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Grabgestecke mit Preisschild

Checkliste für den Trauerfall

Checkliste im Sterbefall: Vor Eintritt des Todes

Wenn ein nahender Todesfall absehbar ist, sollten Sie Teile der anstehenden Formalitäten vorbereiten. Bitten Sie eine Vertrauensperson, Sie in dieser Angelenheit zu unterstüzen, wenn Sie sich nicht stark genug fühlen! Sofern die sterbende Person in der Lage ist, kann sie eine große Hilfe bei dieser kräftezehrenden Aufgabe sein. Auch das Gespräch mit weiteren Angehörigen kann nicht nur dazu beitragen, die Last zu verteilen, sondern auch Missverständnissen und Streitigkeiten vorbeugen.

  • Zunächst sollten Verfügungen gesucht und berücksichtigt werden, dazu zählen beispielsweise Vorsorgeverträge mit Bestattungsinstituten, Körper- und Organspenden und die Willenserklärung zur Feuerbestattung.
  • Prüfen Sie, sofern dies noch gemeinsam mit der sterbenden Person möglich ist, bestehende Versicherungen, Verträge und Finanzen.
  • Besprechen Sie ungeklärte Sachverhalte zu Beerdigungsart und Trauerfeier mit anderen Angehörigen und fragen Sie sterbende Person nach ihren Wünschen und Vorstellungen.
  • Stellen Sie eine Liste aller Personen zusammen, die über den Tod der sterbenden Person informiert werden sollen.
  • Prüfen Sie den Erwerb der Grabnutzungsrechte an einer Grabstätte oder die Verlängerung bestehender Grabnutzungsrechte an einer Grabstätte, sofern beispielsweise bereits ein Familiengrab besteht.

Die Organisation einer Begleitung in der letzten Lebensphase kann für die sterbende Person und die Angehörigen hilfreich sein und Trost spenden.

Checkliste im Sterbefall: Nach Eintritt des Todes

Wenn eine Person verstorben ist, sind je nach Sterbeort verschiedene Formalitäten zu berücksichtigen. Beachten Sie auch, dass der Totenschein insbesondere bei einem Versterben im Krankenhaus häufig direkt und ohne Ihr Zutun an das zuständige Standesamt übermittelt oder dieser Vorgang vom Bestattungsinstitut übernommen wird. Verwechseln Sie nicht Totenschein, Sterbeurkunde und Erbschein - jedes dieser Dokumente ist ein eigenständiges Papier!

  • Ist die Person nicht im Krankenhaus oder einem Heim verstorben, ist ein Arzt zur Ausstellung des Totenscheins zu verständigen.
  • Informationen zur Beurkundung von Sterbefällen finden Sie im Serviceportal.
  • Verständigen Sie das Bestattungsinstitut Ihrer Wahl zur Organisation der Beerdigung und zur Abarbeitung einiger Formalitäten. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu diesen Vorgängen zu stellen!
  • Beantragen Sie die Amtsärztliche Untersuchung für die Kremation. Bitte beachten Sie, dass die Obduktion von Verstorbenen in Bremen nun in jedem Falle obligatorisch ist.
  • Starten Sie die telefonische Kurzbenachrichtigung der engsten Angehörigen. Sprechen Sie ggf. die Vorgehensweise ab, um diese Aufgabe auf verschiedene Personenn zu verteilen.
  • Mit dem Bestatter den Bestattungsauftrag absprechen und klären, welche Aufgaben Sie selbst übernehmen möchten
  • Das Bestattungsinstitut berät Sie bei der Auswahl des Sarges und der Totenbekleidung und nimmt auch die Einsargung vor.
  • Das Bestattungsinstitut übernimmt die Überführung des Verstorbenen in die Leichenhalle (Friedhof/Bestatter). Die Lagerung einer Leiche kostet meist Gebühren.
  • Die Absprache des Bestattungstermins mit dem Friedhofsträger für die Benutzung der Trauerhalle (evtl. im Krematorium) kann das Bestattungsinstitut für Sie übernehmen.
  • Falls gewünscht, können Sie mit dem Pfarrer oder einem privaten Trauerredner einen Termin für die Trauerfeier besprechen.
  • Die Genehmigung des Krematoriums holt das Bestattungsinstitut für Sie ein.

