Ein Mädchen sitzt einsam an einer Wand, düstere Atmosphäre

Sexueller Kindesmissbrauch

Die Initiative "Trau dich!" bietet Kindern zwischen acht und zwölf Jahren, Eltern und pädagogischen Fachkräften Hilfestellungen, um das Thema Missbrauch zuhause und in der Schule zu thematisieren.

Sexueller Kindesmissbrauch

Die Initiative "Trau dich!" bietet Kindern zwischen acht und zwölf Jahren, Eltern und pädagogischen Fachkräften Hilfestellungen, um das Thema Missbrauch zuhause und in der Schule zu thematisieren.
In den vergangenen Jahren sind immer mehr Fälle sexuellen Missbrauchs in öffentlichen Einrichtungen bekannt geworden. Nach einer aktuellen Umfrage des forsa-Instituts im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) fühlen sich 55 Prozent der Eltern allein gelassen, wenn es darum geht, ihre Kinder vor Übergriffen zu schützen, von den jüngeren Eltern (25 bis 34 Jahre) sogar 58 Prozent.
 

Kinder unterstützen und stärken


ARD-Moderatorin Caren Miosga ist Botschafterin der Initiative "Trau dich!". Viele Eltern seien ratlos, so Miosga: "Die Nachrichten über Missbrauchsfälle in Kitas, Schulen, Internaten und Sportvereinen verunsichern und ängstigen Mütter und Väter. Viele wissen nicht, wie sie ihre Kinder schützen sollen." Dabei sei es nicht der richtige Weg, Kinder aus Angst noch stärker zu behüten. Vielmehr sei es wichtig, sie zu stärken. Denn Jungen und Mädchen, die im Umgang mit ihren Gefühlen sicher sind und sich mitteilen können, werden seltener Opfer von Missbrauch. Ihre Sicherheit kann Täter abschrecken.
 

Grenzen und Gefühle der Kinder akzeptieren


Eine wichtige Aufgabe für Eltern besteht darin, genau hinzusehen, den Kindern zuzuhören und Verantwortung zu übernehmen. Hier setzt die Initiative "Trau dich!" an. Wenn die Kinder lernen, wie sie gute und schlechte Gefühle unterscheiden können, haben sie selbst einen besseren Zugang zu ihren Empfindungen. "Es wird für sie leichter, sich gegen Übergriffe zu wehren, wenn wir mit ihnen üben, die eigenen Grenzen zu erkennen und sie zu behaupten", so Caren Miosga. "Das heißt natürlich auch, dass wir diese selbst akzeptieren. So sollten wir unsere Kinder selbst entscheiden lassen, ob sie sich von Verwandten berühren lassen wollen oder nicht."
 

Großer Bedarf an Aufklärung


Die bundesweite Initiative "Trau dich!" beruht auf Erkenntnissen des Runden Tisches Sexueller Kindesmissbrauch. Aktuelle Zahlen bestätigen den Bedarf an Aufklärung und Prävention. Die Polizeiliche Kriminalstatistik von 2012 zeigt einen Anstieg auf mehr als 12.500 gemeldete Fälle sexuellen Kindesmissbrauchs. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt.

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