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Bedarf an rollstuhlgerechten Wohnungen in der Stadt Bremen

Ein Mann im Rollstuhl in der Küche.
Wie hoch ist der Bedarf an rollstuhlgerechten Wohnungen (R-Wohnungen) in Bremen? Hierzu fand eine Umfrage statt, die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Quelle: fotolia / Jenny Sturm

Bisher gab es keine Zahlen dazu, wie viele Menschen in Bremen eine rollstuhlgerechte Wohnung für ein selbstbestimmtes Leben benötigen. Wie viele rollstuhlgerechte Wohnungen gibt es bereits in der Stadt? Und nicht zuletzt: Wo müssen neue rollstuhlgerechte Wohnungen gebaut werden, weil dort der Bedarf besonders hoch ist?

 

Im Juli 2018 wurde deshalb zwischen dem Senator für Umwelt, Bau und Verkehr gemeinsam mit der bremischen Wohnungswirtschaft und dem Landesbehindertenbeauftragten eine Selbstverpflichtung zur Schaffung von barrierefreien Wohnungen unterzeichnet. Eine Umfrage zur Ermittlung des Bedarfs wurde im Zeitraum von August bis Oktober 2018 von der Beratungsstelle kom.fort zusammen mit dem Büro protze & theiling durchgeführt.
 

Die Umfrage richtete sich ausschließlich an Menschen, die durch eine Beeinträchtigung auf rollstuhlgerechten Wohnraum angewiesen sind. Über das Amt für Versorgung und Integration wurde der Fragebogen an etwa 3300 Menschen mit dem Kennzeichen "außergewöhnliche Gehbehinderung (aG)" im Schwerbehindertenausweis, geschickt. Gleichzeitig war eine Beantwortung der etwa 20 Fragen per Internet möglich.

 

Ergebnisse der Umfrage

20 Prozent der Befragten haben sich an der Umfrage beteiligt, insgesamt waren dies 672 Personen. 170 Menschen äußerten den aktuellen Wunsch in eine R-Wohnung umzuziehen. Bei der gesamten Auswertung aller Fragen hinsichtlich der notwendigen Anforderungen an die Wohnung, Größe, Zimmeranzahl, barrierefreie Ausstattung usw. sowie den gewünschten Standorten liegt die Spanne der neu zu errichtenden R-Wohnungen zwischen 125 bis 255.

 

In (fast) allen Bremer Stadtteilen wohnen Menschen, die auf eine R-Wohnung angewiesen sind. Und fast alle Stadtteile werden auch als Wunschstandorte für eine Wohnung genannt. Die Anzahl der benötigten Wohnungen in einzelnen Stadtteilen sind allerdings sehr unterschiedlich. Sie liegen im Minimum bei einer Wohnung und im Maximum bei bis zu 13 Wohnungen. Die Größe der akut nachfragenden Haushalte liegt schwerpunktmäßig bei 1 bis 3 Personen (etwa 75 Prozent). Dementsprechend sind zumeist 2- bis 3-Zimmer-Wohnungen in einer Größe von 45 bis 90 Quadratmetern gewünscht. Etwa ein Drittel der Teilnehmenden wünschen eine Wohnung, die größer ist als 90 Quadratmeter. Es gibt auch den Wunsch nach Verkleinerung des Wohnraums.

 

60 Teilnehmende haben einen akuten, konkreten Bedarf in eine R-Wohnung umzuziehen. In den meisten Fällen wird eine Sozialwohnung gesucht.

 

Wohnungsangebot für Menschen mit Rollstuhl verbessern

Im Bestand wurden 234 R-Wohnungen von den beteiligten Gesellschaften (Stand März 2018) gemeldet. Weitere 56 R-Wohnungen befinden sich aktuell in Planung oder im Bau. Auf Grundlage der Umfrageergebnisse soll nun ein größeres Angebot an bezahlbaren und bedarfsgerechten R-Wohnungen in der Stadtgemeinde Bremen geschaffen werden. Dies betrifft sowohl zukünftige Neubauprojekte und ggf. auch Bestandswohnungen.

 

Bremens Landesbehindertenbeauftragter Joachim Steinbrück sagte zu der vorgelegten Untersuchung: "Wir haben jetzt einen ersten wichtigen Schritt zur Verbesserung des Wohnungsangebots für Menschen mit Rollstuhl gemacht. Wichtig ist, jetzt auch zu verbindlichen Vereinbarungen über die Schaffung weiterer bezahlbarer rollstuhlgerechter Wohnungen sowie über die Meldung und Vermittlung freier Wohnungen für Rollstuhlnutzer*innen zu kommen."

 

Suchen Sie eine rollstuhgerechte Wohnung? Haben Sie Fragen?

Ansprechpartner für das Thema R-Wohnungen:

kom.fort e.V., Landwehrstraße 44, 28217 Bremen

Tel. 0421-790 110

E-Mail: info@kom-fort.de

www.kom-fort.de