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Werkschule in Bremen

Im Rahmen des Schulentwicklungsplans entstand im Jahr 2009 eine neue Schulform in Bremen: die Werkschule. Bei dem Ziel, Schülerinnen und Schüler in ihren individuellen Kenntnissen und Fähigkeiten dort zu stärken, wo sie mit ihrem Leistungsvermögen gerade stehen, bildet die Werkschule einen wichtigen Baustein des Bremer Bildungsangebots.

Vor allem für Schülerinnen und Schüler, denen das theoretische Lernen weniger liegt, ist diese Schulform besonders geeignet. Mit einer stark ausgeprägten praktischen Orientierung führt sie durch einen dreijährigen Bildungsgang von der neunten bis zur elften Klasse.
 

Das Konzept

Nicht mehr als 16 Schülerinnen und Schüler besuchen auf der Werkschule eine Klasse. Der Unterricht zielt insbesondere auf den Erwerb, die Festigung und die Verbesserung der Grundfertigkeiten aller Schülerinnen und Schüler ab. Beim Aufbau sozialer Kompetenzen und psychischer Stabilität werden die Jugendlichen ebenso gefördert, wie bei der Entwicklung einer Berufswahlkompetenz und der Erlangung der Ausbildungsfähigkeit. Die Basis bildet dabei ein projektorientierter Unterricht, der die Grenzen zwischen Theorie und Praxis aufweicht. Im Rahmen von produktorientierten Projekten produzieren die Schülerinnen und Schüler für einen begrenzten Markt oder bieten ihre eigenen Dienstleistungen an, so dass sie einen Einblick in reale betriebliche Bedingungen erhalten. Dabei stellen die Werkschulen den Schülerinnen und Schülern im Verlauf des Bildungsgangs Zertifikate für die erworbenen Kompetenzen aus. Begleitet werden sie von Lehrerinnen und Lehrern, aber auch von Sozialpädagoginnen und -pädagogen sowie Lehrmeisterinnen und -meistern verschiedener Lehrberufe.
 

Schulabschluss

Am Ende der elften Klasse erwerben die Absolventinnen und Absolventen der Werkschule die Erweiterte Bildungsreife (Erweiterter Hauptschulabschluss). Sie bildet die Voraussetzung für viele Ausbildungsberufe und den Besuch von Berufsfachschulen. Mit einem bestimmten Notenbild kann am Ende der zehnten Klassenstufe die Einfache Berufsbildungsreife erreicht werden.

Derzeit gibt es zehn Werkschulen in Bremen:
 

  • Osterholz: Die Werkschule Osterholz fördert Stärken im Bereich "Umgang mit Menschen" in Richtung Verkaufen und Verwalten.
     
  • Hemelingen: Die Werkschule Hemelingen verfolgt den Schwerpunkt Garten- und Landschaftsbau.
     
  • Huchting: Die Wilhelm Wagenfeld Schule fördert drei verschiedene Berufsbereiche: den der Körperpflege, den der Mediengestaltung und den Bereich Textil und Bekleidung.
     
  • Neustadt: Das Schulzentrum Neustadt beschäftigt sich mit personenbezogenen Dienstleistungen bezüglich Lebensmitteln, Wäschepflege und Reinigung sowie Gartenarbeit.
     
  • Mitte: Das Technische Bildungszentrum Mitte hat einen technischen Schwerpunkt, insbesondere in den Bereichen Metall- und Fahrzeugtechnik, Elektrotechnik und Informationstechnik.
     
  • Walle: Im Schulzentrum Rübekamp steht der Bereich der Nahrungsmittel im Fokus. Bildung in den Bereichen Bäckerei, Konditorei und Fleischerei wird hier angeboten.
     
  • Oslebshausen: Die Berufsschule Metalltechnik schult in Techniken der Metallverarbeitung in Theorie und Praxis.
     
  • Burg-Grambke: Das Schulzentrum Alwin-Lonke-Straße beschäftigt sich mit Bautechnik, Garten- und Landschaftsbau, Gestaltungstechnik und Holztechnik.
     
  • Vegesack: Das Schulzentrum Vegesack legt den Schwerpunkt auf Technik und Handwerk.
     
  • Blumenthal: Das Schulzentrum Blumethal lehrt rund um die Zubereitung von Nahrung sowie die Arbeit im Service und Verkauf.
     

Bewerben können sich Schülerinnen und Schüler der achten Klasse an einer Werkschule. Ein Bewerbungsformular ist erhältlich in der besuchten Oberschule. Zusätzlich ist eine schriftliche Bewerbung mit Lebenslauf und einer Stellungnahme der abgebenden Schule, ein Berufswahlpass der Sekundarschule, wie auch das letzte Zeugnis erforderlich. Der Antrag wird dann von der Schülerin oder dem Schüler bei der entsprechenden Werkschule bis Ende Mai des Bewerbungsjahres eingereicht. Hat die Bewerbung Erfolg, beginnt der Besuch der Werkschule für jede Schülerin und jeden Schüler mit einer Probezeit.

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