Kultur und Kohltour

Unterhaltung pur

Gebäude-Ensemble Kränholm, bestehend aus alten Höfen. Quelle: Carsten Heidmann

Comedy, Musik und Literatur im Alten Packhaus in Vegesacck, regionale Festivals in Parks und Wassernähe sowie Festivitäten auf Schlössern und Burgen, Heimat- und Kunstmuseen neben modernen Ausstellungen zu aktuellen Werken, stilvolles Café-Ambiente und kulinarische Köstlichkeiten mit Tradition – wer die kulturellen Highlights in Bremen-Nord aufzählt, gerät aufgrund der Angebotsvielfalt schnell ins Schwärmen. Höchste Zeit also, sich selbst ein Bild von Burglesum, Vegesack und Blumenthal zu machen.

Grafik zeigt weißen Schriftzug Kultur und Kohltour auf lila Hintergrund Quelle: fehlt noch

Museen, Konzerte und Kulinarik
Blick auf die Fassade und die Tür vom KITo
Foto: © Hans Schnatmeyer
Kultur mit Kultstatus - KITO und KUBA

Persönlichkeiten aus Musik, Comedy und Literatur, die andernorts oft ganze Hallen füllen, schätzen die familiäre Atmosphäre auf dem Dachstuhl des ältesten und größten Bremer Packhauses mit seinen charakteristischen Holzbalken. Ob eines der bekanntesten Jazz-Ensembles Europas (Tingvall Trio), der Sänger von Ultravox (Midge Ure) oder Enthüllungsjournalist Günter Wallraff – an kaum einer Bremer Bühne geht der Zuschauer mit seinen Idolen derart nah auf Tuchfühlung wie im Vegesacker KITO. In den 1920er Jahren agierte hier eine Firma, die Schiffsware nicht in Holzkisten, sondern in Pappkartons verpackte. Die den Anleger passierenden Schiffe nannten diese Kistentod AG nur kurz KITO. KUBA ist ein weiteres Kürzel, das für kulturelle Abwechslung in Bremen-Nord steht. Der ehemalige Güter- und heutige Kulturbahnhof ist Kult für Konzerte, Theater- und Jugendprojekte sowie private Feste und Feiern. Fußläufig winken mit der Stadtkirche und dem Gewoelbe Vegesack noch weitere schöne Veranstaltungsorte.


Tickets für das abwechslungsreiche Programm in der Alten Hafenstraße 30 (KITO) bzw. der Hermann-Fortmann-Straße 32 (KUBA) in Vegesack gibt es deutschlandweit an jeder Vorverkaufsstelle. www.kulturbuero-bremen-nord.de

Ein Haus mit Veranda und vielen Blümenkübeln.
Foto: © WFB/Ingo Wagner
Haus Lesmona mit Skulpturengarten – künstlerisches Kleinod

"Sommer in Lesmona", das sind Herzschmerz und Emotionen, eingebettet in die grüne Szenerie des Knoops Parks am hohen Ufer der Lesum. Der Garten von Hermann Melchers, mit seinem "Haus Lesmona" war Schauplatz des Briefromans. Die Geschichte entstand zwischen 1893 und 1896, als Autorin Magdalene Melchers alias Marga Berck ihre Ferien in dem villenartigen Anwesen Ihres Onkels verbrachte. Fügte man heute die Gärten der noch bestens bekannten Familien Knoop, Albrecht, Wolde und Melchers zusammen, ergäbe das die Fläche des Knoops Park. Seit vielen Jahren birgt das denkmalgeschützte klassizistische Bau von 1815 am Rande des Parks eine Galerie und die Interational Academy of Arts nebst öffentlich zugängigen Skulpturenpark. Künstlerischen Nachwuchs und international bekannte Künstler werden gleichermaßen präsentiert Ein magischer Ort zum Verweilen und kreativ sein.


