heute der Öffentlichkeit zur Verfügung und locken Spaziergänger*innen aus der ganzen Stadt. Da verwundert es nicht, dass Oberneuland zu den nobleren Wohngegenden zählt und viele Familien und wohlhabendere Bremer*innen beheimatet. Entsprechend hoch sind hier auch die Kaufpreise für Grundstücke, wobei sich die Mietpreise für Wohnungen im durchschnittlichen Bereich bewegen.
Die Franz-Schütte-Allee ist eine der zentralen Zufahrtsstraßen in und aus Richtung Oberneuland und gleichzeitig ein wahrer Blickfang: Stattliche Bäume bilden mit Ihren Ästen ein zu allen Jahreszeiten beeindruckendes Dach über der Straße. Einen besonderen Farbtupfer erhält die Allee aber zu Beginn des Frühjahrs. Denn dann kriechen eine Million Krokusse aus der Erde und legen sich wie ein blauer Teppich entlang der Straße aus.
Ein Meer aus Krokussen.
Seit 2002 sieht man in Oberneuland und umliegenden Stadtteilen immer mehr Hobbygärtner*innen bei der liebevollen Pflege von Kürbissen. Mit viel Sorgfalt werden allerorts kleine Pflänzchen zu wahren Giganten herangezogen. Das Ziel: bei der alljährlichen Oberneulander Kürbiswette im September die größte Frucht auf die Waage bringen und den begehrten Wanderpokal mit nach Hause nehmen. Und während die Anwärter*innen auf den Kürbisthron rund um die Waage wetteifern, freuen sich die übrigen Oberneulander*innen und Besucher*innen über das große Fest mit viel Programm.
Alle zwei Jahre steht Oberneuland im Zeichen sehenswerter Karosserien: Im Frühjahr lädt das Oldtimer-Erlebnis Fahrer*innen zur Rallye quer durch den Stadtteil und Interessierte zu einem bunten Fest auf das Veranstaltungsgelände an der "Oberneulander Eiche". Zwischen Live-Musik, kulinarischen Köstlichkeiten und Aktionen für Kinder könnt ihr hier eine bunte Vielfalt historischer Fahrzeuge sehen und auf einem Hindernisparcours beobachten.
Nur 15 Minuten von Bremens Stadtzentrum entfernt liegt die Anlage des Golfclubs Oberneuland. Im Stile eines Landschaftsparks angelegt, könnt ihr hier ganzjährig auf einem 48 ha großen 18-Loch-Platz mit sechs Teichen, Fairwaybunkern und Eichenhainen euer Handicap verbessern. Eine Besonderheit dabei: Die Golfanlage schließt einen Großteil des "Arboretums" - eine Oberneulander Baumsammlung - ein, so dass ihr vor einem mehr als 100 Jahre alten Baumbestand spielt.
Bereits seit 1848 steht eine so genannte Holländermühle im Herzen Oberneulands. Immer noch funktionstüchtig, hat sich das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk zu einem Wahrzeichen des Stadtteils entwickelt. Als Station 43 ist die Mühle Oberneuland nicht nur Teil der Niedersächsischen Mühlenstraße, sie beherbergt als Außenstelle des Focke-Museum auch die ständige Ausstellung "Vom Brot zum Korn".
Inmitten einer weitläufigen Parkanlage bietet der Lür-Kropp-Hof nicht nur einen idyllischen Anblick, er lädt auch regelmäßig zum gemütlichen Beisammensein. Ob Mai-Fest oder Weihnachtsmarkt - das Gelände rund um den Hof bietet den Oberneulander*innen immer wieder eine Gelegenheit zusammenzukommen. Besonders interessant für die kleinen Besucher*innen sind einige Spielgelegenheiten im Park sowie ein spannender Schaubienenstand. Zudem könnt ihr das über 200 Jahre alte Bauwerk für Anlässe wie Geburtstage, Empfänge oder Hochzeitsfeiern mieten. A propos Hochzeit: Seit April 2001 könnt ihr euch in der Parkanlage im Meta-Rödiger-Hochzeitshaus standesamtlich trauen lassen.
