Vertragsunterzeichnung (Quelle: fotolia / Rido)

Der Übergang in die berufliche Ausbildung

Das Ende der Schulzeit rückt immer näher und es stellt sich die Frage, in welche Richtung es danach gehen soll. Es bieten sich viele Möglichkeiten für den ersten Schritt in das berufliche Leben: Ihr könnt eine weitere Schule besuchen, mit einem Studium beginnen oder erst einmal etwas völlig anderes erleben. Die Schularten und Bildungsgänge in den berufsbildenden Schulen, wie auch Hinweise zu anderen Möglichkeiten haben wir für euch aufgeführt.
 

 

Praktikum
Eine Möglichkeit, den Einstieg in das Berufsleben zu finden oder sich zu orientieren, ist das Absolvieren eines Praktikums. Es bietet einen sinnvollen Weg, sich neue Kenntnisse anzueignen oder bereits erworbene Fähigkeiten zu vertiefen. Eine Übersicht mit Informationen zu Praktikumsstellen im Öffentlichen Dienst findet ihr auf den Seiten des Aus- und Fortbildungszentrums für den Bremischen Öffentlichen Dienst. Auf der Suche nach anderen Praktikumsplätzen werdet ihr vielleicht in unserer Jobbörse fündig.


 

Duale Ausbildung
Eine duale Ausbildung verbindet die betriebliche Ausbildung mit dem Besuch der Berufsschule. Zahlreiche ausbildende Betriebe arbeiten in Bremen mit Berufsschulen zusammen und bieten Ausbildungsplätze in rund 200 Ausbildungsberufen an. Eine duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Der praktische Teil findet im Betrieb statt, während der theoretische Teil in der Berufsschule gelehrt wird.

Der Besuch der Berufsschule ist für alle Auszubildenden des dualen Systems verpflichtend. Ein Anteil von zwölf Wochenstunden wird entweder regelmäßig an zwei bis drei Tagen der Woche oder in Blockform an der Berufsschule verbracht. Am Ende der dualen Ausbildung finden eine theoretische und eine praktische Prüfung statt. Die AbsolventInnen sind nach erfolgreich bestandener Prüfung berechtigt, sich FacharbeiterIn zu nennen. Zudem haben sie die Möglichkeit, mit dem Mittleren Schulabschluss (Mittlere Reife) in die zwölfte Klasse der Fachoberschule einzutreten und ein Jahr später die Fachhochschulreife zu erwerben, die zum Fachhochschulstudium berechtigt. Der Erhalt des Mittleren Schulabschlusses ist vom Notendurchschnitt abhängig.


 

Berufliches Gymnasium

Neben der Oberschule und den normalen Gymnasien gibt es das Berufliche Gymnasium. Hier können SchülerInnen die Allgemeine Hochschulreife erreichen. Der Schwerpunkt in der Oberstufe liegt in der beruflichen Orientierung. Die SchülerInnen entscheiden, ob sie sich während ihrer Schulzeit technischen, gestalterischen, wirtschaftlichen, ernährungs- oder gesundheitsbezogenen Themen widmen möchten. Aufbauend auf dieser Wahl bildet sich ein individuelles Profil, bei dem mit einem Leistungsschwerpunkt und bis zu drei Grundfächern eine Schwerpunktsetzung erfolgt.


 

Zweijährige Höhere Handelsschule

Die Zweijährige Höhere Handelsschule bereitet auf eine Ausbildung in einem kaufmännischen Beruf vor. SchülerInnen, die einen Mittleren Schulabschluss erreicht haben, können durch den Besuch der Handelsschule ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhöhen. Mit dem Abschluss der Handelsschule wird der schulische Teil als Fachhochschulreife anerkannt. Die uneingeschränkte Fachhochschulreife kann dann durch eine Berufsausbildung im dualen System oder ein anerkanntes einjähriges betriebliches Praktikum erworben werden.

 

Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme
Um Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Einstieg in die Arbeitswelt zu erleichtern, bietet die Agentur für Arbeit die Möglichkeit der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme. Im Laufe eines Jahres haben die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten hinsichtlich einer Berufswahl zu überprüfen und sich in der Vielzahl der Berufe zu orientieren. Sie erlernen die grundsätzlichen Fertigkeiten für die Aufnahme einer beruflichen Ausbildung und haben, sofern nicht vorhanden, die Möglichkeit, sich auf den Erwerb eines Hauptschulabschlusses vorzubereiten. Während der Teilnahme haben die Jugendlichen einen Anspruch auf Berufsausbildungsbeihilfe.
Alle Informationen zur Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme findet ihr bei der Agentur für Arbeit

 

Einjährige ausbildungsvorbereitende Berufsfachschule
Die einjährige ausbildungsvorbereitende Berufsfachschule bereitet SchülerInnen durch eine berufliche Grundausbildung auf eine betriebliche Ausbildung vor und ermöglicht ihnen den Abschluss der Berufsbildungsreife. Damit verbessern sich die Chancen auf einen Ausbildungsplatz. Bestandteil des Schuljahres sind betriebliche Praxisphasen. Mit einer zentralen Abschlussprüfung kann der Mittlere Schulabschluss nachgeholt werden.
Umfassende Informationen zum berufsvorbereitenden Angebot der Allgemeinen Berufsschule findet ihr unter: www.abs-bremen.de.

 

Einstiegsqualifizierung
Ausbildungsbewerberinnen und –bewerbern, die zum 30. September noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, die noch nicht gänzlich einer Ausbildung gewachsen sind, die lernbeeinträchtigt oder sozial benachteiligt sind, steht die Möglichkeit der Einstiegsqualifizierung zur Verfügung. Diese Maßnahme unterstützt Ausbildungseinsteiger dabei, berufliche Handlungsfähigkeit zu erwerben. In einem Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten steigen Bewerberinnen und Bewerber in die alltäglichen Prozesse in Betrieben ein. Die Ausbildungsanwärterinnen und –anwärter gewinnen auf diese Weise erste Kompetenzen und Eindrücke. Zudem haben die Ausbildungsbetriebe die Gelegenheit, die Fähigkeiten und Entwicklungen der jungen Menschen zu beobachten.
Welche Voraussetzungen ihr für eine Einstiegsqualifizierung mitbringen müsst und alle weiteren Informationen findet ihr bei der Agentur für Arbeit


 

Ausbildung zur Assistentin oder zum Assistenten
Für Berufsbereiche, in denen es keine betriebliche Ausbildung im dualen System gibt, wird die Ausbildung zur Assistentin oder zum Assistenten angeboten. Solch eine Ausbildung an der Berufsfachschule dauert zwei Jahre und schließt mit einer Prüfung ab. Im Anschluss an die schulische Leistung kann unmittelbar eine Berufstätigkeit im erlernten Beruf aufgenommen werden. AssistentInnen mit einem Mittleren Schulabschluss haben zudem die Wahl, in die zwölfte Jahrgangsstufe der Fachoberschule überzugehen und die Fachhochschulreife zu erwerben.

 

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