Galerie Birgit Waller: Öffnungszeiten nach Vereinbarung . Der Skulpturenpark auf dem Geestrücken in St. Magnuns an der Lesum ist jederzeit öffentlich zugänglich. www.foerderverein-knoops-park.de

Kinder sitzen in einer Reihe und schauen ein Bild an
Foto: © Jens Lehmkühler
Aus Liebe zur Kunst - Overbeck-Museum

Am Anfang schlug ihr Herz nur für die Kunst: Die junge Studentin Hermine Rohte verliebte sich 1896 zuerst in ein Gemälde, nach dem ersten Kennenlernen aber auch in dessen Maler Fritz Overbeck, der die Künstlerkolonie Worpswede mitgegründet hatte. Heute, 120 Jahre später, erinnert an das Künstlerehepaar ein Museum in Vegesack, ihrem späteren Lebensmittelpunkt. In vier Sonderausstellungen pro Jahr werden Werke der Worpsweder Landschafts- und Freilichtmalerei immer wieder auch moderner Kunst gegenübergestellt. Dabei kommen spannende Kontraste, aber auch überraschende Gemeinsamkeiten ans Licht. Originalmöbel – auf einer Bank saß schon der Dichter Rainer Maria Rilke – und persönliche Briefe aus dem Familiennachlass ergänzen die mehr als 500 Bilder und tausende Zeichnungen umfassende Sammlung. So wird Kunstgeschichte im Alten Packhaus Vegesack an der Weser lebendig und erlebbar.


Das Kunstmuseum in der Alten Hafenstraße 30 in Vegesack ist täglich von 11-18 Uhr geöffnet (außer montags). An Heiligabend, Weihnachten, Silvester und Neujahr ist geschlossen. Der Eintritt beträgt 5 Euro (ermäßigt 4 Euro, Kinder bis 18 Jahre frei) www.overbeck-museum.de

Gebäude der Havengalerie beleuchtet in der Nacht
Foto: © Dijana Nukic
Gaumen- und Augenschmaus
J.H.G. Scharringhausen Delikatessen und havengalerie

Hier kauften Reeder Petroleum für ihre Schiffe, später wurden Senfheringe in Konserven eingelegt. Eines aber war immer gleich: der Name. In fünfter Generation und seit sage und schreibe 155 Jahren ist J.H.G. Scharringhausen am selben Standort in Bremen-Nord zu Hause, seit geraumer Zeit als Feinkostgeschäft. Regionale Delikatessen und mediterrane Spezialitäten wie Olivenöle aus Spanien oder Konfitüren aus Belgien locken Genießer von nah und fern nach Vegesack. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die "Vegesacker-" und die "Hanse-Kiste" zum individuellen Bestücken mit Gaumenfreuden. Ein besonderer Service: Die Gourmet-Experten stellen auch Picknickkörbe für den Ausflug ins Grüne zusammen. Nur einen Steinwurf entfernt und in unmittelbarer Nähe des KITO bereichern junge Kreative in der havengalerie die Kulturlandschaft. Ausstellungen von namhaften Künstlern, wie etwa die Cartoonisten Till Mette und Uli Stein, setzen frische Akzente und verwandeln die Galerie in einen beliebten Treffpunkt für Kunstfreunde in Bremen-Nord.


Bei J.H.G. Scharringhausen Delikatessen in der Alten Hafenstraße 15: Mo.-Do. von 10-19 Uhr, Fr. von 9-19 Uhr und Sa. von 9-16 Uhr. Öffnungszeiten havengalere siehe:www.havengalerie.de

Sängerinnen und Sänger eines Chors auf der Bühne.
Foto: © Jacobs University
Schlaue Köpfe aus aller Welt - Jacobs University

Wer den öffentlich zugänglichen Campus der Jacobs University im Vegesacker Ortsteil Grohn betritt, spürt sofort dieses besondere, internationale Flair. Die akademische Talentschmiede ist ein wissenschaftlicher Leuchtturm für die Region. Studierende aus fast 100 Nationen lernen an Deutschlands einziger privater Universität mit einem breiten Fächerspektrum nicht nur für den Beruf, sondern auch für das Leben. Denn neben höchsten Ansprüchen an Forschung und Lehre, sind es gerade auch die gelebte Völkerverständigung und eine weltoffene Atmosphäre, die den Uni-Alltag in Vegesack prägen. Junge Menschen aus aller Welt trainieren im Ruderteam, proben fürs alljährliche Benefizkonzert "Piano to Forte" oder feiern gemeinsam das indische Lichter- oder chinesische Neujahrsfest. Der multikulturelle Erlebnisort lädt darüber hinaus mit seinen weitläufigen Grünflächen zum Erkundungsspaziergang ein. Nirgendwo sonst in Bremen werden Sie sich mehr als Weltbürger fühlen.