Checkliste im Sterbefall: Wohnung und Hausrat

Hat die verstorbene Person einen eigenen Hausstand geführt, sind viele praktische Dinge zu klären. Beachten Sie jedoch, dass der Hausstand ein Teil des Erbes darstellt und Ihr Handeln im Falle von Erbstreitigkeiten ungeahnte Folgen haben könnte.

  • Klären Sie, wer im Besitz von Haus- und Wohnungsschlüsseln ist und informieren Sie die Erbengemeinschaft über diese Erkenntnis.
  • Nehmen Sie die Erstbegehung des Heims der verstorbenen Person in Anwesenheit eines Zeugen vor.
  • Stellen Sie die Versorgung der Haustiere sicher und klären Sie gegebenenfalls, wer die Tiere aufnehmen kann. Handelt es sich um teure/seltene/zur Zucht eingesetzte Tiere, informieren Sie die Erbengemeinschaft über den Verbleib der Tiere.
  • Denken Sie an die Versorgung der Blumen und Pflanzen.
  • Vergessen Sie nicht die Regulierung der Heizungsanlage, um unnötiges Heizen oder Schäden durch Frost zu vermeiden.
  • Stellen Sie gegebenenfalls Gas und Wasser ab.
  • Schließen Sie die Fenster.
  • Ziehen Sie die Stecker elektrischer Geräte auds den Steckdosen.
  • Kündigen Sie die Wohnung und lassen Sie sie in Absprache mit der Erbengemeinschaft räumen.
  • Umbestellung der Post veranlassen.
  • Die Abmeldung des Autos und der Kfz-Versicherung in die Wege leiten und berücksichtigen, dass das Fahrzeug einen erheblichen Teil des Erbes darstellen könnte.

Checkliste im Sterbefall: Banken und Zahlungsverkehr

Zwischen Todestag und Beisetzung kann einige Zeit vergehen. Nun ist einerseits Zeit, Abschied zu nehmen und sich zu sammeln, andererseits können Formalitäten und Verpflichtungen in Angriff genommen werden. Machen Sie sich darauf gefasst, noch häufig Post für die verstorbene Person im Briefkasten vorzufinden, obwohl der Todesfall bereits angezeigt wurde. In komplexen Fällen oder bei Streitigkeiten ist das Einschalten eines Notars oder Rechtsanwaltes oder eines Steuerberaters angezeigt.

  • Sofern dies noch nicht erfolgt ist, muss die verstorbene Person beim Standesamt abgemeldet werden, dabei ist die Sterbeurkunde in sieben Exemplaren ausstellen zu lassen. Anlaufstelle ist immer das Standesamt des Sterbeorts!
  • Erörten Sie den Erbfall mit den anderen erbberechtigten Angehörigen um unliebsame Überraschungen und Missverständnisse zu vermeiden.
  • Einer der Erben muss den Erbschein beim zuständigen Nachlassgericht beantragen. Dazu ist unter Umständen unter Einschaltung eines Notars das Testament eröffnen zu lassen.
  • Klären Sie, welche Konten die verstorbene Person hatte und informieren Sie die Banken über den Todesfall. Beachten Sie, dass es hier häufiger zu Missverständnissen mit Geldinstituten kommen kann und lassen Sie sich von harten Formulierungen wie "Kontosperrung" in maschinell erstellten Formbriefen nicht verunsichern.
  • Überprüfen Sie laufende Daueraufträge bei Banken/Sparkassen und ändern Sie diese bei Bedarf. Stoppen Sie den laufenden Zahlungsverkehr der verstorbenen Person, soweit sie mit dem Tod ihre Berechtigung verlieren (Daueraufträge, Einzugsermächtigungen). Achten Sie auf das Kalenderdatum und evtl. Abbuchungen zum Ersten eines Monats und des Folgejahres, um weitere Verträge zu identifizieren.
  • Ermitteln Sie die Fälligkeit vor Terminzahlungen.
  • Benachrichtigen Sie Kreditgeber und aktivieren Sie eventuell abgeschlossene Restschuldversicherungen oder sonstige Absicherungen der Kredite.

Checkliste im Sterbefall: Absicherungen, Versicherungen und Verträge

Oft sind Hinterbliebene im Todesfall durch entsprechende Versicherungen und Renten (Lebensversicherung, Sterbegeldversicherung, Hinterbliebenenrente) abgesichert. Beachten Sie, dass es kein pauschales Sterbegeld mehr gibt und die Auszahlung der Versicherungen und Renten beantragt werden muss!

