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Eine Datenbank mit verlässlichen Informationen zur Barrierefreiheit

Dieser Stadtführer ist eine Datenbank für Menschen mit Beeinträchtigungen, die in Bremen leben, in Bremen zu Gast sind oder eine Reise nach Bremen planen.

Die Datenbank stellt Ihnen für eine breite Auswahl von Einrichtungen in der Stadt Bremen Informationen über deren barrierefreie Zugänglichkeit und Nutzbarkeit zur Verfügung. Vor allem Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, sollen dann anhand dieser Informationen selbst abschätzen können, ob und inwieweit sie persönlich die jeweilige Einrichtung barrierefrei nutzen können oder ob sie Vorkehrungen treffen müssen, um mit eventuell vorhandenen Barrieren klar zu kommen. Informationen zu vorhandenen Angeboten für Sehbehinderte/Blinde, Hörbehinderte/Gehörlose oder Menschen mit Lernbehinderung sind hier ebenfalls zu finden.

Der Stadtführer soll allen Menschen die selbstständige Entscheidung erleichtern, welche Orte sie gut besuchen und nutzen können. Dafür sollen verlässliche und möglichst aussagekräftige Informationen bereitgestellt werden.

Alle Daten und Informationen werden möglichst objektiv – also unabhängig von persönlichen Einschätzungen – erhoben und ausgewertet. Dazu braucht es ein standardisiertes Erhebungs- und Auswertungsverfahren. Es gibt also feste Regeln, wie die Einrichtungen erhoben werden , welche Daten dabei gesammelt und wie sie ausgewertet und zusammengefasst werden sollen. Solche Auswertungen und Zusammenfassungen sind nötig, damit die Nutzerinnen und Nutzer nicht in einer unübersichtlichen Aufzählung von Daten den Überblick verlieren. Sie können aber auch zu Missverständnissen führen. Um solche Missverständnisse soweit wie möglich zu vermeiden, möchten wir Ihnen an dieser Stelle einige Hinweise geben.
 

Ein erster Überblick durch kurze Bewertungen
 

Der Stadtführer erfasst eine Einrichtung nicht als Ganzes, sondern gliedert sie in verschiedene Ziele, die getrennt voneinander erhoben und untersucht werden. Dahinter steht der Umstand, dass manche Teile einer Einrichtung gut mit einem Rollstuhl nutzbar sein können, andere hingegen nicht. Ein besonders häufig anzutreffendes Beispiel hierfür sind Gaststätten mit einem stufenlos erreichbaren Gastraum, deren Toiletten aber nur über Treppenstufen erreichbar sind.

Der Stadtführer bietet Ihnen nun für jedes Ziel zwei Formen der Auswertung: eine umfangreiche Auswertung in Form von Tabellen mit einer Reihe von Einzeldaten zu barrierefreien Nutzbarkeit und eine sehr knappe in Form einer kurzen Bewertung:
 

  • barrierefrei zugänglich und nutzbar,
  • weitgehend zugänglich und nutzbar,
  • eingeschränkt zugänglich und nutzbar und
  • schwer zugänglich und nutzbar.
     

Diese knappe Form der Beschreibung in Form einer zusammenfassenden Bewertung beruht auf der Auswertung ausgewählter, besonders prägnanter Merkmale. Diese Einteilung stellt keine Form von Benotung dar. So kann beispielsweise eine Toilette in einer Kneipe als nur "eingeschränkt nutzbar" bewertet worden sein, weil es eine Barriere im Eingangsbereich der Kneipe gibt, dennoch kann diese Toilette für viele Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer einfacher zu nutzen sein als eine andere Toilette, die "besser" bewertet wurde, obwohl dort manche Bewegungsflächen ungünstiger ausfallen oder Türen schwerer zu öffnen sind.

Die zusammenfassenden Bewertungen sind also nicht als Noten, sondern eher als Filter bzw. Warnmelder gedacht: das Attribut "eingeschränkt nutzbar" beispielsweise soll die Nutzerinnen und Nutzer lediglich darauf hinweisen, dass mindestens eine Barriere festgestellt wurde, die für viele Menschen im Rollstuhl eine bedeutsame Schwierigkeit darstellt; jede Nutzerin und jeder Nutzer kann dann mit einem Blick in die Tabellen mit den Einzeldaten feststellen, ob die gemessenen Hindernisse auch für sie oder ihn persönlich zu einem Problem würden. Ähnlich ist das Attribut "schwer nutzbar" zu bewerten: hier wurde dann mindestens eine Barriere festgestellt, die für fast alle Menschen im Rollstuhl so gravierend ist, dass das Betreffende gar nicht oder nur mit viel Unterstützung genutzt werden kann.

Die Kurzbewertungen ersparen also in der Regel nicht den Blick in die Einzeldaten, sie können aber beim Vorsortieren helfen, etwa bei der Suche nach einem - unter Barrieregesichtspunkten - guten Restaurant, einer guten Arztpraxis oder einem Hotelzimmer.
 

Welche Einrichtungen sind im Stadtführer zu finden?
 

Die derzeitige Erhebungskampagne ist auf etwa 4 Jahre angelegt. Bis zum Jahr 2016 sollen dann etwa 1.000 öffentlich nutzbare Einrichtungen in der Stadt Bremen auf ihre Barrierefreiheit hin untersucht und die Ergebnisse im Stadtführer veröffentlicht werden. Das ist natürlich nur ein Bruchteil der insgesamt vorhandenen Einrichtungen, und es muss daher eine Auswahl getroffen werden.