Das von den Studierenden selbst organisierte Benefizkonzert "Piano Forte" reicht von Klassik und Chorgesang bis Rock. Es lädt interessierte Musikfreunde alljährlich im Herbst in die Uni am Campus Ring 1 ein (Haltestelle: "Seefahrtstr.", Linien 94,95 oder RS1 bis Haltestelle "Schönebeck"). www.jacobs-university.de

Die Burg Blomendal in winterlicher Landschaft
Foto: © Jens Lehmkühler
Hochburg der Feste - Burg Blomendal

Mittelalterliches Flair und sommerliche Unbeschwertheit sind vereint, sobald sich wieder Open-Air-Veranstaltungen verschiedenster Genres von Klassik bis Rock in Blumenthal die Ehre geben und den Burggarten mit musikalischen Klängen erfüllen. Als winterliches Pendant in der Vorweihnachtszeit verspricht der "Burgfrieden" mit Konzerten, Handwerksmarkt und Schlemmereien im Fackelschein gemütliche Stunden. Bremens einzige noch erhaltene Burg und ältestes, nicht-kirchliches Gebäude der Stadt ist somit ein wahrer Geheimtipp für Events in familiärer Atmosphäre, denn auch Basare, Lesungen und Schüler-Projektwochen sind rund ums Gemäuer zu Hause. 1354 von räuberischen Rittern erbaut, wohnten hier einst standesgemäß alle Bremer Bürgermeister. Ein Ambiente wie geschaffen, um sich das ewige Ja-Wort zu geben. Blickt das Brautpaar nach oben, weisen Verzierungen direkt den Weg in eine glückliche Ehe: Die sogenannte Tugenddecke ist 400 Jahre alt und enthält Inschriften wie "Liebe", "Treue" oder "Hoffnung".


Das Burg- und Stadtteilmuseum ist jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat von 15-17 Uhr geöffnet und mit den Buslinien 90-92 und 94-96 erreichbar. www.burgblomendal.de

Blick in eine historische Küche im Schloss Schönebeck
Foto: © Ingo Wagner
Adel Verpflichtet - Heimatmuseum Schloss Schönebeck

Was hat die "Butze" im Schlafzimmer zu suchen? Wieso haben sowohl die Seenotretter als auch ein gewichtiger Teil der Afrikaforschung ihren Ursprung in Vegesack? Und wie wird man "Heringskönig"? Am Rande des idyllischen Auetals in der Bremer Schweiz, im einzigen erhaltenen ehemaligen Adelssitz Bremens von 1682, erfahren große und kleine Besucher in mitreißenden und anschaulichen Führungen Erstaunliches über den hiesigen Lebensalltag vergangener Jahrhunderte sowie wichtige Meilensteine der regionalen Seefahrt. Mitmachangebote für Kinder wie Rate-Rallyes oder Märchenstunden ergänzen das Angebot. Zudem können Verliebte hier den Bund der Ehe eingehen. Das ohnehin schon feine Antlitz des Wasserschlosses wird während des GartenKultur-Musikfestivals in ein ganz besonderes Ambiente getaucht: Stimmungsvolle Konzerte von Tango bis Chanson sorgen im Schlossgarten für ausgelassene Stimmung und bleibende Erinnerungen – Adel verpflichtet eben!