Die Stadtteile Oberneuland und Borgfeld teilen sich mit den Borgfelder Wümmewiesen das größte Naturschutzgebiet Bremens. Entlang der Wümmewiesen erstrecken sich in Oberneuland der Holler Deich und der Hodenberger Deich, die zu ausgedehnten Spaziergängen, Rad- oder Skatetouren einladen und einen freien Blick über die zu allen Jahreszeiten reizvolle Landschaft bieten. Steht das Wasser nicht zu hoch, führt euch ein Abstecher auf die Wege in den Wümmewiesen auf rund 40 Kilometern nach Fischerhude.
Alljährlich begeistert die Familie Drewes am Hollerdeich vor allem die kleineren Besucher*innen mit einem dichten Maislabyrinth. Am besten per Rad zu erreichen, können hier mutige Pfadfinder*innen etwa 30 Minuten ihren Weg durch ein hohes Pflanzenmeer suchen. Unterwegs gilt es ein jedes Jahr neues Rätselspiel zu lösen, das nebenbei auch noch wissenswerte Infos über die landwirtschaftliche Arbeit vermittelt. Und von einer Aussichtsplattform neben dem Maislabyrinth genießt ihr eine tolle Aussicht über die umliegenden Wümmewiesen.
Zeigt sich der Bremer Sommer von seiner sonnigen Seite, müssen Oberneulander*innen nicht weit fahren, um ein wenig Abkühlung zu finden. Angrenzend an den Golf-Club Oberneuland lockt der von der DLRG überwachte Achterdieksee mit einer guten Wasserqualität, einem Sandstrand, einladenden Liegewiesen, einem Spielplatz und vielem mehr. Und wenn das Wetter mal nicht zum Baden reicht, lohnt sich ein Ausflug zum Achterdieksee für einen schönen Spaziergang.
Ob Gut Hodenberg, Heinekens Park, Höpkens Ruh und Muhles Park - zahlreiche Parks machen Oberneuland zu einem der grünsten Stadtteile Bremens. Dabei beeindrucken vor allem alte Baumbestände und oftmals auch seltene Pflanzen, die Kapitäne einst von ihren Reisen mitbrachten. Besonders ausgedehnt lässt es sich in den Parks Höpkens Ruh und Muhles Park flanieren. Direkt nebeneinander liegend, werden diese beiden Parkanlagen von der Straße "Auf der alten Weide" durchquert, die euch direkt zu den Borgfelder Wümmewiesen führt.
Buslinien:
31, 33, 34
Nachtlinien
N3
Zugverbindung:
Metronom regional ab Bahnhof Oberneuland Richtung Bremen Hbf oder Hamburg Hbf mit Halt an allen Stationen.
Habt ihr Wünsche, Hinweise oder Beschwerden bezüglich eures Stadtteils, wendet ihr euch an das Ortsamt Oberneuland. Weiterlesen
Möchtet ihr mehr über Oberneuland erfahren, dann besucht die Website des Oberneuland Magazins. Hier findet ihr ein monatlich erscheinendes Stadtteil-Magazin.
Ob es nun der Wanderzirkus, das Kasperle-Theater, ein Reitturnier oder das Oldtimer-Erlebnis ist - Veranstaltungen aller Art spielen sich in Oberneuland oftmals an der von Einheimischen so genannten "Dicken Eiche" ab. Als Relikt aus der Gründerzeit Oberneulands markiert sie am östlichen Ende der Rockwinkeler Heerstraße die Festwiese des Stadtteils. Möchtet ihr die "Dicke Eiche" mit Öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, fahrt mit den Bussen 33 oder 34. Beide Linien fahren ab der Horner Kirche in Richtung Oberneuland und schließlich nach Sebaldsbrück. Das Besondere dabei: Die 33 und 34 fahren die gleichen Strecken, nur zwischen den Haltestellen Apfelallee und Mühlenfeldstraße entscheiden sie sich auf einem Teilstück für zwei unterschiedliche Wege. Die 33 fährt die Oberneulander Landstraße entlang, während die 34 auf der Rockwinkeler Heerstraße fährt.
Eine Zeitleiste aus "Bremen und seine Stadtteile" (Edition Temmen) gibt einen Überblick über die historischen Ereignisse in Oberneuland. Weiterlesen