Bei dieser Auswahl stehen zwei Gruppen von Einrichtungen im Mittelpunkt. Bei der ersten handelt es sich um öffentlich genutzte Einrichtungen in Bremen von solch einzigartiger Bedeutung, dass sie – unabhängig davon, ob sie barrierefrei zugänglich sind oder nicht – auf jeden Fall erhoben werden sollen. Zu solchen Einrichtungen zählen vor allem eine Reihe von touristischen Highlights und kulturellen Angeboten wie der Dom, das Rathaus und der Ratskeller, das Universum oder das Überseemuseum, sowie weitere Museen und die Bremer Theater. Aber auch die Bremische Bürgerschaft, Ämter, soweit es dort Öffentlichkeitsverkehr gibt, einige Beratungsstellen und die Bürgerhäuser in den Stadtteilen gehören zu dieser Gruppe.

Die zweite Gruppe besteht aus Einrichtungen, die für den Alltag von besonderer Bedeutung sind, aber jede für sich betrachtet weder einzigartig noch alternativlos sind. Dabei geht es beispielsweise um Arztpraxen, Physiotherapiepraxen und andere Gesundheitseinrichtungen, Kinos, Kneipen und Gaststätten, öffentliche Toiletten. Hier geht es dem Stadtführerprojekt vor allem darum, aus der Vielzahl der vorhandenen Angebote diejenigen herauszufiltern, die auch für Menschen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, gut nutzbar sind.

Einige Einrichtungstypen bleiben trotz ihrer Alltagsbedeutung im Stadtführer weitgehend unberücksichtigt, nämlich solche, bei denen es wegen ihrer großen Zahl oder aus anderen Gründen für Rollstuhlfahrer/innen auch ohne den Stadtführer relativ einfach ist, ein passendes Angebot zu finden. Dies betrifft vor allem Geschäfte, Kaufhäuser, Supermärkte.

Wenn Sie gezielt für eine bestimmte Einrichtung Angaben über die Zugänglichkeit suchen, sie aber über die Suchmaske des Stadtführers nicht finden, kann das also daran liegen, dass sie entweder nicht zu der oben beschriebenen Auswahl gehört oder dass sie zur Auswahl dazugehört, aber noch nicht erhoben wurde. Es kann aber auch sein, dass die Verantwortlichen dieser Einrichtung nicht mit einer Erhebung einverstanden waren. Dass eine Einrichtung nicht im Stadtführer zu finden ist, lässt keine eindeutigen Rückschlüsse darüber zu, ob sie barrierefrei nutzbar ist oder nicht.

Wenn Sie eine Einrichtung im Stadtführer vermissen, haben Sie die Möglichkeit, das über die Feedbackfunktion auf der Internetseite des Stadtführers den Projektverantwortlichen mitzuteilen. Hier wird man dann prüfen, ob Ihr Vorschlag in den Stadtführer aufgenommen werden sollte.
 

Datenerhebung und Kommentare
 

Stadtführer für behinderte Menschen, die Daten zur Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Gebäuden und Einrichtungen sammeln und auswerten, haben in Deutschland (aber nicht nur hier) inzwischen eine fast 30 Jahre lange Tradition. In Bremen erschien der erste Stadtführer dieser Art 1989. Ein weiterer Schritt wurde mit dem System von "you-too" in den Jahren 1997 bis 2000 im Rahmen des Projekts BARRIER INFO gegangen. Vor allem mit dem Internet und den anderen neuen Formen der Telekommunikation hat die Qualität und Nutzbarkeit von Stadtführern für behinderte Menschen erheblich zugenommen. Ein wesentlicher Aspekt ist hier, dass man mehr Daten zur Barrierefreiheit auswerten, veröffentlichen und diese auch schneller aktualisieren kann als zu Zeiten, als Stadtführer in der Regel nur in gedruckter Form zur Verfügung standen.

Am Beispiel der Bremer Stadtführerprojekte kann man auch erkennen, dass die standardisierten Erhebungs- und Auswertungsverfahren die realen Verhältnisse inzwischen sehr viel zuverlässiger und aussagekräftiger abbilden als früher. Doch die realen Verhältnisse lassen sich nicht immer in die festen Schemata pressen. Dann stoßen die um Objektivität bemühten Verfahren an ihre Grenzen. Die Erheber/innen des Stadtführerprojekts sind geschult, solche Grenzen zu erkennen und die vermeintlich objektiven Daten mit ihrer subjektiven, aber sachkundigen Sicht der Dinge zu ergänzen. Achten Sie bitte deshalb auch auf die Kommentare, die sie bei den Tabellen mit den Einzeldaten finden.
 

Wer steckt hinter dem Stadtführer in Bremen?
 

Eine weitere Besonderheit dieses Projektes "Stadtführer Barrierefreies Bremen – Informationen für Alle" ist eine breite Kooperation von Akteuren aus allen Senatsressorts der Stadtverwaltung, dem Verein Selbstbestimmt Leben und der Landesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe behinderter Menschen (LAGS), dem Seniorenbeirat, der Bremer Touristik Zentrale, dem Hotel- und Gaststättenverband (dehoga) und der Hochschule Bremen (Internationaler Studiengang Angewandte Freizeitwissenschaften), die alle zusammen in einem Begleitausschuss unter der Leitung des Landesbehindertenbeauftragten das Projekt befördert und viele Vereinbarungen für das vorliegende Ergebnis getroffen haben. Umgesetzt wird das Projekt federführend vom Planungsbüro protze + theiling sowie von der bremen.online GmbH, jetzt bremen.online - eine Abteilung der WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH.

Die Mitglieder des Begleitausschuss wünschen allen Nutzerinnen und Nutzern viel Spaß und Erfolg bei Ihren Recherchen mit dem Stadtführer Barrierefreies Bremen – Informationen für Alle