Geöffnet Di., Mi. und Sa. von 15-17 Uhr und So. von 10:30-17 Uhr, Eintritt: 3 € (Kinder 1 €). Gruppen, Führungen und Kindergeburtstage nach Vereinbarung. Adresse: Im Dorfe 3-5. www.museum-schloss-schoenebeck.de

Gebäude-Ensemble Kränholm, bestehend aus alten Höfen.
Foto: © Carsten Heidmann
Kunst, Kultur und Kulinarik - Kränholm

Wer den Spaziergang an der frischen Luft im Blumenthaler Knoops Park stilvoll ausklingen lassen möchte, den erwartet das in Bremen-Nord einzigartige Gebäude-Ensemble Kränholm mit einem Erlebnis für alle Sinne. Hier verspricht das Kunstcafé mit Tee und Kaffeespezialitäten sowie hausgebackenen Kuchen- und Tortensorten, inmitten von Gemälden und Bildhauerwerken des 20. Jahrhunderts, eine ganz besondere Atmosphäre. Das benachbarte Restaurant bietet neben edlem Gaumenschmaus den Blick auf einen malerischen Skulpturengarten, während in der modernisierten Scheune Klavier- und Trompetentöne unterschiedlichster Klassik- und Jazzkonzerte in der Luft liegen.


Vis-à-vis des Knoops Parks, Auf dem Hohen Ufer 35 in Burglesum. Parkplätze stehen direkt vor der Tür bereit. Eine Außenterrasse lädt bei gutem Wetter zum Verweilen im Grünen ein. Kunstführungen & Kulturprogramm unter: www.kraenholm.de

Blick durch Blätter hindurch auf eine Bühne mit einem klassischen Orchester. Davor das Publikum.
Foto: © Frank Pusch
Schöne Töne - Sommer in Lesmona

Mit Picknickkörben, Klappstühlen, stilechtem Hut und Schirmchen strömen Kulturliebhaber Jahr für Jahr in die malerische Landschaft am Ufer der Lesum. Vor der traumhaften Kulisse vom Burglesumer Knoops Park genießen sie ihre mitgebrachten Leckereien und die klassischen Darbietungen der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen. Ein Fest für Ohren und Gaumen, ein Ort zum Sehen und gesehen werden – insgesamt ein Freiluftvergnügen der Extraklasse, das nicht nur jeder Bremer einmal erlebt haben sollte. Die Geschichte zum Sommer in Lesmona ist zurückzuführen auf die Tagebücher der unglücklich verliebten Magdalene Melchers, die auch Grundlage für eine spätere Verfilmung waren. Begleitet von Vogelgezwitscher aus den Baumwipfeln und vom Rauschen der leichten Sommerbrise ergänzt die Lesung beim "Tee in Lesmona" Orchesterklänge im hügeligen Grün der Bremer Schweiz.


Im Sommer verwandelt sich der Knoops Park jedes Jahr erneut zu einer Open-Air-Bühne im Grünen. Informationen sind unter anderem erhältlich über die Website: www.kammerphilharmonie.com

Bühne mit einer Band unter freiem Himmel
Foto: © Hans Schnatmeyer
Up’n Swing - Dixieland

Was haben die kalifornische Hauptstadt Sacramento und die Hansestadt Bremen gemeinsam? Mehr als man auf den ersten Blick vermuten mag: In beiden Städten fließen zwei Flüsse ineinander. Und beide widmen einem speziellen Musikstil ein eigenes Festival. Die Dixieland-Tage tragen den Jazz und Swing an den idyllischen Lesumhafen in Bremen-Nord und zelebrieren die Freude an der Musik. Freitagabend bei entspannten Sounds den Sonnenuntergang am Burglesumer Hafen genießen, Samstag mit einem Kaltgetränk und Freunden maritim feiern und Sonntag mit der ganzen Familie das Kinderprogramm entdecken – Dixieland bringt unbeschwertes kalifornisches Lebensgefühl direkt nach Burglesum.


Umsonst & draußen: Alljährlich im August finden die Dixieland-Tage am malerischen Hafen in Burglesum statt. Adresse: "Am Lesumufer", mit der Bahn (Ausstieg Bremen-Lesum), Fußweg vom Bahnhof circa acht Minuten oder mit den Buslinien 91, 94 oder 95 bis zur Haltestelle "Lesumer Kirche", www.weserevents.de

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