  • Informieren Sie Versicherungen und Ämter, bei denen Leistungsansprüche bestehen, und fordern Sie die Auszahlung oder den Beginn laufender Zahlungen ein. Sofern beispielsweise bei Lebensversicherungen detaillierte Information zum Todesfall angefordert werden, ist der zuletzt behandelnde Arzt oder, im Falle von langwierigen Erkrankungen, der Hausarzt behilflich.
  • Beachten Sie gegebenenfalls die Regelungen zur Hinterbliebenenrente (auch "Witwenrente").
  • Bestehende Verträge kündigen (Versicherungen, Mietverträge, Bezug von Zeitschriften, Mitgliedschaften in Vereinen, Telekommunikation, Fernsehen) und vor der Kündigung anfragen, ob eine reguläre Kopie statt eines der sieben Originale der Sterbeurkunde ausreicht. Häufig ist auch eine unkomplizierte Kündigung per Fax oder E-Mail möglich, wenn eine Kopie der Sterbeurkunde beigefügt wird. Oft ist es auch möglich, Verträge auf eine hinterbliebene Person zu überschreiben.
  • Informieren Sie auch den Arbeitgeber der verstorbenen Person.
  • Informieren Sie außerdem das Finanzamt über den Todesfall. Sollten Sie gemeinsam veranlagt sein und tritt der Todesfall vor Abgabe der Steuererklärung des letzten Jahres ein, kann es vorkommen, dass Sie sowohl für das abgelaufene Steuerjahr als auch das aktuelle Steuerjahr noch Steuererklärungen für den vorstorbenen Gatten oder die verstorbene Gattin abgeben müssen. Beachten Sie, dass bestehende Steuerklassen zunächst unberührt bleiben. Über die genauen Abläufe klären Sie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Finanzamts auf.

Checkliste im Sterbefall: Rund um die Beisetzung

Sobald Ort und Termin für die Trauerfeier oder die Beisetzung feststehen, haben Sie die Gelegenheit, von der verstorbenen Person in Ruhe Abschied zu nehmen. Dies ist aber kein Muss: Wenn Sie die Person nicht im aktuellen Zustand in Erinnerung behalten möchten, steht Ihnen diese Entscheidung natürlich frei.

  • Sprechen Sie mit dem Geistlichen oder Trauerredner die Inhalte und Gestaltung der kirchlichen oder weltlichen Trauerfeier ab oder klären Sie gegebenenfalls mit dem Bestattungsinstitut eine stille Beisetzung.
  • Überlegen Sie, wie Ihre eigene Trauerkleidung aussehen soll und organisieren Sie sich entsprechend.
  • Falls gewünscht, organisieren Sie einen Gasthof für den Beerdigungskaffee. Hier ist auch das Beerdigungsinstitut behilflich.
  • Sofern dies gewünscht ist, lassen Sie die Trauerkarten und -anzeige aufsetzen, erstellen und versenden. Das Bestattungsunternehmen ist hier behilflich, wenn Sie dies nicht in eigener Organisation erledigen möchten.
  • In Absprache mit dem Bestattungsinstitut den Blumenschmuck für Sarg und Trauerhalle sowie bei Erdbestattungen auch für das offene Grab und evtl. den Gasthof in Auftrag geben.
  • Einen Steinmetz für die Entfernung vorhandener Grabmale/Einfassungen benachrichtigen, sofern dies nicht vom Bestattungsunternehmen übernommen wird.
  • Sechs Wochen nach der Beisetzung das Grab abräumen und mit den Angehörigen die Grabpflege planen, sofern dies nicht bereits vom Bestattungsunternehmen geregelt wird.
  • Sechs bis acht Monate nach der Beisetzung einen Steinmetz für die Einfassung des Grabes und die Aufstellung und Beschriftung des Grabmals benachrichtigen.
  • Legen Sie eine Akte mit allen Dokumenten zu Todesfall und Grabstätte an, bspw.: Sterbeurkunde, Grabnutzungsrecht-Urkunde, Name des Nutzungsrechtsinhabers, Erklärung über den Nachfolger der Nutzungsberechtigung, Abrechnung des Bestatters, Friedhofsgärtners und Steinmetzes, Gebührenbescheide des Friedhofsträgers und des Krematoriums, evtl. Verträge über die Grabpflege.

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