Ein Stillleben mit Blumen und einem Papagei.

Tulpen, Tabak, Heringsfang

Bislang verborgene Gemälde niederländischer Künstler werden vom 7. April bis 26. August 2018 in der Kunsthalle präsentiert: Die Landschaften, Genrebilder, Stillleben und Seestücke geben einen umfassenden Einblick in die Malerei des Goldenen Zeitalters.

Wann & Wo?

Kunstausstellung

7. April bis 26. August 2018

Kunsthalle Bremen

Bremer Großzügigkeit

Insgesamt schenkte Carl Schünemann der Kunsthalle 34 Gemälde und eine Zeichnung. Es ist die umfangreichste Gruppe von Werken alter Meister, die der Kunstverein seit seiner Gründung 1823 erhalten hat. Die niederländischen Werke ergänzen auf hervorragende Weise die Sammlung niederländischer Malerei in der Kunsthalle Bremen. Die Neuzugänge verstärken vorhandene Bestände und schaffen besondere Schwerpunkte.Vor allem aber schließt die Schenkung Lücken, insbesondere auf dem Gebiet der Blumenstillleben, der Seestücke und der Genremalerei.

Ein Stillleben mit Blumen und einem Papagei.

Quelle: Der Kunstverein Bremen

Jeronimus Sweerts, Stillleben mit Blumenkorb und Papagei, 1626

Auf einem zugefrorenen See laufen die Menschen eines Dorfes Schlittschuhe. Im Hintergrund ist eine Stadt und eine Kirche zu erkennen.

Quelle: Der Kunstverein Bremen

Adam van Breen, Elegante Gesellschaft auf dem Eis, um 1611

Drei Fischer stehen am Ufer und holen die Fischnetze ein. Im Hintergrund sind Segelboote zu erkennen.

Quelle: Der Kunstverein Bremen

Hendrick Jacobsz. Dubbels, Stille See mit Fischern beim Einholen der Netze, 1645-1653

Die Niederlande im 17. Jahrhundert – Geschichte und Kultur einer Handelsmacht

Die Landschaften, Genrebilder, Stillleben und Seestücke vermitteln einen guten Einblick in die Geschichte und Kultur der Niederlande, die der bürgerlich-protestantisch geprägten Kaufmannstadt Bremen eng verbunden waren. So verweist der Ausstellungstitel „Tulpen, Tabak, Heringsfang“ auf die bedeutenden Handelsgüter, die die Niederlande im 17. Jahrhundert reich gemacht haben: Die Holländer beherrschten damals den globalen Seehandel und waren in Technik, Infrastruktur und Bildung das fortschrittlichste Land der Welt.
 

Dies zeigt sich in den Darstellungen von Landschaften mit Windmühlen, Strandszenen mit Fischverkäufern oder Seestücken mit bewaffneten Handelsschiffen. Eine Dame im eleganten Seidenkleid präsentiert darüber hinaus den Lebensstil der feinen Kaufmannschaft im großbürgerlichen Interieur, und Blumen- und Raucherstillleben zeigen die kostbaren Konsumgüter der damaligen Zeit. Mit ökonomischen Themen wie der Spekulationsblase für Tulpenzwiebeln, gesellschaftlichen Aspekten wie dem Tabakgenuss und der grundsätzlichen Frage nach nationaler Identität enthält die Ausstellung eine Fülle von Themen, die auch heute noch höchst aktuell sind.

Der Kaufmann Carl Schüneman

Der Kaufmann Carl Schünemann stammt aus einer bedeutenden Verlegerfamilie in Bremen. In fünfter Generation führte er mit seinem Cousin das Bremer Druck- und Verlagshaus Carl Ed. Schünemann KG, das neben dem traditionsreichen Zeitungsverlag ein umfangreiches Buchprogramm herausbrachte, darunter auch kunsthistorische Fachliteratur zur niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts.
 

Im persönlichen Dialog mit Kunstexperten wie u.a. Walther Bernt, Ingvar Bergström, Laurens Bol und Horst Gerson baute Schünemann in den vergangenen 50 Jahren seine Sammlung auf, die der Öffentlichkeit bislang vollkommen unbekannt war. Nur selten wurden einzelne Werke in Ausstellungen präsentiert. So war 2017/18 ein Hauptwerk der Sammlung, „Die Serenade“ von Jacob Ochtervelt, in der Ausstellung „Vermeer and the Masters of Genre Painting“ zu sehen, die erst im Pariser Louvre gastierte, dann in der National Gallery of Ireland in Dublin und anschließend in der National Gallery of Art in Washington, D. C. gezeigt wurde.

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